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Extra Momente 2|2013
Titelbild Momente 2|2013

Mehr über das Momente-Titelbild

Das Titelbild von Momente 2|2013 malte Wilhelm von Kaulbach um 1862. Es zeigt Kurfürst Ottheinrich mit Melanchthon sowie dem Architekten des Ottheinrichtsbaus und steckt voller Geschichten und spannender Hintergründe. Im Februar 2009 war das Bild Kunstwerk des Monats im kurpfälzischen Museum Heidelberg. Ein pdf mit umfassenden Informationen über das Motiv und die Entstehung des Bildes finden Sie hier:

zum Download (pdf, 1 MB)


Kirchenordnungen digital

Die wichtigsten Kirchenordnungen stehen inzwischen digitalisiert im Netz. Die für den Südwesten einschlägigen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts sind folgende: 

Württemberg 1553 (lutherisch):

Kirchenordnung wie es mit Leere und Ceremonien im Fürstenthumb Wirtemberg angericht und gehalten werden soll

Erschienen: Tübingen, Morhart 1553
Link: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00008487/image_1
Seite mit Katechismusbeginn = pag. XXXI r

Kurpfalz 1556 (lutherisch):

Kirchenordnung. Wie es mit der Christlichen Leere, heiligen Sacramenten, vnd Ceremonien, inn des Durchleuchtigsten Hochgebornen Fürsten vnd Herren, Herrn Ottheinrichs, Pfaltzgrauen bey Rhein, … Chur vnd Fürstenthumben gehalten wirdt

Erschienen: Neuburg a.d. Donau, Kilian, 1556
Link: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10992453.html 
Seite mit Katechismusbeginn: = pag.. 20 r (Scan 48 im Link) 

Baden 1556 (lutherisch):

Kirchenordnung. Wie die inn der Marggraveschafft Baden, Pfortzheimer theils, auch andern Marggraff Carlins zu Baden vnd Hochberg, Marggraueschafft, Landtschafften vnd Herrschafften soll angericht vnd gehalten werden

Erschienen: Tübingen, Morhart 1556
Link: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10164264-6 
Seite mit Katechismusbeginn = pag. XL (= Scan 56 im Link) 

Kurpfalz 1563 (reformiert):

Kirchenordnung, Wie es mit der Christlichen Lehre, heiligen Sacramenten vnnd Ceremonien, inn des Durchleuchtigsten Hochgebornen Fürsten vnnd Herren, Herrn Friderichs Pfaltzgrauen bey Rhein, des heilige[n] Römischen Reichs Ertzdruchsessen vnnd Churfürsten, Hertzogen inn Bayrn [et]c. Churfürstenthumb bey Rhein gehalten wirdt 

Erschienen: Heidelberg, Maier 1563
Link: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10164270.html 
Seite mit Katechismusbeginn = pag. 10 r (entspricht scan 27 im Link)


Bürgerprotest in Riedlingen

Die Vorgänge in Riedlingen 1523 sind dokumentiert in einer umfangreichen Akte über „einen Geistlichen zu Riedlingen, welcher neue Religions-Sätze und die Lehre der lutherischen Kirche vortragen und einführen wollte, nachher aber nach Konstanz geführt wurde“ (so der alte Aktentitel). Sie ist Teil der Überlieferung der Truchsessen von Waldburg in Scheer und ist im Internetangebot des Landesarchivs einsehbar unter dem Permalink http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-35460


Denuntiationsschreiben

Denuntiationsschreiben

In einem Denunziationsschreiben stellten zehn Geistliche und Riedlinger Bürger (darunter der Pfarrer auf dem Bussen und der Bürgermeister Weinschenk) 25 Aussagen des Predigers Feihelmair zusammen, die der katholischen Lehre widersprechen. Als Punkt 23 wird aufgeführt, er predige, dass wir auch in guten Werken sündigen („quod in bonis operibus nostris peccemus“), als Punkt 24, dass die Botschaft des Evangeliums („das evangelische Gesetz“) nicht irgendeines Kommentares bedürfe („quod Lex Evangelica non indigeat aliqua glossa“). 

