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AUSSTELLUNG ÜBER DIE SCHWABEN

STUTTGART. Schwaben? Der Versuch, diesem Begriff Gestalt zu geben, gleicht der Quadratur des Kreises. In der Großen Landesausstellung „Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke“ unternehmen die Verantwortlichen des Landesmuseums Württemberg den Versuch einer Annäherung. Bis zum 23. April werden im Stuttgarter Alten Schloss auf 1300 Quadratmetern etwa 300 Kunstwerke und Objekte der Alltagskultur, darunter 150 nationale und internationale Leihgaben, präsentiert.

Die Frage, wo Schwaben denn genau liegt, ist nur zu beantworten, wenn konkret ein Zeitfenster vorgegeben ist. Denn es umfasste zu jeder Epoche ein anderes Gebiet.

Um Spätzle, Brezeln und Erfindergeist, um Klischees, die sich um „den Schwaben“ ranken, geht es im Bereich der Mentalitätsgeschichte. Bekannte Geistesgrößen und schwäbische Marken grüßen im Eingangsbereich der Ausstellung, der als großes Panorama gestaltet ist, die Besucherinnen und Besucher. Es gibt einen Audioguide auf Schwäbisch. Ein schwäbisches Sprachlabor widmet sich dem Dialekt und beweist, dass Worte sich bei der Wanderung durch das Land wandeln. Der Schwäbische Dialekt entstand wohl im 13. Jahrhundert. Die Staufer, sie sprachen noch mittelhochdeutsch. Die Herrscherdynastie nimmt in der Großen Landesausstellung einen wichtigen Platz ein. Zu den wertvollen Exponaten der Schau gehört das berühmte Barbarossa-Bild der Weingartener Welfenchronik, eines der wichtigsten Herrscherbildnisse des Mittelalters.

Ein bedeutender Ort für die Schwabenherzöge war Ulm, an der Kreuzung lukrativer Handelsstraßen gelegen. Die Stadt stieg zur Stauferzeit zur Reichsstadt auf, führte im Spätmittelalter den Schwäbischen Städtebund an und wurde zum wirtschaftlichen und künstlerischen Zentrum Schwabens. Der Bau des Münsters geriet zum Renommierobjekt. Mit der Reformation fand die Prachtentfaltung ein jähes Ende.

In der frühen Neuzeit gehörte die Reichstadt Augsburg zu den bedeutenden Handels- und Kunstmetropolen Schwabens, war ein Zentrum des Kunsthandwerks. Die engen Beziehungen zu den Habsburger Kaisern Maximilian I. und Karl V. beflügelten die Entwicklung der Stadt. Zu den besonderen Ausstellungsstücken gehört unter anderem der Trauerhelm Kaiser Karls V. aus dem Augsburger Dom. 1559 aus vergoldetem Stahl von Anton Pfeffenhauser für die Totenfeier angefertigt.

Nicht vorbei kommen die Ausstellungsmacherinnen und – macher an den großen Dichtern und Denkern aus Schwaben. Viele der Geistesgrößen studierten am Tübinger Evangelischen Stift oder wie Friedrich Schiller an der von Herzog Carl Eugen von Württemberg gegründeten Hohen Carlsschule in Stuttgart. Ein Porträt Schillers, der 1782 aus der Residenzstadt am Neckar flüchtete, ist in der Präsentation zu sehen. Gemalt von Anton Graff.

Um alle Details der Schwaben-Ausstellung zu würdigen, reicht ein Besuch vermutlich nicht aus. Ein reiches Rahmenprogramm ergänzt die Präsentation und speziell für Kinder ab vier Jahren finden sich bis 30. Juli „Die 7 SuperSchwaben. Helden und Erfinder im Jungen Schloss“.

Ein Beitrag von Barbara Erbsen-Haim in voller Länge in Schlösser 1|2017.

SERVICE

„Die Schwaben. Zwischen Mythos & Marke“ bis zum 23. April im Stuttgarter Alten Schloss, im Landesmuseum Württemberg.

Öffnungszeiten: Di - So 10 bis 17 Uhr, Mo geschlossen (außer an Feiertagen).

www.schwaben-stuttgart.de

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