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Was man als Kommune von Polizeibehörden auf Social Media lernen kann

02.07.2020 
Redaktion
 
Polizeibehörden sind in sozialen Medien besonders aktiv. Kommunen können sich einiges von ihnen abgucken, sagt Social-Media-Beraterin Daniela Vey. Foto: dpa

Polizeibehörden sind in sozialen Medien besonders aktiv. Kommunen können sich einiges von ihnen abgucken, sagt Social-Media-Beraterin Daniela Vey. Foto: dpa

STUTTGART. Die Arbeit in den sozialen Medien ist für die Polizei wertvoll und wichtig. Hier stehen sie in direktem Kontakt mit den Bürgern, können Informationen vermitteln und Präventionsarbeit leisten. Bestimmte Gruppen wie zum Beispiel Fußballfans oder Besucher von Großveranstaltungen werden beispielsweise direkt über Twitter angesprochen. Auch Falschmeldungen kann man in den Netzwerken gezielter entgegenwirken.

Social Community Policing

In ihrem Social-Media-Nutzungskonzept formuliert die Polizei Baden-Württemberg zudem sehr deutlich, dass sie „ein informatives, einladendes, menschliches Bild der Polizei Baden-Württemberg“ vermitteln möchten. Insbesondere über Instagram werden hier persönliche Geschichten einzelner Beamter aus dem Polizeialltag erzählt und fotografisch in Szene gesetzt. Zum Beispiel die Vielseitigkeit ihrer Einsatzausrüstung sowie eine Beamtin, die ein kleines Rehkitz entdeckt und erklärt, was in solch einem Fall zu tun ist.

Learning: Direkter Dialog von Mensch zu Mensch sollte im Fokus der Social Media Arbeit stehen. Social Media ist keine kommunikative Einbahnstraße. Gehen Sie aktiv auf Ihre Bürger zu, fordern Sie Rückmeldungen ein und etablieren Sie sich als verlässlicher Ansprechpartner mit einem offenen Ohr.

Der Behörde ein Gesicht geben

Beamte, die mit persönlichen Profilen in die Öffentlichkeit treten, sind bei weitem keine Seltenheit mehr. Von Anwärtern über Leistungssportler bei der Bundespolizei bis hin zum Gewerkschaftsvorsitzenden sind viele vertreten. Sie berichten über Teile ihrer Arbeit, Karrieremöglichkeiten oder den Bewerbungsprozess und werden somit zu einem wichtigen Puzzleteil der Kommunikation. Sie inspirieren junge Menschen dazu, sich mit der Polizei zu beschäftigten und verschaffen einen Einblick hinter die Kulissen. Aber natürlich unter Absprache und Einhaltung ihrer dienstrechtlichen Pflichten.

Zum Beispiel:

Eisschnellläuferin und Bundespolizistin Michelle Uhrig

Das Tagebuch einer Polizistin - Mia Dagbok 

Patrick G. – Polizist aus dem Saarland

und "Mr. Batschuni".

Learning: Auch die eigenen Mitarbeiter können als „Markenbotschafter“ für Ihre Gemeinde oder Kommune agieren. Menschen vertrauen anderen Menschen deutlich stärker als Marken oder Institutionen. Solche Auftritte sorgen für Glaubwürdigkeit, Reichweite und schaffen persönliche Verbindungen. Gerade auch für das Thema „Personalgewinnung“ bei der jungen Generation ein unschlagbarer Vortei. Lese- und Videotipp zu Personalgewinnung: Berliner Polizei rekrutiert mit Influencer Aaron Troschke 

Unmittelbare Kommunikation

Soziale Netzwerke erlauben eine schnelle und unmittelbare Kommunikation mit der Öffentlichkeit. In bestimmten Einsatzlagen können diese sogar taktisch eingesetzt werden, zum Beispiel für Warnmeldungen, Fahndungsaufrufe und Zeugensuche. Über Netzwerke wie den Kurznachrichtendienst Twitter kann man zudem von Vernetzung mit Journalisten, Politikern und Kommunen profitieren.

Learning: Gerade in Krisensituationen kann die schnelle Kommunikation und hohe Reichweite große Vorteile bieten. Zuverlässige Informationen von Behörden sind hier besonders gefragt. Die genauen Abläufe und Verantwortlichkeiten - insbesondere bei zeitkritischen Fällen - sollten vorher in einem Krisenplan festgehalten werden.

Zusatzinfo: In Krisensituationen schießen die Followerzahlen von Ämtern und Behörden regelmäßig in die Höhe. So gewann die Polizei Baden-Württemberg nach den Unruhen in Stuttgart auf Instagram über 1000 neue Follower innerhalb von zwei Tagen dazu.

Wiedererkennbarkeit = Glaubwürdigkeit

Der Einsatz eines durchgängigen Designs ist gerade für die Arbeit von Sicherheitsbehörden ein sehr wichtiger Faktor. Auch wenn jemand Meldungen überfliegt, muss er direkt ausmachen können, welche Meldungen „echt“ und damit besonders vertrauenswürdig sind. Gerade im Polizei-Bereich gibt es immer wieder Fake-Accounts, die versuchen Falschmeldungen zu verbreiten.

Learning: Gerade durch den schnellen und beiläufigen Konsum von Beiträgen in sozialen Netzwerken spielt Wiederkennbarkeit durch das Design eine große Rolle. Man kann die vertrauenswürdigen und richtigen Informationen so besser und schneller aus der Menge an Informationen herausfiltern.
Beispiel:
https://twitter.com/PP_Stuttgart

Edutainment und Humor

Neben den fachlichen und sachlichen Informationen sollte aber auch ein gewisser Unterhaltungswert nicht zu kurz kommen. „Edutainment“ – eine Mischung aus den Worten Education (Bildung) und Entertainment (Unterhaltung) bringt es gut auf den Punkt. Man lernt freiwillig lieber etwas dazu, wenn es sympathisch und unterhaltsam präsentiert wird.

Sehr schön dazu die Story-Serie „Ask me if you can“ auf der Seite „Polizei der Beruf BW“ auf Instagram. Bea und Andy vom Polizeipräsidium Pforzheim beantworten sympathisch und unterhaltsam die Fragen potenzieller Bewerber.

Der Klassiker in Sachen „Polizei Humor“ ist die „Wiesnwache“ der Münchner Polizei, die einmal im Jahr 12 Stunden lang über die lustigsten Zwischenfälle vom Oktoberfest auf Twitter berichtet.

Learning: Informationsvermittlung ist wichtig – wird aber deutlich besser angenommen, wenn sie sympathisch und unterhaltsam vermittelt wird.

Über die Autorin

Daniela Vey ist Social-Media-Beraterin. Die Themen Web, Coporate Identity und soziale Medien sind ihr Steckenpferd. Zudem gibt sie Social-Media-Kurse und moderiert die Allfacebook Conference.

In der Kolumne "Social Media in Kommunen" des Staatsanzeigers gibt sie Akteuren der öffentlichen Verwaltung Tipps und Tricks im richtigen Umgang mit den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter, Instagram und Co.


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