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Emotional oder sachlich: Warum wir Gefühle nicht vernachlässigen dürfen

12.06.2020 
Redaktion
 
Foto: dpa/NurPhoto

Soziale Medien leben von der Aufmerksamkeit ihrer Nutzer - und die bekommt man mithilfe von Emotionen, sagt Daniela Vey. Foto: dpa/NurPhoto

STUTTGART. Als Stadtverwaltung oder Behörde ist man es häufig gewohnt, sich sachlich und fachlich korrekt auszudrücken. Diese Kommunikationsform ist in vielen Fällen sicherlich angebracht. Nur eben in den Social-Media-Kanälen nicht.

Die „Währung“ in den sozialen Medien ist die Aufmerksamkeit der Nutzer. Aufmerksamkeit bedeutet in diesem Fall aus einem vielfältigen Reizangebot einzelne Inhalte auszuwählen und zu betrachten, während andere übergangen werden. Diese Selektion nimmt unser Gehirn vor, um die Informationsflut einzudämmen. Je emotionsgeladener ein bestimmter Reiz dabei ist, desto eher sind wir geneigt, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten. Grundsätzlich haben wir Menschen Emotionen, um uns zu Handlungen zu motivieren und das Verhalten aufrecht zu erhalten, bis wir am Ziel sind.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in den sozialen Medien ist die Interaktionsrate, das bedeutet die Anzahl der Nutzer, die im Verhältnis zur Anzahl der Fans mit unseren Inhalten interagieren. Interaktion umfasst in diesem Fall alles vom Anklicken des Beitrags, über Likes und Kommentare bis hin zum Weiterverteilen der Inhalte. Nur, wer eine aktiv agierende Community hat, wird in den sozialen Medien auch gesehen, denn Interaktionen werden von den Algorithmen der Netzwerke mit Relevanz gleichgesetzt und mit Reichweite und Sichtbarkeit belohnt.

Facebook erweiterte seinen gefällt-mir-Button

Man muss sich also bewusst machen, dass selbst die kleinste Form der Interaktion eine Handlung darstellt, zu der man den Betrachter erst motivieren muss. Und das wird deutlich einfacher, wenn der Inhalt emotional transportiert wird. Begeisterung kann erst überspringen, wenn man sie selbst kommuniziert. Das wird eine sachliche Information nur in seltenen Fällen leisten können.

Facebook hat nicht umsonst vor vier Jahren den Like-Button um die emotionalen Reaktionen erweitert. Diese orientieren sich an den menschlichen Basisemotionen Freude (aufgeteilt in Lachen und Liebe), Überraschung, Wut und Trauer. In statistischen Untersuchungen zeigt sich, dass Facebook-Posts, die Reaktionen wie Lachen oder Liebe hervorrufen, eine fast dreimal so hohe Reichweite haben, wie solche, die nur ein einfaches Like bekommen haben. Auch Wut und Trauer aktivieren mehr Menschen und erhöhen die Reichweite um knapp das doppelte.

Emotionales Schreiben nicht für jedes Thema geeignet

Überlegen Sie also systematisch, welche Emotion Sie bei welchem Thema auslösen möchten. Wenn Sie ein tolles Projekt auf die Beine gestellt haben, zeigen Sie deutlich, dass Sie stolz auf das sind, was Sie geschafft haben. Stecken Sie die Leser mit Ihrer eigenen Begeisterung an. Nur dann kann der Funke überspringen. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, sondern kommunizieren Sie klar und deutlich, wenn es Grund zur Freude gibt. Sie können das beim Posten auf Facebook zusätzlich durch die Auswahl „Gefühl / Aktivität“ unterstützen oder indem Sie passende Emojis im Text ergänzen.

Natürlich ist das nicht für alle Informationen geeignet, die eine Stadt oder Verwaltung veröffentlichen muss. Aber wenn es sich anbietet, nutzen Sie die Möglichkeiten konsequent!

Über die Autorin

Daniela Vey ist Social-Media-Beraterin. Die Themen Web, Coporate Identity und soziale Medien sind ihr Steckenpferd. Zudem gibt sie Social-Media-Kurse und moderiert die Allfacebook Conference.

In der Kolumne "Social Media in Kommunen" des Staatsanzeigers gibt sie Akteuren der öffentlichen Verwaltung Tipps und Tricks im richtigen Umgang mit den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter, Instagram und Co.


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