Dr. Christoph Müller
Redaktion Staatsanzeiger, Ressort Politik & Verwaltung

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Landratswahlen

Foto: © Holger Seeger/ pixelio.de
Foto: ©Holger Seeger/pixelelio.de

Der Landrat wird in Baden-Württemberg vom Kreistag für acht Jahre gewählt, nicht direkt vom Volk - anders als der Bürgermeister (oder auch der Landrat in den benachbarten Bundesländern Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz).

Ein beschließender Ausschuss des Kreistags legt zunächst dem Innenministerium die eingegangenen Bewerbungen vor und schlägt, gemeinsam mit diesem, dann dem Kreistag mindestens drei Bewerber vor.

Bei der Wahl im Kreistag ist in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Mehrheit notwendig. Falls dabei keine Entscheidung fällt, genügt im dritten Wahlgang die relative Mehrheit - bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.

Landrat Joachim Walter mit klarer Mehrheit vom Kreistag Tübingen wiedergewählt

Foto: Staatsanzeiger-Archiv, Landrat Joachim Walter

Tübingen. Am Mittwochnachmittag ist Joachim Walter (CDU), seit 2003 Landrat des Landkreises Tübingen, für weitere acht Jahre im Amt des Landrats des Kreises Tübingen bestätigt worden. 

Im Kreistag erhielt der 50-jährige Jurist  von den 54 anwesenden Kreisräten 46 Stimmen. Walter, der auch Vizepräsident des baden-württembergischen Landkreistags ist, war alleiniger Kandidat. Vor acht Jahren war er gegen drei Mitbewerber ins höchste Amt des Landkreises Tübingen gewählt worden, der mit seinen 220 000 Einwohnern in Baden-Württemberg zu den ländlich geprägten Kreisen mit vergleichsweise niedriger Bevölkerungszahl gehört.

Michael Rückert ist neuer Landrat in Freudenstadt

Foto: Staatsanzeiger-Archiv. Landrat Klaus Michael Rückert.

Freudenstadt. Es gab kein Kopf-an-Kopf-Rennen und keine Überraschung bei der Landratswahl am 6. Juni 2010 in Freudenstadt: Michael Rückert (CDU), jüngster und aussichtsreichster der drei zur Wahl stehenden Kandidaten, setzte sich auf Anhieb durch. Er wird somit als Landrat des Kreises Freudenstadt Peter Dombrowsky (CDU) nachfolgen, der mit Erreichen der Altersgrenze nach zehn Jahren aus dem Amt scheidet. Der 42-jährige Jurist Rückert, seit 2008 Erster Landesbeamter im Regierungbezirk Karlsruhe und zuvor unter anderem erster Bürgermeister in Baden-Baden, erhielt exakt die Stimmenzahl, die für die absolute Mehrheit erforderlich war.

 

Wolf-Rüdiger Michel als Landrat in Rottweil wiedergewählt - Große Mehrheit für konkurrenzlosen Amtsinhaber

Foto: Staatsanzeiger-Archiv. Landrat Wolf-Rüdiger Michel.

Rottweil. Spannung war bei der Landratswahl am Montag im Kreis Rottweil nicht zu erwarten - Amtsinhaber Wolf-Rüdiger Michel (CDU) war das verständlicherweise recht. Der 51-jährige Jurist war, anders als bei seiner Wahl vor acht Jahren, einziger Kandidat bei der Abstimmung im Kreistag und wird nun erwartungsgemäß seine zweite Amtszeit antreten. 41 von 48 anwesenden Kreisräten, von denen die CDU 17 stellt, votierten für Michel. Dieser konnte somit rund 85 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Ein gar so deutliches Ergebnis war im Vorfeld nicht unbedingt erwartet worden.

Zweimal war er im Kreistag in den vergangenen Wochen in zentralen Fragen überstimmt worden : bei der künftigen Gestaltung der Krankenhauslandschaft und beim Haushalt. Doch anscheinend wussten viele Kreisräte zwischen dem Dissens in Sachfragen und politischer wie persönlicher Wertschätzung zu unterscheiden, wie jetzt seine klare Mehrheit zeigt.

Vom Verbandsdirektor zum Landrat - Stefan Dallinger wird Rhein-Neckar-Kreis leiten

Foto: Staatsanzeiger-Archiv. Landrat Stefan Dallinger.

Walldorf/Heidelberg. Der Favorit für die Nachfolge des langjährigen Landrats Jürgen Schütz (CDU) im bevölkerungsreichsten Landkreis Baden-Württembergs hat sich durchgesetzt - deutlicher und schneller als wohl von manchem erwartet. Der 47-jährige Jurist Stefan Dallinger (CDU), Direktor des Verbands Region Rhein-Neckar, errang bereits im ersten Wahlgang am Dienstag in der Astoriahalle in Walldorf gegen seine Mitbewerber um das höchste kommunale Amt im Rhein-Neckar-Kreis mit 53 Stimmen die absolute Mehrheit. Diese verdankt er wohl in erster Linie Kreisräten von CDU (38 Sitze) und Freien Wählern (17 Sitze).

Zwischen immerhin drei Kandidaten hatten die 101 stimmberechtigten Mitglieder des Kreistags zu wählen - zwei von ihnen mussten auf ihr Stimmrecht verzichten, da sie selbst zur Wahl standen: Rolf Greinert (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Sinsheim, und der parteilose Bürgermeister von St. Leon-Rot, Alexander Eger, den die FDP unterstützte. Sie erhielten 38 beziehungsweise acht Stimmen.

Stefan Dallinger im Interview

Landrat Johannes Fuchs klar im Amt bestätigt - Im Rems-Murr-Kreis setzt sich der Favorit durch

Foto: Staatsanzeiger-Archiv. Landrat Johannes Fuchs.

Schorndorf. Im Vorfeld hatte die Landratswahl im Rems-Murr-Kreis für Querelen gesorgt - und den langjährigen Fraktionsführer der CDU im Kreistag, Paul Hug, sein Amt gekostet. Doch die Wahl selbst verlief am vergangenen Montag dann wie erwartet und brachte keine Überraschung.

Johannes Fuchs (FDP), einziger Landrat mit liberalem Parteibuch in Baden-Württemberg, setzte sich gegen seinen Parteifreund und Mitbewerber Gunnar Stuhlmann, Rechtsanwalt aus Weissach, durch. Dieser hatte keine Chance - erhielt aber immerhin 17 Stimmen und damit deutlich mehr als der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Ulrich Lenk, im Vorfeld der Wahl öffentlich vermutet hatte. 44 Stimmen waren im Kreisrat für die absolute Mehrheit nötig, 59 erhielt Fuchs schon im ersten Wahlgang.
In seiner Bewerbungsrede vor dem Kreistag hatte Fuchs an die „demokratische Kultur der Fairness und des Vertrauens“ appelliert und sich bemüht, die Wogen zu glätten.  Was auch immer Fuchs‘ zweite Amtszeit bringen wird: Sie wird kürzer sein als die erste. 2015 wird Fuchs 65 Jahre alt, also die Altersgrenze erreichen und aus dem Amt ausscheiden müssen.