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Mit geschärftem Blick: was Insider empfehlen

Wofür sich diejenigen begeistern, die sich in der Welt der Schlösser, Gärten, Klöster, Kirchen, Burgen und Ruinen im Land auskennen

25 Jahre Magazin Schlösser Baden-Württemberg: Unsere Leserinnen und Leser haben in dieser Zeit viele Namen gelesen. Beispielsweise unter den zahlreichen Beiträgen, die unserer Publikation veröffentlicht wurden. Einige unserer Autorinnen haben wir gebeten, uns und Ihnen zu verraten, welche Orte sie besonders gerne besuchen.

Als Autor konnten wir den Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG), Michael Hörrmann, bislang noch nicht verpflichten. Aber da er alle Monumente (nicht nur) im Land bestens kennt, wollten wir von ihm wissen, was sein Geheimtipp im Sommer ist.

Als sie die ersten Aufsätze für uns schrieb, war Susan Richter Studentin, arbeitete in Schwetzingen als Schlossund Gartenführerin und unternahm im Auftrag der SSG erste kleine Forschungen zur Moschee, zur kurfürstlichen Jagd oder zu den Hofdamenporträts im Schloss. Heute ist die promovierte Historikerin Professorin und vertritt den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit in Heidelberg.

Sandra Eberle und Elena Hahn haben schon häufig Fachbeiträge für uns erarbeitet und konnten die SSG im Rahmen von wissenschaftliche Volontariaten und Projekten kennenlernen. Beide verbringen momentan viel Zeit mit Recherchen für ihre Promotionen. Eberle kennt sich mit den Schlössern in Rastatt (auch mit der frisch sanierten Schlosskirche), Rastatt-Förch und Bruchsal besonders gut aus. Auch die Monumente in Karlsruhe wecken das fachliche Interesse der Kunsthistorikerin. Hahn hat sich intensiv mit den Klöstern Maulbronn, Alpirsbach und Hirsau beschäftigt, weiß aber auch über die wiedereingerichtete Beletage in Schloss Bruchsal bestens Bescheid. Eher im Hintergrund agiert Anja Klün. Die Restauratorin für Möbel und Holzobjekte arbeitet in der Restaurierungswerkstatt in Schloss Ludwigsburg. Ihr breit gefächertes Aufgabenspektrum hat nur ein Ziel: die Erhaltung der württembergischen Objektbestände, des Kunstguts der SSG. Sie gewährt uns einen kleinen Blick in ihre verantwortungsvolle Tätigkeit.

Dr. Katharina Küster-Heise geht in Schloss Ludwigsburg ein und aus, obwohl sie nicht für die SSG, sondern fürs Landesmuseum Württemberg arbeitet. Unseren Leserinnen und Lesern ist sie als Autorin unserer Reihe über das Keramikmuseum bekannt, für das die Kuratorin für Kunsthandwerk von der Renaissance bis zum Biedermeier u. a. zuständig ist. Sie stellt uns ein Kunstkammerstück aus dem Alten Schloss in Stuttgart vor.


Michael Hörrmann

Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden- Württemberg, begeistert sich als Historiker für Kloster und Schloss Salem.

Der Honigschlecker aus dem Salemer Münster
Der Honigschlecker aus dem Salemer Münster

Schätze aus vielen Jahrhunderten

Mein liebstes historisches Monument – da fällt mir die Wahl schwer. Denn eigentlich begeistern sie mich alle, jedes der 60 Monumente hat etwas, was seinen besonderen Reiz ausmacht.

Aber wenn ich mich schon entscheiden muss: Salem, Kloster und Schloss, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Das einstige Zisterzienserkloster ist so reich an Sehenswertem und an Geschichten, es birgt Schätze vom Mittelalter bis zum Ende der Barockzeit und ist ein Ort von enormer geschichtlicher Bedeutung. Salem spricht mich denn auch als Historiker ebenso an wie als Augenmensch und Genießer.

Dazu kommt noch die Schönheit der Umgebung, die Einbettung in die Landschaft des Linzgaus, die Nähe des Bodensees: Salem löst einfach immer auch ein kleines Urlaubsglück aus.


Sandra Eberle

Sandra Eberle hat Kunst- und Baugeschichte studiert. Derzeit arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit, veröffentlicht Fachbeiträge als freie Kunsthistorikerin und arbeitet seit Jahren freiberuflich für die SSG. Sie entführt uns nach Rastatt-Förch.

