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Job und Karriere

Freitag, 03.02.2012
Von: Eva-Maria Bast Redaktion
Lehrer-Fortbildung

Pädagogen lernen Bildung in anderen Ländern kennen

Foto: Haußmann

Foto: Haußmann

Stuttgart. Bärbel Bauer von der baden-württembergischen Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen spricht über die von der Europäischen Union geförderten Bildungsprogramme für Lehrpersonal.

Staatsanzeiger.de: Frau Bauer, Sie koordinieren an der baden-württembergischen Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen die Lehrerfortbildung „Comenius.“ Was ist das eigentlich genau?  

Bärbel Bauer: Das sind Kurse für Mitglieder des Lehrpersonals, die im europäischen Ausland stattfinden.

Was ist das Ziel dieser Kurse?

Es sind allgemein berufsbegleitende Fortbildungskurse, vor allem Kurse zur Methodik und Didaktik von Fremdsprachen, aber auch Job-Shadowing oder Hospitationen an Schulen. Besonders wichtig ist dabei die europäische Dimension in der beruflichen Entwicklung der Teilnehmer.Es geht also auch darum,  Kontakte zu Kollegen in anderen Ländern knüpfen.

Führen diese Kontakte dann auch zu Schulpartnerschaften?

Es gibt ein eigenes Programm für Schulpartnerschaften, in das die Schüler auch mehr mit eingebunden sind. Aber es sind durch „Comenius- Lehrerfortbildungen“ auch schon zahlreiche Partnerschaften entstanden. Die Lehrer lassen die Kontakte, die sie geknüpft haben, oft nicht abreißen und bauen sie aus.

„Comenius“ ist Teil des EU-Bildungsprogramms für lebenslanges Lernen, das 2013 enden wird. Können Sie schon sagen, wie es danach weitergehen wird?

Die EU-Kommission hat im November beeindruckende Zahlen vorgelegt. Bei einem Gesamtbudget von  rund 19 Milliarden Euro  sollen rund 5 Millionen Euro für individuelle Lernmobilitäten für Bildungs-und Ausbildungsaufenthalte im Ausland zur Verfügung gestellt werden. „Comenius“ soll dabei in ein Programm "Erasmus für alle" integriert werden, wobei damit auch eine Verwaltungsvereinfachung angestrebt werden soll.

Die Kurse werden auch jetzt schon aus Mitteln der Europäischen Union gefördert, oder?

Das ist richtig. Wie viel Zuschuss ein Bundesland bekommt, hängt von der jeweiligen Einwohnerzahl ab. Für Baden-Württemberg stehen in diesem „Comenius“ Programm für die Fortbildungsmaßnahmen für pädagogisches Personal  jährlich rund 370 000 Euro zur Verfügung; das sind 12,8 Prozenzt des Gesamtbudgets.

Das ist eine ganze Menge Geld. Was genau wird damit bezahlt?

Wenn ein Lehrer den Zuschlag für eine Fortbildung bekommt, dann werden ihm Flug, Unterkunft und Kursgebühren bezahlt. Im Schnitt erhalten die Lehrer 2500 Euro für eine zweiwöchige Fortbildung. Im EU-Bildungsprogramm gibt es noch weitere Bildungsprogramme.

Wie viele sind es, wie heißen sie und was beinhalten sie?

In dem Programm, das 2013 auslaufen wird, gibt es gesonderte Programme für Hochschulen (Erasmus), berufliche Bildung (Leornado da Vinci), schulische Bildung (Comenius) und  Erwachsenen Bildung (Grundvig).

Haben Sie schon einmal an einem solchen Programm teilgenommen und wie haben Sie es erlebt?

Ja, ich war im Jahr 2001 bei einem Fortbildungsprogramm für Lehrerfortbildner in England. Es war ein gutes, arbeitsreiches Programm, das aber wegen der heterogenen beruflichen Voraussetzungen der Teilnehmer inhaltlich nicht alle meine Wünsche erfüllt hatte. Ich hätte mir vom Veranstalter eine stringentere Personenauswahl gewünscht.

Wann finden die Fortbildungen eigentlich statt und bekommen die Lehrer dafür schulfrei?

Meistens finden die Fortbildungen in den Ferien statt. Da die Ferientermine oft unterschiedlich liegen, ist es nicht ganz einfach, da einen Termin zu finden. Manchmal geht die Fortbildung bei der einen oder anderen Lehrkraft in die Schulzeit hinein. Dann liegt es am Rektor, ob er bereit ist, der Lehrkraft einzelne Tage freizugeben oder nicht.

Gibt es eine Lehrergruppe, die besonders gerne an einer Fortbildung teilnimmt?

Es ist fast immer auch politisch bedingt, welche Art von Lehrkräften vermehrt an einer Fortbildung teilnimmt. Als die Fremdsprachen in der Grundschule eingeführt wurden, waren es viele Grundschullehrer, als der Schwerpunkt auf der Werkrealschule lag, waren es viele Werkrealschullehrer, die sich für eine Fortbildung beworben haben. Die Anträge, die mich erreichen, sind jedoch meistens Fortbildungen für den Fremdsprachenunterricht.

 

Mehr zum Thema lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe des Staatsanzeigers.

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