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Soldaten auf Porzellan

MANNHEIM. Dekorative Blüten, Streublümchen, Tiere, Darstellungen aus der höfischen Welt - derartige Bemalungen auf Porzellan des 18. Jahrhunderts sind uns wohlvertraut. Aber kriegerische Auseinandersetzungen, Szenen aus dem Soldatenleben? Die Sonderausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen „Von Pulverdampf und Schlachtidyll. Weißes Gold aus der Frankenthaler Manufaktur“ zeigt vom 1. September bis zum 2. Dezember im Zeughaus ein 43-teiliges, vollständig erhaltenes Bataillen-Service, entstanden um 1766.

Bataillen – Schlachtenszenen auf Porzellan? Auf der großen Kaffeekanne gibt der Maler Christian Heinrich Winterstein die Situation eines Nahkampfs wider. Zu sehen ist unter anderem ein den Säbel schwingender Orientale mit Turban, dessen hochsteigendes Pferd eine Felldecke trägt. Seine ebenfalls bewaffneten Kontrahenten sind mit Brustharnischen, Dreispitz und Stulpenstiefeln dargestellt. Links im Vordergrund findet sich ein lebloses Pferd. Wie eine Brandmarke ist auf der Flanke des Tiers die Signatur Wintersteins angebracht. Er hat sich vermutlich von einer Radierung Jean Moyreaus - „La Défaite des Sarazins“ - die Niederlage der Sarazenen, 1745 entstanden, zu diesem Motiv inspirieren lassen. Neben Szenen mit Reiterkämpfen wird auf den einzelnen Stücken des Services das Soldatendasein bildlich beschrieben, Erschreckendes und Alltägliches. Auf einer Teetasse beispielsweise werden Soldaten beim Entfachen eines Feuers abgebildet.

„Der Krieg im Barockzeitalter war allgegenwärtig und betraf die gesamte Bevölkerung. Er nahm Einfluss auf fast alle Bereiche des Lebens und damit ebenso auf die Kunst, die Literatur sowie die Musik,“ erklärt der Kunsthistoriker Andreas Krock. So zeigt die Mannheimer Ausstellung, dass Exponate aus Porzellan nicht nur kostbare Schaustücke sind, sondern auch als Spiegel ihrer Entstehungszeit anzusehen sind. Gemälde, Möbel und Waffen stellen das Service im Zeughaus in seinen historischen Kontext.

Das 43-teilige Service gehört zu den wertvollsten Produkten, die jemals in der Frankenthaler Manufaktur gefertigt wurden. Es kam vor zwei Jahren als Geschenk von Traudl Engelhorn-Vechiatto an die Reiss-Engelhorn-Museen und steht jetzt erstmals im Fokus einer Ausstellung. Dass ein Service dieser Größe komplett und unbeschadet die Jahrhunderte überdauert hat, ist eine absolute Seltenheit.

Ein Beitrag von Barbara Erbsen-Haim in voller Länge in Schlösser 3|2018.

SERVICE

Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus C5, 68159 Mannheim

Öffnungszeiten:
Die Ausstellung ist während der Sommerpause bis zum 31. 8. geschlossen. Danach Dienstag bis Sonntag und feiertags von 11 bis 18 Uhr zugänglich.

Info: Tel. 0621-293-3771
www.rem-mannheim.de

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