Schloss Neuenbürg erleben

NEUENBÜRG. Malerisch eingebettet zwischen den Höhenzügen des Nordschwarzwalds liegt die Stadt Neuenbürg bei Pforzheim. Im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, prägen noch heute historische Gebäude das Stadtbild. Auf dem bereits von weitem gut sichtbaren Schlossberg erhebt sich das gleichnamige Schloss.

Die erste Burganlage im Westen (Neue Burg) des bewaldeten und fruchtbaren Umlaufbergs der Enz geht auf den sogenannten „Neuenbürger Waldgang“ der Grafen von Vaihingen, später Calw-Vaihingen im 11./12. Jahrhundert zurück. Strategisch günstig gelegen, ließ sich das Umland von dieser mit Graben und Ringmauer befestigten Anlage gut erschließen und verteidigen. Ein reiches Eisenerzvorkommen mag ebenfalls die weitere Besiedlung des Enz-Nagold-Gebietes gefördert haben.

Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert wechselte die Neue Burg mehrfach den Besitzer. Schließlich ging 1321 die Liegenschaft in den Besitz der Württemberger über, die in der Burg einen Amtssitz für die Stadt und fünf Dörfer einrichteten. Die Neue Burg gewann nun zunehmend an Bedeutung, sodass ein Erweiterungsbau notwendig wurde. Es entstand die Hintere Burg im Osten, die heutige Burgruine. Während die von den württembergischen Grafen eingesetzten Obervögte ihren Amts-und Wohnsitz in der Neuen Burg (Vordere Burg) behielten, war die Hintere Burg ihren Amtsvertretern, den Untervögten vorbehalten.

Im 16. Jahrhundert begann unter Herzog Christoph von Württemberg der Um-bzw. Neubau des Schlosses in der Absicht, Schloss Neuenbürg dauerhaft als Residenz der herzoglichen Familie zu nutzen. Doch der 30-jährige Krieg hatte auch in Neuenbürg und im Schloss verheerenden Schaden angerichtet. Ein Brand im Nordflügel und die Belagerung durch Soldaten machte erneut umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Auf den noch sichtbaren Resten des mittelalterlichen Vorgängerbaus entstand – unter den württembergischen Herzögen Magnus und Ulrich bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts - die heutige Schlossanlage. Mit dem Prunkportal im Westen wurden 1658 die Arbeiten abgeschlossen.

Die Hintere Burg wurde im späten 16. Jahrhundert ebenfalls größeren Baumaßnahmen unterzogen. Hier entstand aus dem einstigen Amtssitz der Untervögte ein unterkellerter Fruchtkasten für die Fürstenfamilie. Noch heute sind an der Südseite die Ladeluken zu erkennen, durch die sich die Güter ins Innere befördern ließen.

Zwischen der Hinteren Burg und dem Renaissanceschloss liegt der umfriedete Schlossgarten. Er geht auf die Initiative Herzogs Ulrich von Württemberg zurück, der die einstige Bergkuppe einebnen und 1655 mit einer Mauer umfassen ließ. In den noch vorhandenen Nischen waren vermutlich Skulpturen vorgesehen. Den Auftrag für die Einebnung der Bergkuppe und die Errichtung einer Wasserleitung erhielt Baumeister Heinrich Schickhardt. Das durch die Abtragung gewonnene Baumaterial konnte um 1633 wiederum für den Schlossbau verwendet werden.

Schloss Neuenbürg gehört zu den herausragenden Baudenkmalen des deutschen Südwestens und seit 2010 zu den Top Ten der Highlights der Region. Seit 2001 befindet sich im Schloss auch ein vielbeachtetes Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums. Sein Herzstück ist die deutschlandweit einzigartige, multimediale Märcheninstallation „Das Kalte Herz“ von Wilhelm Hauff.

In Schloss Neuenbürg wird vom 6. Mai bis zum 11. November 2018 die Sonderausstellung „Faszination Drachen. Mythen Märchen Heldensagen“ mit umfangreichem Rahmenprogramm gezeigt.

Ein Beitrag von Jacqueline Maltzahn-Redling in voller Länge in Schlösser 2|2018.

SERVICE

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag von 13 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.
Öffentliche Führungen am 13. Mai, 15 Uhr; 10. Juni, 11 Uhr; 8. Juli, 11 Uhr.
Führungen auf Anfrage unter
info(at)schloss-neuenbuerg.de oder Tel. 07082/792860
www.schloss-neuenbuerg.de

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