− Anzeige −
− Anzeige −
Der Meister von Messkirch

STUTTGART. Der „Meister von Messkirch“ zählt zu den prägenden Malern der frühen Neuzeit in Deutschland. Die Staatsgalerie Stuttgart hat sich an die erste monografische Ausstellung zum Werk des Künstlers überhaupt herangewagt. Die Präsentation „Der Meister von Messkirch. Katholische Pracht in der Reformationszeit“, die bis 2. April zu sehen ist, hat die Auseinandersetzung mit dem gesamten Schaffen des Meisters zum Ziel. Es umfasst Porträts, Epitaphien, Andachts- und Altarbilder von hoher Qualität. Annähernd 200 Exponate – Tafelbilder und Zeichnungen - viele davon aus Museen in Europa, den USA sowie aus Privatsammlungen, werden im Rahmen der Landesausstellung zusammengeführt.

Die Staatsgalerie besitzt selbst einen bedeutenden Bestand von Arbeiten des Meisters von Messkirch. So zwei Tafeln, die ursprünglich als Drehflügel zum Falkensteiner Altar gehörten, fünf Flügelbilder der Nebenaltäre aus St. Martin in Messkirch sowie den vor wenigen Jahren mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung erworbene Wildensteiner Altar.

Die Schau soll, so Dr. Elsbeth Wiemann, verantwortliche Kuratorin und Konservatorin für Altdeutsche und Niederländische Malerei an der Staatsgalerie Stuttgart, „ein neues Bewusstsein für die entwicklungsgeschichtliche Bedeutung des Meisters von Messkirch zu wecken, der nicht nur zu den frühesten Malern der Katholischen Reform zählt, sondern auch in seinen Bildtafeln all jene Gestaltungsmittel vorwegnimmt, die charakteristisch für die spätere gegenreformatorische Kunst im Zeitalter der Konfessionalisierung werden sollte.“

Ein Höhepunkt der Landesausstellung ist die dem ursprünglichen Zustand angenäherte Rekonstruktion des Altarzyklus von St. Martin in Messkirch. Zwischen 1535 und 1540 entstand das Ensemble aus Hauptaltar und elf Nebenaltären. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gesamtkunstwerk in Einzeltafeln zersägt und verkauft, weil eine neue, zeitgemäße Ausstattung gewünscht war. Dadurch ging rund ein Drittel des Meisterwerks unwiederbringlich verloren. Dennoch gibt die Rekonstruktion einen Eindruck davon, welche Bilderfülle einst auf den Betrachter einwirkte. In Auftrag gegeben hatte den Altar Graf Gottfried Werner von Zimmern. Er war „altgläubig“ geblieben und setzte mit dem Neubau der Stiftskirche St. Marin in Messkirch ein Zeichen.

Das Thema Reformation wird in der Ausstellung mit dem sogenannten Gothaer Tafelaltar aus der Werkstatt des Heinrich Füllmaurer greifbar. Das Schlüsselwerk reformatorischer Bildikonografie kann dank der Kooperation der Staatsgalerie mit der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha präsentiert werden. Mit 160 Einzeldarstellungen gilt der Altar als bilderreichstes Werk der altdeutschen Tafelmalerei. Füllmaurer hat ihn um 1538 für Herzog Ulrich von Württemberg, ein führender Kopf der Reformation im deutschen Südwesten, geschaffen.

Auch wenn ein direktes Konkurrenzverhältnis zwischen dem württembergischen Herzog und dem Messkircher Grafen eher unwahrscheinlich sei, könne der Gothaer Altar gleichwohl als protestantische Antwort auf die anspruchsvolle Ausstattungskampagne von St. Martin verstanden werden, so die Kuratorin Wiemann.

Ein Beitrag von Barbara Erbsen-Haim in voller Länge in Schlösser 1|2018.

SERVICE

Staatsgalerie Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 30, 70173 Stuttgart
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr. Montags geschlossen.
Tel. 0711.4 70 40-0
info(at)staatsgalerie.de
www.staatsgalerie.de

− Anzeige −

Schlösser-Newsletter

Informieren Sie sich auch zwischen den Ausgaben über Interessantes aus der Schlösser-Welt des Landes. Mit dem Schlösser-Newsletter.

Gleich anmelden

Feiern Sie mit!

Wir feiern 25 Jahre Schlösser-Magazin! Alle Neuigkeiten und Aktionen im Jubiläumsjahr finden Sie hier.

Soziale Medien

Hashtag AgenturBW

Folgen Sie uns unter dem Hashtag #SchlösserBW bei Facebook und Twitter.

Auf der Suche nach Geschenken?

Mit den Geschenkabos Schlösser und Momente können Sie nicht nur anderen eine Freude bereiten, sondern sich auch selbst beschenken!

Titelbilder von Schlösser

Weitere Aboangebote

− Anzeige −