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Verwaltung als attraktiver Arbeitgeber: Mehr Bewerbungen dank Social Media

17.07.2020 
Redaktion
 
Mit ein paar Tricks kann man auf Facebook und Co. mehr geeignete Bewerber für offene Stellen erreichen als man zunächst vermutet, sagt Kolumnistin Daniela Vey. Foto: dpa/ PantherMedia

Mit ein paar Tricks kann man auf Facebook und Co. mehr geeignete Bewerber für offene Stellen erreichen als man zunächst vermutet, sagt Kolumnistin Daniela Vey. Foto: dpa/ PantherMedia

STUTTGART. Der Mangel an Experten, Spezialisten und Fachkräften nimmt in Deutschland über die letzten Jahre deutlich zu. Auch die öffentliche Verwaltung ist immer stärker davon betroffen. Geeignete Bewerber zu finden wird zu einer Herausforderung und die Konkurrenz auf dem freien Markt ist groß.

Umso wichtiger wird es daher, sich auch über die sozialen Medien als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dabei reicht es jedoch nicht, hier und da mal einen kurzen Verweis auf neu veröffentlichten Stellenanzeigen zu posten.

Machen Sie sich bewusst, dass die Wahl eines Ausbildungsberufes oder Arbeitgebers für jeden Menschen eine Entscheidung darstellt, die das Leben für die nächsten Jahre maßgeblich beeinflusst und daher nicht leichtfertig getroffen wird.

 1.      Taten statt Worte

Viele Stellenangebote werben mit typischen Begriffen wie „familienfreundlich, abwechslungsreich oder verantwortungsvoll“. Diese Begriffe sind austauschbar und setzen Sie nicht von Ihren „Konkurrenten“ ab.

Füllen Sie diese Begriffe mit Leben und zeigen sie, wie diese bei Ihnen konkret umgesetzt werden. Was empfindet die junge Mutter als familienfreundlich? Was erlebt der Azubi als abwechslungsreich? Lassen Sie Mitarbeiter persönlich zu Wort kommen und beschreiben, wie sie ihre Arbeit für die Stadt und im Team erleben. Das macht es deutlich glaubhafter und greifbarer für mögliche Bewerber.

2.      Der Blick hinter die Kulissen

Nutzen Sie Netzwerke wie Facebook und Instagram, um immer wieder einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Zeigen Sie das Arbeitsumfeld und verschiedene Tätigkeitsbereiche. Viele Außenstehende haben vielleicht nur Sachbearbeiter im Büro im Kopf, aber vergessen Erzieher, Veranstaltungstechniker oder Forstwirte.

Zeigen Sie die Bandbreite der Möglichkeiten, Fortbildungsangebote und gerne auch mal, wenn es etwas zu feiern gibt – sei es das Dienstjubiläum, Verabschiedung in die Elternzeit oder einfach nur ein Geburtstag. Das macht sympathisch und vermittelt zwischen den Zeilen viel über Atmosphäre und Zusammenhalt.

 3.      Direkte Kommunikation auf Augenhöhe

Laden Sie Interessenten und Bewerber zum Dialog ein! Fordern Sie sie dazu auf, Fragen zu stellen und beantworten Sie diese zeitnah oder gar in einem Live-Format. Besonders spannend wird es, wenn Azubis oder Amts-, beziehungsweise Teamleiter sich den Fragen stellen. Sie können auf einer ganz anderen Ebene berichten und persönliche Erfahrungen schildern. Hierfür können Sie neben Facebook und Instagram auch einmal über WhatsApp- oder Threema-Gruppen nachdenken.

Machen Sie sich bewusst: Für jeden Menschen bedeutet der Neueinstieg in ein Berufsumfeld eine Veränderung mit vielen Unbekannten. Neue Umgebung, neue Kollegen, neue Aufgaben. Je mehr Hürden Sie vorab im Kopf abbauen können, umso mehr Nähe und Bindung schaffen Sie schon von vornherein zu möglichen Bewerbern.

4.      Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

 Wenn es darum geht, ein einfaches Produkt zu einem erschwinglichen Preis zu kaufen, brauchen Menschen zwischen 7 und 12 Kontaktpunkten, bevor sie sich zum Kauf entscheiden.

Immer wieder erlebe ich, dass der Hinweis auf offene Stellen ein einziges Mal gepostet wird und man sich dann wundert, dass nicht ausreichend Bewerbungen kommen. Wiederholung ist ein essenzieller Schlüssel zum Erfolg. Man muss diese Information erst einmal im Gehirn der Rezipienten verankern. Da reicht ein einmaliger Hinweis nicht aus.

Wer sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will, muss das als dauerhaftes Thema im Redaktionsplan verankern. Die Hinweise auf offene Stellen müssen (rechtzeitig vor Bewerbungsschluss!) zwischen zehn und 20 Mal gepostet werden. Im Idealfall wählt man dafür verschiedene Betrachtungswinkel (zum Beispiel Abteilungsleiter und Azubi) und unterschiedlichen Argumente, warum man sich UNBEDINGT auf diese Stelle bewerben sollte.

Von den harten Fakten wie Förderung, Fortbildung und Vergütung bis hin zu „weichen“ Themen wie liebe Kollegen, tolle Mitarbeiterausflüge und Spaß bei der Fortbildung gibt es unzählige Aspekte. Somit wird auch der 20. Beitrag zur offenen Stelle nicht langweilig.

Über die Autorin

Daniela Vey ist Social-Media-Beraterin. Die Themen Web, Corporate Identity und soziale Medien sind ihr Steckenpferd. Zudem gibt sie Social-Media-Kurse und moderiert die Allfacebook Conference.

In der Kolumne "Social Media in Kommunen" des Staatsanzeigers gibt sie Akteuren der öffentlichen Verwaltung Tipps und Tricks im richtigen Umgang mit den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter, Instagram und Co.

 

 


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