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Wieso es so wenig Bürgermeisterinnen gibt und was man dagegen tun kann

30.04.2021 
Redaktion
 
Foto: dpa | Uwe Anspach

Foto: dpa | Uwe Anspach

KEHL. Das Bürgermeisteramt bietet vielfältige Möglichkeiten, das Leben in einer Kommune aktiv zu gestalten und auf der den Bürgerinnen und Bürgern nächsten Ebene viel zu bewegen. Auch wenn die Zahl der Bürgermeisterinnen stetig ansteigt, sind Frauen an der Spitze der deutschen Rathäuser noch immer deutlich in der Minderheit.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich mich damit beschäftigt, warum weibliche Bürgermeisterinnen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind und welche Lösungsansätze es gibt, um den Frauenanteil zu erhöhen.

Hierfür habe ich neben der Literaturrecherche Interviews mit Bürgermeisterinnen aus dem Landkreis Karlsruhe geführt. Es ging deutlich hervor, dass die Hauptursache für den geringen Frauenanteil nach wie vor in der erschwerten Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegt. Bessere Betreuungsmöglichkeiten, eine egalitärere Rollenverteilung sowie die steigende Akzeptanz der Bürger/-innen für Freiräume können die Vereinbarkeit erleichtern. Bürgermeisterinnen mit Kind zeigen, dass eine Familie Karriere nicht ausschließen muss.

Oft fehlt das nötige Selbstvertrauen

Eine weitere Ursache ist, dass sich Frauen stärker hinterfragen und ihnen oft das nötige Selbstvertrauen fehlt, um ohne äußeren Anstoß zu kandidieren. Frauen haben oftmals einen erschwerten Zugang zu unterstützenden Netzwerken und werden dadurch seltener zur Kandidatur aufgefordert als Männer. Natürlich kann eine bevorzugte Förderung von männlichem Nachwuchs nicht gänzlich als Rechtfertigung betrachtet werden, da jeder letztendlich selbst die Verantwortung für seine Karriere trägt. Dennoch ist ein äußerer Anstoß meist entscheidend für eine Kandidatur.

Damit besteht der Bedarf, verschiedene Institutionen zur Frauenförderung zu animieren. Da die Studentinnen der Verwaltungshochschulen nur selten eine Bürgermeisterinnenkarriere für sich anstreben, sollten dabei neben der öffentlichen Verwaltung auch andere Berufszweige und Studiengänge berücksichtigt werden.

Eine intensive Vorbereitung kann bei Selbstzweifeln Sicherheit vermitteln und das Selbstvertrauen stärken. Neben dem Studium an den Verwaltungshochschulen bieten weitere professionelle Angebote wie Bürgermeisterseminare, Mentoringprogramme und Coachings umfangreiche Vorbereitungsmöglichkeiten auf das Bürgermeisteramt.

Bewerbung der schönen Seiten des Berufs

Ein besonderes Augenmerk sollte in Zukunft auf der Bewerbung der schönen Seiten des Berufs und dem Sichtbarmachen von Vorbildern in der Öffentlichkeit liegen. So könnte das Interesse für Kommunalpolitik und das Ansehen des Bürgermeisterberufes in der Öffentlichkeit gestärkt werden und gleichzeitig ambitionierte Frauen dazu anregen, diese Karriereoption für sich in Betracht zu ziehen.

Es ist davon auszugehen, dass sich der Bürgermeisterinnenanteil in Zukunft weiter erhöhen wird. Eine positive Entwicklung verstärkt sich in gewisser Weise selbst, da dadurch weitere Frauen zur Kandidatur ermutigt werden und die Selbstverständlichkeit von Frauen im Amt gesteigert wird. Dennoch sollten aktiv Maßnahmen ergriffen werden, um insbesondere auch Netzwerke zu stärken, die qualifizierte Frauen identifizieren und fördern.

Dies ist nur eine Kurzzusammenfassung der Bachelorarbeit.

Die Autorin Alina Hack hat ihre Arbeit an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl geschrieben. Sie kommt aus dem Landkreis Karlsruhe und hat sich durch ein Praktikum bei der Bürgermeisterin der Gemeinde Sulzfeld näher mit der Thematik auseinandergesetzt. "Meiner Meinung nach sollten Männer und Frauen auch auf kommunaler Ebene gleichermaßen repräsentiert sein. Nur so kann ein differenzierter politischer Austausch stattfinden", erklärt sie. "Mein Ziel war es, neben der erschwerten Vereinbarkeit von Familie und Beruf weitere Faktoren für den geringen Frauenanteil im Bürgermeisteramt zu identifizieren und durch diese Erkenntnisse praxisorientierte Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zu hören, was die Bürgermeisterinnen in ihrer täglichen Arbeit antreibt, war für mich sehr inspirierend."


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