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Die Südfrüchtehändler vom Comer See im Südwesten Deutschlands im 17. und 18. Jahrhundert
Titel Die Südfrüchtehändler vom Comer See im Südwesten Deutschlands im 17. und 18. Jahrhundert

Im Zentrum der Arbeit stehen die Südfrüchtehändler vom Comer See, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Territorien des Heiligen Römischen Reiches in den Quellen fassbar werden. Sie handelten mit Zitronen, Pomeranzen und Oliven und weiteten ihre Angebotspalette stetig aus. Auch Produkte wie Gewürze, Tabak, Kaffee oder Zucker zählten bald zu ihrem Sortiment. Anders als der Titel „Die Südfrüchtehändler (…) im Südwesten (…)“ vermuten lässt, konzentriert sich der Untersuchungsraum im Wesentlichen auf das nördliche Baden-Württemberg zwischen Rhein und Neckar, also die Region zwischen Mannheim im Norden, Heilbronn im Osten, Ludwigsburg im Süden und Karlsruhe im Westen. Ergänzt werden diese Ausführungen durch Auswertungen von Quellenmaterial zu italienischen Händlern, die in der Reichstadt Frankfurt ansässig wurden.

Dass das vorliegende Werk als rechtshistorische Dissertation an der Juristischen Fakultät der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main angenommen wurde, macht sich inhaltlich bemerkbar: Sozial- und migrationshistorische Fragestellungen werden gestreift, erwähnt sei hier die Zuwanderungspolitik in den einzelnen Territorien des Untersuchungsraumes nach dem 30-jährigen Krieg und ihre Auswirkung auf die Niederlassung der Südfrüchtehändler. Auch wirtschaftsgeschichtlichen Aspekten wie der Frage der Handelsorganisation der 

Italiener wird nachgegangen. So kann Stolterfoht interessante Hinweise dazu liefern, woher und von wem die Italiener in ihrem Untersuchungsraum ihre Waren bezogen und inwieweit größere und kleinere Handelscompagnien vernetzt zusammenarbeiteten.

Im Zentrum des Interesses der Autorin stehen jedoch die rechtlichen Aspekte des Handels der Südfrüchtehändler vom Comer See. Stolterfoht beschäftigt sich ausführlich mit den verschiedenen Gesellschaftsformen, in denen sich die Italiener organisiert haben, welche Rechte und Pflichten die einzelnen Kompagnons hatten und inwieweit sich diese Organisationsformen im Laufe der Frühen Neuzeit verändert haben. Die zahlreichen, gegebenenfalls auch aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzten Vertragstexte der Kompanien erleichtern dem Leser die Arbeit. Darüber hinaus helfen die Schaubilder, Tabellen und Genealogien, die zum Teil in den Text eingebaut oder in den umfangreichen Anhang aufgenommen sind, die Übersicht zu behalten. Sie sind für Leser mit wirtschafts- oder rechtshistorischem Hintergrund eine Fundgrube.

Stolterfoht betont immer wieder, dass die Südfrüchtehändler während des 30-jährigen Krieges über die Alpen in die Territorien des Heiligen Römischen Reiches einwanderten. Andererseits stellt sie fest, dass die Kriege und Wirtschaftskrisen gegen Endes des 18. Jahrhunderts mit den einhergehenden Missernten (neben anderen Faktoren) schließlich das Ausbleiben bzw. Verschwinden der Südfrüchtehändler bewirkt haben. Dies genauer herauszuarbeiten wird die Aufgabe kommender Arbeiten sein, die sich mit dem Phänomen der italienischen Südfrüchtehändler beschäftigen.

Ein Beitrag von Babette Lang M.A. in Momente 2|2018.

Die Südfrüchtehändler vom Comer See im Südwesten Deutschlands im 17. und 18. Jahrhundert. Untersuchungen zu ihrem Handel und ihrer Handlungsorganisation. Von Thea E. Stolterfoht. Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2017. 725 Seiten, ISBN 978-3-8300-9281-0, 149,80 €

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