Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, was aus den Ankündigungen werden wird. Minister Hauk und Vizepräsidentin Vosschulte haben keine konkreten Zusagen gemacht, aber bei unseren Gesprächsterminen vom Knüpfen von Kontakten und von Experten- und Ausbildungsaustausch gesprochen und Einladungen an Parlament und Senat in Aussicht gestellt.
Die Größe der Delegation hat hohe Erwartungen geweckt, die nun auch eingelöst werden müssen. Ich halte es für wichtig, dass über die Unterstützung einzelner Projekte hinaus Partnerschaftsstrukturen aufgebaut werden. Neben Austauschprogrammen und dem Aufbau weiterer Partnerschaften auf kommunaler Ebene wäre die Einrichtung einer koordinierenden Stelle und die dauerhafte Bereitstellung von Mitteln aus dem Landesetat notwendig, um Burundi auch nach den schwierigen Wahlen in 2010 nachhaltig zu unterstützen.
Wichtige Bereiche, in denen Hilfe von außen benötigt wird, sind die Landwirtschaft (Erosionsschutz!), das Gesundheitswesen und der Bildungsbereich. Auch die Energieversorgung (mit erneuerbaren Energien!) muss dringend ausgebaut werden.
Zu tun gibt es unendlich viel. Baden-württembergische Unterstützung ist willkommen. Ich hoffe sehr, dass die Reise der Auftakt ist für die Wiederbelebung und den Ausbau der Partnerschaft auf ein Intensitätsniveau wie es zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda seit vielen Jahren besteht.
Gisela Splett ist Landtagsabgeordnete der Grünen und Teilnehmerin der Delegationsreise des Landes nach Burundi. Sie ist bereits im vergangenen Jahr auf eigene Faust in Burundi gewesen, um sich einen Überblick über die Situation in dem kleinen ostafrikanischen Land zu verschaffen. Mit der Delegationsreise soll festgestellt werden, wo und in welcher Form die früher zwischen Burundi und Baden-Württemberg bestehende Partnerschaft wieder aufgenommen werden kann. Diese war durch einen jahrlang dauernden Bürgerkrieg in Burundi in vielen Bereichen zum Erliegen gekommen.