Stadtjäger unterstützen Kommunen bei Problemen mit Wildtieren

Weil die Zahl der Wildtiere in Siedlungsräumen und damit auch die möglichen Konflikte zwischen Menschen und Tieren zunehmen, hat das Land die Ausbildung von "Stadtjägern" ermöglicht und gehört damit bundesweit zu den Vorreitern.

Zu Stadtjägern ausbildet wurden 126 Personen, die bereits einen Jagdschein haben, durch den „Jagd-Natur-Wildtierschützerverband Baden-Württemberg“.

dpa/Felix Kästle)

In Baden-Württemberg kümmern sich künftig knapp 126 extra ausgebildete Stadtjäger um Konflikte mit Wildtieren in Siedlungsgebieten. Das Land betritt mit dieser Regelung bundesweit Neuland beim urbanen Wildtiermanagement. Weil die Zahl der Wildtiere in Siedlungsräumen und damit auch die Konflikte zwischen Menschen und Tieren zunehmen, sei es von zentraler Bedeutung, einen speziell qualifizierten Ansprechpartner im Umgang mit Wildtieren im Siedlungsraum zu schaffen, heißt es in einer Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf einen Antrag der FDP im Landtag.

Um das Wildtiermanagement im Siedlungsraum zu professionalisieren, hat das Land einen Pilot-Ausbildungslehrgang zum Stadtjäger angestoßen. Ausgebildet wurden die 126 Personen, die bereits einen Jagdschein haben, durch den „Jagd-Natur-Wildtierschützerverband Baden-Württemberg“ in den Jahren 2017 bis 2021. Der Jagdschein wird durch die zuständige untere Jagdbehörde erstellt, der landesweit und unbefristet gilt. Dies berechtige jedoch noch nicht zur Arbeit oder zur Jagd in einem Bezirk. Nur wer in der jeweiligen Gemeinde eingesetzt ist, darf dort als Stadtjäger tätig sein und die Jagd in befriedeten Bezirken ausüben.

Gemeinden müssen Stadtjäger einsetzen

Hierfür muss die jeweilige Gemeinde einen Stadtjäger zuerst einsetzen. Kommunen können anerkannte Jäger „entweder allgemein oder anlassbezogen für eine oder wenige spezifische Problemlagen einsetzen“, so das Ministerium in der Antwort.

Gemeinden hätten dadurch einen großen Gestaltungsspielraum. Auch ob die Tätigkeit vergütet wird, könne die Kommune in Absprache mit dem Stadtjäger entscheiden. Damit das Wildtiermanagement funktioniert, ist die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure relevant. Das Ministerium verweist in diesem Zusammenhang auf das Handbuch „Wildtiermanagement im Siedlungsraum“. Es listet die relevanten Institutionen und Akteure auf und gibt Hilfestellungen, wie sich Gruppen zusammenfinden können.

Akzeptanz hängt maßgeblich von geleisteter Arbeit ab

Dabei zeige sich, dass die Wege zum Ziel je nach Stadt oder Gemeinde sehr unterschiedlich sein können, da sehr unterschiedliche, lokale Grundvoraussetzungen vorliegen, so das Ministerium. Die Akzeptanz von Stadtjägern hänge maßgeblich von deren geleisteter Arbeit ab und wird sich schwerpunktmäßig in einer zweiten Phase zeigen, wenn die Etablierung in den Gemeinden Baden-Württembergs erfolgt.

Quelle/Autor: Philipp Rudolf

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