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Symposium 2017 — Nachbericht

Wie man komplexe Inhalte verständlich vermittelt, dieser Frage gingen die Teilnehmer des Symposiums Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Verwaltung am 27. April 2017 nach.  Breda Nußbaum, Chefredakteurin des Staatsanzeigers wies zu Beginn darauf hin, dass es „auch und gerade im schnelllebigen digitalen Informations- und Erregungszeitalter darauf ankommt, mit Sprache sehr sorgfältig umzugehen und die Wörter so zu wählen, dass wir uns deren Wirkung bewusst sind“. Die Verwaltung sei regelmäßig herausgefordert, schwer verständliche Gesetze, Verordnungen, Bescheide oder seitenlange Beschlüsse in Texte zu fassen, die der Normalbürger versteht. „Wie wir Pressesprecher und Journalisten kommunizieren, mit welchen Formulierungen und in welcher Sprache wir Botschaften verbreiten, trägt entscheidend dazu bei, was diese Botschaft beim Empfänger auslöst.“

Dass dies für sämtliches Handeln der Verwaltung gilt, machte der Verständlichkeits-Forscher, Frank Brettschneider im Impulsreferat deutlich: „Bescheide darf man nicht unterschätzen, sie haben eine kommunikative Wirkung“, sagte der Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Bürger wollten heute verstehen, was vorgehe. Aus Verstehen folge Akzeptanz. Durch Studien wisse man, dass Journalisten bei Pressemitteilungen innerhalb weniger Sekunden und anhand weniger Merkmale entscheiden, ob Ihnen der Text einen Artikel wert ist oder nicht. Eines dieser Kriterien sei, ob sie die Mitteilung verstünden.

Dass dahinter sogar ein knallharter Kostenfaktor steckt, erläuterte Brettschneider an zwei Beispielen: Für eine Versicherung und eine Krankenkasse hatten seine Forscher die Schreiben an Kunden und Versicherte sprachlich optimiert. Je die Hälfte der Kunden erhielt die ursprünglichen und die leicht verständlichen Schreiben. Letztere führten dazu, dass 30 Prozent weniger Kunden anriefen und nachfragten, weil sie etwas nicht verstanden hatten. Deshalb gab Brettschneider praktische Tipps: „Die Englischkenntnisse der Deutschen werden grandios überschätzt“ – also keine Anglizismen. Sätze sollten nicht mehr als zwölf Wörter enthalten, lange Wörter mit Bindestrich verbunden werden. „Aktiv statt passiv, bildhaft und anschaulich.“

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 12 des Staatsanzeiger (Seite 7).


Stimmen zum Symposium 2017

   

Christiane Conzen, Pressereferentin, Städtetag Baden-Württemberg

Im Fachforum „Zahlen, Daten, Grafiken“ habe ich viele nützliche und gut umsetzbare Tipps für den Umgang mit Zahlen aller Art bekommen. Ich werde in nächster Zeit vor allem Grafiken mit ganz anderen Augen sehen. Was Herr Sommer im Fachforum „Wie man Kompliziertes einfach sagt“ dargestellt hat, war nicht neu. Aber das noch einmal strukturiert dargestellt zu bekommen, war hilfreich: Die Systematik, nach der man vorgehen kann, werde ich mir jetzt gut sichtbar am Arbeitsplatz aufhängen.

  

Markus Klohr, Pressesprecher, Stadt Bretten

Ich finde das Symposium sehr positiv, insbesondere den Austausch mit den für mich neuen Kollegen. Das alles ist eine neue Perspektive für mich, da ich erst vor Kurzem vom Journalismus in die Pressearbeit gewechselt habe. Es könnte hier und da noch konkreter sein, zum Beispiel die Diskussion mit dem Minister, wo die wirklich heiklen Fragen gekonnt umschifft wurden. Mich interessiert konkret das Klartext-Siegel von Professor Brettschneider. Vergibt er das auch? Das werde ich ihn demnächst mal fragen, denn damit könnte man seine Pressemitteilungen aufpeppen. Zum Thema Bürgerbeteiligung nehme ich einige Ideen mit, wo Fallstricke lauern.

       

Gabriele Maurer, Stadt Ludwigsburg, Fachbereich Bildung und Familie

Zwar kenne ich schon viele Aspekte, aber hier bekommt man Impulse zur Auffrischung oder wie man es noch besser machen könnte. Gut finde ich, dass das Thema so anschaulich und unterhaltsam erklärt wird. Ich organisiere in Ludwigsburg auch die Kinder-Uni. Dort haben wir für eine Exkursion in ein Einkaufszentrum von der Managerin neulich einen Text bekommen, in dem das Wort „Refurbishment“ (Sanierung) vorkam. Ich habe dann die Verfasserin gebeten, doch daran zu denken, dass wir eine Kinder-Uni sind und die Eltern uns darauf hinweisen, dass wir kindgerechte Texte verwenden sollen. Die Kollegen wissen aber schon, wir wir schreiben sollen.

    

Bernd Killinger, Pressesprecher, Stadt Bruchsal

Ich war bis jetzt im Fachforum Bürgerbeteiligung und nehme mit, dass es ein wichtiges Thema ist, dass es aber auch einen gewissen Diskussionsbedarf gibt, wie man Bürgerbeteiligung gut gestaltet. Das Thema Vernetzung ist hier beim Symposium sehr gut umgesetzt. Ich finde es super, dass es diese Möglichkeit gibt. Am Ende arbeiten wir alle hier an denselben Themen, haben aber unterschiedliche Herangehensweisen und hier gibt es viele Best-Practice-Beispiele. Es ist interessant, hier mit Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ins Gespräch zu kommen. Das hilft, über den Tellerrand zu blicken.

   

Nadine Herwerth-Gajer, Zuständige für Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinde Offenau

Ich bin Wiederholungstäterin, ich bin bestimmt schon zum fünften Mal dabei. Irgendwas nimmt man jedes Mal mit – nicht die große Erleuchtung, aber einen Aspekt, der einem so nicht bekannt oder bewusst war. Es sind hier vorzugsweise Vertreter von Behörden da, die nicht so im Licht der Öffentlichkeit stehen, gerade wir kleinen Kommunen sollten bei den Themen nicht hinten runter fallen. Wir haben 2700 Einwohner, aber auch wir müssen Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung machen, auch wir müssen Änderungen umsetzen, zum Beispiel beim Redaktionsstatut für die Amtsblätter.

  

Achim Eickhoff, Pressesprecher, Stadt Singen

Ich arbeite noch nicht so lange in der Verwaltung, daher habe ich mir vor allem Tipps erhofft, „wie sage ich es meinem Kinde“ – sprich dem Bürger. Danach habe ich mir meine Workshops ausgesucht. Ich nehme mir immer vor, verständliche Sprache zu verwenden, aber oft erliege ich dann doch den Wünschen der Fachkollegen. Es ist schön, dass dieses Symposium bewusst darauf aufmerksam macht: Denk dran, einfache Sprache! Beeindruckt hat mich der Vortrag von Herrn Brettschneider, der sich mit dem Thema wissenschaftlich beschäftigt, es aber es auch gut vermitteln kann.


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