Dabei handelt es sich um zwei zentrale protestantische Lehrmeinungen: Allein durch die Gnade Gottes („sola gratia“) könne der Mensch das ewige Heil erlangen, nicht durch gute Werke, denn des Menschen Werke sind immer sündhaft, auch wenn sie gut zu sein scheinen, weil der Mensch aus sich heraus nicht sündlos sein kann. Der zweite Punkt zielt auf den Grundsatz „sola scriptura“ : Allein durch die Schrift, das heißt die Bibel, werde die Heilsbotschaft vermittelt, es bedarf keiner ergänzenden Erläuterungen kirchlicherseits. (Abb: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Sigmaringen Dep. 30/15 T 1 Nr. 1003)


Fresko des Trienter Konzils

Der Maler Pasquale Cati (um 1550–1620) hat 1588 das Trienter Konzil während seiner Schlussphase in einem Fresko festgehalten. Das Bild befindet sich in der Cappella Altemps der römischen Basilika Santa Maria in Trastevere, der Titelkirche des Konzilsteilnehmers und Konstanzer Bischofs Mark Sittich von Hohenems (= italienisch „Altemps“). Die Capella Altemps ließ Mark Sittich als Grablege für sich und seinen Sohn Roberto erbauen. 

Auf der linken Seite des Freskos sitzen erhöht die päpstlichen Legaten, ihnen gegenüber auf einem halbrunden aufsteigenden Podest die Konzilsväter, davor in der Mitte der Konzilssekretär und der Vertreter des Kaisers. Die Gesandten der übrigen Mächte haben ihren Platz auf der oberen Seite zwischen den Legaten und den Vätern. Hinter ihnen schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube als Zeichen der göttlichen Unterstützung. Im Vordergrund triumphiert die mit den päpstlichen Insignien ausgestattete und von Darstellungen der Tugenden umgebene Figur der Kirche über die am Boden liegende Häresie.


Bibliografie zum Konzil von Trient

Die Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum e.V. betreibt eine umfassende Online-Bibliografie mit Literatur über das Konzil von Trient (1545 – 1563), die Sie hier finden.


Bild: Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe

Sehenswertes in der Bischofsstadt Konstanz

Die ehemalige Kathedrale des Bistums, das Münster in Konstanz, ist zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen. Mittelalterliche Krypta und Heiliges Grab sowie die Reste des angrenzenden gotischen Kreuzgangs sollte man auf jeden Fall besuchen.

Östlich schließt sich ans Münster der Komplex der ehemaligen Jesuitengebäude an, die der Ordensarchitekt Stephan Huber ab 1604 errichtete: Jesuitenkirche (heute: Altkatholische Christuskirche), Jesuitenkolleg und Jesuitengymnasium (heute Stadttheater).

Die Residenzen der Konstanzer Fürstbischöfe in Meersburg, das Alte und das Neue Schloss, beherbergen kleine Museen. Nicht nur die Bauten bleiben in Erinnerung, der Blick auf den Bodensee ist bei schönem Wetter atemberaubend.


Ein pfälzischer Hofjunker in seiner neuen Uniform. Kurfürst Friedrich IV. kleidete sein Gefolge 1598 neu ein, als er eine Reise in die Niederlande plante (Thesaurus Picturarum, Bd. V, 135r; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt)
Ein pfälzischer Hofjunker in seiner neuen Uniform. Kurfürst Friedrich IV. kleidete sein Gefolge 1598 neu ein, als er eine Reise in die Niederlande plante (Thesaurus Picturarum, Bd. V, 135r; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt)

