Breda NußbaumChefredaktion StaatsanzeigerTelefon: 07 11.6 66 01-17Telefax: 07 11.6 66 01-58E-Mail senden
Medienmacher und Medienmacherinnen sind von herrschenden Rollenbildern abhängig. Das sind sie auch dann, wenn sie sich redlich bemühen, den Klischees zu entrinnen und authentische Charaktere zu kreieren, die sich als Männer oder Frauen zuerst als autonome Persönlichkeiten verhalten, bevor sie Geschlechtsrollenerwartungen genügen.
Frauen sind seit Menschengedenken medizinisch tätig, je nach Bedarf und gesellschaftlichen Bedingungen nur in der Familie, illegal und verfolgt, als Pflegende oder offiziell ärztlich. Priesterinnen und Göttinnen für die Heilkunst sind schon in der Vorzeit benannt worden, dass Chirurginnen im Römischen Reich tätig waren, beweisen archäologische Ausgrabungen. So steht die Hygieia im Logo des Deutschen Ärztinnenbundes für diesen Ursprung der Heilkunst. Hildegard von Bingen verfasste Werke der Pflanzenheilkunde, Hebammen brachten schon immer Kinder zur Welt und Florence Nightingale gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege.
Trotz des derzeitigen Stiftungsbooms, an dem sich Frauen kräftig beteiligen, erscheint der kapitalstarke ältere Herr traditionell als charakteristischer Stifter. Dabei hat das Stiften auch unter Frauen eine lange Geschichte. Wer, wenn nicht Markgräfin Uta von Meißen, kommt als Sinnbild für dieses jahrhundertealte Engagement in Betracht? Kaum eine andere der zwölf mittelalterlichen Stifterfiguren am Dom von Naumburg (Saale) ist dermaßen bekannt und erinnert gleichzeitig mit zur Schau getragener Schönheit und Edelmut daran, wofür sich die ersten Stifterinnen vornehmlich engagierten: für das Seelenheil und um sich und ihren Familien ein Denkmal für die Ewigkeit zu setzen.