In der Schule der Fondation Stamm "Ecole Polyvalente Carolus Magnus" empfingen uns die Trommler des Straßenkinderheims und die vielen Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Klassen. Seit meinem Besuch im vergangenen Jahr hat sich viel getan. Die PTA-Ausbildung läuft, eine Krankenstation ist eingerichtet. Gefreut hat mich auch das Wiedersehen mit dem Schuldirektor, der im Januar den Bildungsminister nach Deutschland begleitet hat und auch in Karlsruhe war. Auch die Solarlampen, die ich als Bausätze vor einem Jahr hierher gesandt habe, wurden präsentiert. Das Projekt scheint gut zu laufen - dem weltwärts-Freiwilligen Cornelius und Jean-Marie aus dem Straßenkinderheim sei Dank!
Während die Delegation ein Behinderten- und ein Aids-Zentrum besuchte, habe ich mich aus dem Programm ausgeklinkt, um mit Philipp Ziser, den burundikids-Freiwilligen und Verena Stamm den Kindergarten in Buterere zu besuchen. Das Kinderhaus in Lörrach hatte mir für diesen Kindergarten ein Fotoalbum und zwei Kartons mit Stiften mitgegeben. Wir haben den Kindern die Bilder gezeigt und den beigefügten Brief übersetzt. Der Einkauf einer Tüte Bonbons ließ sich vor Ort auch noch organisieren und sorgte für leuchtende Kinderaugen. Anwesend waren auch einige Mütter, die am Mikrokreditprogramm teilnehmen, das über ein Büro im Kindergartengebäude organisiert wird.
Nach dem wunderbaren Mittagessen bei Verena Stamm gab es noch ein Gespräch mit der GTZ (übrigens: die Kläranlage von Bujumbura funktioniert!), eines mit dem Minister für Wiederaufbau und eines mit dem Nuntius der katholischen Kirche. Nach kurzem Zwischenstopp im Hotel ging es weiter zu einer Veranstaltung der deutsch-burundischen Freundschaftsgesellschaft - eine wichtige Kontaktbörse. Wie jeden Abend war das Programm also lang. Und morgen geht es schon vor 8 Uhr wieder weiter...
Gisela Splett ist Landtagsabgeordnete der Grünen und Teilnehmerin der Delegationsreise des Landes nach Burundi. Sie ist bereits im vergangenen Jahr auf eigene Faust in Burundi gewesen, um sich einen Überblick über die Situation in dem kleinen ostafrikanischen Land zu verschaffen. Mit der Delegationsreise soll festgestellt werden, wo und in welcher Form die früher zwischen Burundi und Baden-Württemberg bestehende Partnerschaft wieder aufgenommen werden kann. Diese war durch einen jahrlang dauernden Bürgerkrieg in Burundi in vielen Bereichen zum Erliegen gekommen.