Der Thesaurus Picturarum des Marcus zum Lamm

Der Thesaurus Picturarum umfasst insgesamt 33 kleine, oktavformatige Bände. Es ist eine Sammlung von Flugblättern, Aufzeichnungen und Kommentaren, Aquarellen, Holzschnitten und Stichen zu verschiedensten Themen seiner Zeit. Zusammengetragen hat diesen Schatz der Heidelberger Kirchenrat Dr. Marcus zum Lamm (1544 – 1606). Der vielseitig interessierte Jurist war reformierten Glaubens und diente den reformierten Kurfürsten Johann Casimir und Friedrich IV. In seiner regierungsnahen Position trug er alles Mögliche, was ihn interessierte und was ihm als „merkwürdig“ begegnete, in seinen Bänden zusammen, die er aufwändig illustrieren ließ. Zwei der Bände (4 und 5) handeln dezidiert von Ereignissen in der Kurpfalz. Schon seit 1644 befindet sich das Sammelwerk in der großherzoglich hessischen Hofbibliothek in Darmstadt.


Bild: Stadtarchiv Ravensburg, Bauakten
Bild: Stadtarchiv Ravensburg, Bauakten

Simultane Nutzung der Ravensburger Karmeliterkirche

Nachdem Ravensburg 1546 evangelisch wurde, entwickelte sich das Langhaus der Karmeliterkirche zum zentralen evangelischen Gotteshaus. Doch nach dem Schmalkaldischen Krieg musste 1547 katholisches Leben wieder zugelassen werden. 1554 verständigten sich die Karmelitermönche mit der evangelischen Kirchengemeinde auf eine bemerkenswerte Regelung: Sie nutzten die Kirche simultan. Ein mächtiger Lettner trennte den katholischen vom protestantischen Bereich. Aus dem 18. Jahrhundert stammt ein diffizil ausgearbeiteter Plan über Zugänge und Nutzungskorridore. In seiner Beschriftung wird so mancher Kleinkrieg um „Schwarzbauten“ und gegenseitige Ärgernisse fassbar. [Vorlage: Stadtarchiv Ravensburg]

Erklärung der Buchstaben

A Gemeinsamer Gang von der Gassen und Reichs-Straß in den Chor und die Kirchen.

B Der Chor, dessen sich die H.H. Catholici zu ihrer Kirche alleine bedienen.

C Frühe-Mess Capell.

D Lehrer [Leerer] Platz und Thür darbey in den Chor.

E Neben Capelle in dem Chor.

F Sacristey daselbsten.

G Die Kirche der H.H. Augsp. Confess verwandten, das Langhaus genanndt. [Augsburger Konfessionsverwandte = die Evangelischen]

H Gang der H.H. Carmeliter, über der Scheidwand zwischen dem Chor, u. der Kirchen.

I Die Thür under solchem Gang aus dem Chor in daß Langhauß deren sich die H.H. Cathol. beyden bewilligten Processionen bedienen. 

K Sacristey in dem Langhauß.

L Das Mäürlin, so die H.H. Carmel. ausserhalb der Kirchen zu verduncklung diser Sacristey, aufgeführt, u. aber hinweg gethan worden.

M Haupt-Altar im Langhauß.

N Taufstein daselbsten.

O Erster Eingang in die Kirchen, das Langhauß genandt, von der Gassen zwischen der Evangel. Mägdlin Schul u. einigen burgerl. Gebeüden.

P Zweyter Eingang in das Langhauß durch einen Gang, worüber die H.H. P.P.Carmeliter ihr Refectorium gebaut, u. denselben Via facti ohne der H.H. Evangel. vorwissen, wenigstens um 1 ½ Schuh ernidrigt haben.

Q Dritte Kirchen Thür in das Langhauß durch obgemelten Gang lit. A. u. R, Nächst darbey ein kleiner neben Altar auf welchem die entsetzliche Hinrichtung der alten Märtyrer von Holz geschnitzelter befindlich.

S Vierter Eingang von der Gassen durch einen Hoff in das Langhaus.

T Eingänge in das Carmeliter Kloster.

V Eingang in den Kreüzgang der P.P.Carmelit.

X Stuckh vom Closter-Garten.

Y Kirchen-stühl.

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