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Lena Maurer (1904 bis 1990)
Lena Maurer (1904 bis 1990)

Eine bürgernahe Politikerin

Magdalena Maurer – von der Mannheimer Bevölkerung liebevoll „Lena“ genannt – wird in die sozialdemokratische Arbeiterbewegung hineingeboren. Ihr Vater, der spätere Heidelberger Bürgermeister und Ehrenbürger Josef Amann, zieht 1910 mit der Familie von München nach Mannheim, wo die Sechsjährige die Volksschule und danach eine private Handelsschule besucht. Seit 1922 als Stenokontoristin bei der Unterbadischen Verlagsanstalt, dem Herausgeber der Heidelberger „Volkszeitung“ beschäftigt, wird sie dort 1930 Abteilungsleiterin.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verliert die seit 1924 der SPD angehörende Lena Amann ihre Arbeitsstelle. Um die Existenz ihrer elterlichen Familie zu sichern, betreibt sie ein Lebensmittelgeschäft in Mannheim. Nach ihrer Heirat mit dem Verwaltungsangestellten Daniel Maurer, der zwei Kinder mit in die Ehe bringt, widmet sie sich ab 1937 dem Hausfrauendasein.

1940 wird sie zunächst bei einer Maschinenbaufirma, danach im Büro der Fettschmelze im Mannheimer Schlachthof dienstverpflichtet.

Noch unter dem Eindruck von zwölf Jahren Nazi-Terror unterstützt Lena Maurer nach Kriegsende aktiv den Aufbau eines demokratischen Staatswesens, widmet sich fortan nur noch ihrer politischen Tätigkeit. Seit 1946 im Vorstand der SPD Mannheims, zieht sie 1949 als Nachrückerin für den verstorbenen Abgeordneten Gustav Zimmermann in den württembergisch-badischen Landtag ein.

Nachdem sich bei der Volksabstimmung am 9. Dezember 1951 eine Mehrheit der Wahlberechtigten für die Bildung eines Südweststaats ausspricht, wird Maurer als eine der wenigen Frauen am 9. März 1952 in die Verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Sie hat als eine der Mütter unserer Landesverfassung wichtigen Anteil an der Gründung des neuen Bundeslands Baden-Württemberg. Bis 1968 vertritt sie ihre Heimatstadt als Abgeordnete und fungiert von 1960 bis 1964 als Vorsitzende des Petitionsausschusses. In der nachfolgenden Legislaturperiode ist sie Mitglied des Landtagspräsidiums, des Wirtschafts-, des Sozial- und des Landwirtschaftsausschusses. Unmittelbar nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag 1968 wird sie in den Mannheimer Gemeinderat gewählt, dem sie bereits 1948 bis 1951 angehörte. Seit 1974 verwitwet, beendet sie 1980 ihre politische Laufbahn.

Neben ihrer politischen Tätigkeit ist das soziale Engagement Lena Maurers legendär. Die Bezeichnung „Engel von Schönau“ erhält sie für ihren unermüdlichen Einsatz für die Menschen dieses Mannheimer Arbeiterstadtteils. Walter Krause, ehemaliger baden-württembergischer Innenminister, sagt anlässlich eines Empfangs zu ihrem 75. Geburtstag: „(…) Bürgernähe ist bei Lena Maurer kein Schlagwort. Sie hat ein Beispiel gegeben, wie es heute kaum noch zu finden ist. Wenn Lena Maurer von Wohnungsnot sprach, dann war das kein Ausflug in die Statistik, sondern das leibhaftige Schicksal der Familie Müller (…)“.

Anerkennungen für ihre Arbeit sind das Große Bundesverdienstkreuz, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und der Ehrenring der Stadt Mannheim. Lena Maurer stirbt am 25. Dezember 1990. Posthum wird der Marktplatz in Mannheim-Schönau nach der verdienten Politikerin benannt.


Ein Beitrag von Walter Spannagel in Momente 02|2012.

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