Rastatt-Förch: Schloss Favorite, Sala Terrena
Rastatt-Förch: Schloss Favorite, Sala Terrena

Barocke Fülle für Entdecker

Ein ganz besonderer Ort ist für mich das barocke Lustschloss Favorite in Rastatt- Förch. Die Fülle der Details im Innern ist einfach beeindruckend: Liebevoll bemalte blauweiße Fliesen durchziehen das Gebäude, 300 Jahre alte, aufwendig bestickte Textilien und wunderbare glänzende Böden aus Stuckmarmor bestimmen die elegante und noch immer sehr authentische Atmosphäre. An Decken und Wänden, Kaminen und Möbeln machen sich Chinesenfiguren und andere asiatische Motive breit. Man bemerkt bei jedem Besuch etwas Neues! Auch in der Porzellansammlung: Erst angesichts der chinesischen und frühen Meißener Stücke habe ich vor Jahren entdeckt, wie faszinierend historisches Porzellan sein kann.

Nicht versäumen sollte man auch die hervorragenden leichten Torten im Schlosscafé und natürlich den Spaziergang im Park. Bei gutem Wetter wird er von Menschen aller Altersgruppen bevölkert – aber sicher nicht alle ahnen, was sich hinter den kieselsteinverkleideten Fassaden des Schlösschens verbirgt: eine andere Welt, in die es sich immer wieder einzutauchen lohnt.


Prof. Dr. Susan Richter

Prof. Dr. Susan Richter vertritt den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit am Historischen Seminar Heidelberg. Ihr Tipp: der Schlossgarten Schwetzingen.

Tempel des Apoll, Schlossgarten Schwetzingen
Tempel des Apoll, Schlossgarten Schwetzingen

Tempel des Apoll als zentraler Punkt

„Hier zeig ich ihnen meine Welt. Diß Plätzchen hab ich mir längst zum Liebling ausgesucht. Wie schön ists`s hier...“ - Diese Worte lässt Friedrich Schiller die Königin in der Erstfassung des „Don Carlos“, dem sogenannten Thalia-Fragment, bei einem Spaziergang durch die berühmten Gärten von Aranjuez zu Marquis von Posa sagen. Diese Worte gelten auch für mich, was den Schlossgarten von Schwetzingen angeht. Als Schiller 1785 den „Don Carlos“ schrieb, transportierte er die aktuelle Debatte um die repräsentative Eleganz des französischen Formalgartens und der Freiheit des englischen Gartens in das Spanien des 16. Jahrhunderts. Jedes Mal, wenn ich im Schwetzinger Garten bin, fallen mir die Worte aus Don Carlos ein. 

Noch konkreter werden sie, wenn ich zum Tempel des Apoll steige. Hier richtet sich der Blick nach der einen Seite in den Orangeriegarten und ins Naturtheater, streng im Geist französischer Symmetrie gehalten. Nach der anderen Seite dehnt sich hingegen „freie Landschaft“, mit natürlicher Perspektive, Baumgruppen und Sträuchern in zwangloser Gruppierung, scheinbar, ohne in eine Form gepresst zu werden. Der Tempel des Apoll trennt den französischen und den englischen Teil in Schwetzingen.

Der Schlossgarten in Schwetzingen spiegelt wie kaum ein anderer einen Übergang von Gartenstilen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Debatten im 18. Jahrhundert wider. Deshalb fasziniert er mich schon sehr lange.


Dr. Katharina Küster-Heise

Dr. Katharina Küster-Heise lockt Sie ins Alte Schloss in Stuttgart. Sie arbeitet als Kuratorin für Kunsthandwerk von der Renaissance bis zum Biedermeier im Landesmuseum Württemberg.

Schneckenpokal aus der Kunstkammer im Alten Schloss Stuttgart
Schneckenpokal aus der Kunstkammer im
Alten Schloss Stuttgart

Exquisites Beispiel der Tafelkultur

Ich stelle Ihnen ein Beispiel der Tafelkultur aus der neu eingerichteten Sammlung der Kunst- und Wunderkammer der Herzöge von Württemberg des Landesmuseums im Alten Schloss in Stuttgart vor. Ein Pokal, der Wunder der Natur mit exquisiter Goldschmiedearbeit vereint. Schon in Inventaren vom Anfang des 18. Jahrhunderts heißt es: „Ein überaus schöner Trinkgeschirr von einer großen Perlmutterschneck…“ Über einem Drachenfuss, dessen Körper durch eine Fingerschnecke geformt ist, stellt ein Meeressatyr mit doppeltem Fischschwanz den Schaft dar, er hält mit seiner Rechten eine Turboschnecke, die die Kuppa bildet. Die montierte Arbeit wird durch eine Spange in Form einer Schlange mit Akanthuslaubwerk und Maske mit dem Satyrfuß verbunden.

