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Therese Huber (1764 – 1829) – „Ich will Weisheit tauschen gegen Glück“
Titel Therese Huber (1764 – 1829) – „Ich will Weisheit tauschen gegen Glück“

Mittlerweile zählt Therese Huber, Tochter des Göttinger Bibliothekars Christian Gottlob Heyne, in erster Ehe verheiratet mit dem Weltreisenden und Revolutionär Georg Forster, zu den bekannten Schriftstellerinnen der Goethezeit. Mit einer ausführlichen Biografie würdigt Mascha Riepl-Schmidt das Leben und Wirken dieser außerordentlichen Frau. Stets der Aufklärung verpflichtet hat sie als Übersetzerin, Romanautorin und als eine der ersten Redakteurinnen zum Familieneinkommen beigetragen bzw. später als Witwe ihren Lebensunterhalt verdient.

Etwas missverständlich spricht Riepl-Schmidt vom „bildungsromanhaften Leben Therese Hubers“ (S. 18), denn es geht ihr vor allem darum, Hubers Lebensgeschichte „im Spiegel ihrer eigenen Bildungs- und Erziehungskonzepte und im Widerstand gegen ihr weiblich bestimmtes und vorausbestimmtes Lebensumfeld“ (ebd.) nachzuzeichnen und sie damit als eine emanzipative Autorin zu profilieren. Die Romane und Erzählungen, die Therese Huber den Konventionen der damaligen Zeit folgend unter dem Namen des Ehemannes Ludwig Ferdinand Huber (1764 bis 1804) veröffentlichte, bleiben dabei weitgehend ausgeklammert. Der zweite Teil der Studie, die als Dissertation an der Universität Jena vorgelegt wurde, präsentiert Therese Hubers „Ideen zu einem Töchterinstitut“ (22 Seiten). Riepl-Schmidt hat diesen Entwurf in der Handschriftensammlung der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau gefunden und legt ihn hier nun erstmals 

transkribiert vor. Es handelt sich um einen reformpädagogischen Entwurf, der sich für die Mädchenbildung einsetzt, um gleichberechtigte Partnerinnen heranzubilden. „Also der Zweck meines Erziehungs Plans ist die Töchter für ein beglückendes Familienleben tüchtig zu machen.“ (S. 309) Therese Huber will die Frauen nicht auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter reduzieren – diese Entwicklung hat sich erst in der bürgerlichen Kleinfamilie im 19. Jahrhundert durchgesetzt –, sondern sie plädiert für eine „gleiche Bildung des Geistes und der Sitten“ (S. 313). Entsprechend sieht dann auch der Lehrplan aus: neben Lesen, Schreiben und Französisch auch Erdkunde, Geschichte, Gartenbau, Sport und Musik. Bei den „Ideen zu einem Töchterinstitut“ (1817/18) könnte es sich um eine „vergebliche Vorarbeit zur geplanten Gründung des Königin-Katharina-Stifts in Stuttgart 1818“ (S. 209) handeln.

Ein besonderes Verdienst der Recherchen von Riepl-Schmidt besteht darin, dass sie die von Therese Huber für Cottas „Morgenblatt für gebildete Stände“ bearbeiteten Texte auflistet und von ihren dort erschienenen zahlreichen Fortsetzungsromanen Zusammenfassungen anfertigt. Seit der Gründung 1807 war Huber Beiträgerin für diese Zeitschrift, von 1816 bis 1823 hatte sie den gut bezahlten, einflussreichen Posten einer Redakteurin inne. Für die weitere Forschung zu Therese Huber liefert diese Zusammenstellung viel neues Material, das es auszuwerten gilt, während der biografische erste Teil des Buches eher der Popularisierung dieser Autorin dient.

Ein Beitrag von Dr. Carola Hilmes in Momente 3|2018.

Therese Huber (1764 – 1829) – „Ich will Weisheit tauschen gegen Glück“. Ein Leben als Bildungsroman. Von Mascha Riepl-Schmidt. Frankfurt a. M.: Peter Lang (PL Academic Research) 2016. 627 S. mit 14, teils farbigen Abb., ISBN 978-3-631-49174-4, 105 €

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