Meisterlich wurde die den Drachenkörper bildende Schnecke mit einem Drachenkopf versehen, dessen Maul zum Feuerspeien aufgerissen ist. Fast meint man, den Feuerschwall assoziieren zu können. Der Meeressatyr könnte diese Aktion ausgelöst haben, zieht er doch auf ihm reitend den Drachenschwanz in die Höhe. Das Zusammentreffen von Fabelwesen und mythologischen Figuren konnte die Konversation bei Tisch beflügeln und zu Fantasien anregen.


Elena Hahn

Elena Hahn arbeitet freiberuflich als Kunsthistorikerin. Derzeit beschäftigt sie ihre Doktorarbeit über adelige Selbstdarstellung im Spätmittelalter. Aber ihre Empfehlung gilt keiner Burg, sondern der Klosterkirche Alpirsbach.

Marienaltar aus der Alpirsbacher Klosterkirche
Marienaltar aus der Alpirsbacher Klosterkirche

Wichtiges Zeugnis aus der Spätgotik

Der zwischen 1483 und 1520 entstandene Marienaltar in der Alpirsbacher Klosterkirche fordert einen auf, genau hinzuschauen. Denn sein Effekt liegt gerade nicht in einer überwältigenden Farbwirkung. Vielmehr muss man sich Zeit nehmen, seine fein beschnitzten Oberflächen und das perfekte Zusammenspiel der holzsichtigen Figuren mit den brauntonigen Malereien zu entdecken.

Der von Nikolaus Weckmann und seiner Ulmer Werkstatt geschaffene Altar stammt aus einer Zeit des tiefgreifenden künstlerischen Wandels. Die wenige Jahrzehnte zuvor aufgekommene Druckgrafik beschleunigte den europaweiten Austausch von Bildideen in ungekanntem Ausmaß. Der spätgotische Marienaltar erzählt aber auch vom gewaltigen geistesgeschichtlichen Umbruch im Umfeld der Reformation und seinen Folgen. Dass er bis heute mit den Spuren seiner langen Geschichte als Teil des kirchlichen Lebens in Alpirsbach ist, ist deswegen umso bemerkenswerter.


Anja Klün

Anja Klün ist Restauratorin für Möbel und Holzobjekte mit veredelten Oberflächen. Sie arbeitet in der Restaurierungswerkstatt der Staatlichen Schlösser und Gärten mit Sitz in Schloss Ludwigsburg.

Kabinettschrank von Johannes Klinckerfuß aus Schloss Ludwigsburg
Kabinettschrank von Johannes Klinckerfuß
aus Schloss Ludwigsburg

Fantastische Handwerkskunst

Neben der künstlerischen Gestaltung eines Möbels faszinieren mich ganz besonders die Qualität der handwerklichen Ausführung sowie die verwendeten Materialien. Um dieses beurteilen zu können, inspiziere ich die Möbel auch von innen ganz genau und begutachte dabei die von außen nicht sichtbaren Konstruktionsdetails und Oberflächen.

Im Bestand von Schloss Ludwigsburg befindet sich ein Schreibschrankpaar, das vom damaligen Leiter der Kabinettschreinerei Johannes Klinckerfuß im Jahr 1808 für das neue Schreibzimmer des Königs angefertigt wurde. Die Perfektion dieser Möbel beeindruckt mich zutiefst. Der Künstler zeigt sein Können in absoluter Meisterschaft. Details, wie die mit hauchfeinen Blockintarsien eingefassten Maserfurnierfelder auf den Schubladenfronten, die minimalistisch gezinkten Eckverbindungen der Schubkästen im Schreibfach oder die unterseitig profilierten Rahmenkanten des Schrankbodens, die nun wirklich niemand sieht, weisen diese Objekte als Beispiele fantastischer Handwerkskunst aus. Aus diesem Grund zeige ich diese Stücke auch gerne angehenden Schreinern und freue mich immer wieder über das Erstaunen und die Begeisterung, die diese Möbel auslösen.

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