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DIE SCHÖNE CLAUDINE

KIRCHHEIM. Eine schöne junge Frau mit rosigen Wangen und Blüten im braunen, hochgesteckten Haar. Ihr Blick ist verträumt, die Kleidung elegant. Es zeigt die 18 Jahre alte Gräfin Claudine Rhédey von Kis Rhéde (1813 – 1841). Das Gemälde der Schönheit konnte von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg kürzlich erworben werden. Es wird ist jetzt im Sommersalon des Schlosses Kirchheim zu sehen sein. Denn Claudine war mit Prinz Alexander von Württemberg (1804 – 1885) aus der Seitenlinie Teck verheiratet. Das Paar verband eine dramatische Liebesgeschichte, die durch das Tagebuch der jung gestorbenen Gräfin nachvollziehbar wird. Es gehört zu den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart und umfasst vor allem die Jahre 1833 bis 1839.

Der österreichische Maler Johann Nepomuk Ender hatte das elegante Porträt 1831 gefertigt. Ein Jahr, bevor Alexander von Württemberg die junge Claudine kennengelernt hatte. Die zuständige Konservatorin, die Kunsthistorikerin Patricia Peschel, entdeckte das Bildnis im Kunsthandel. Sie konnte die porträtierte Schönheit identifizieren, denn von dem Gemälde gibt es ein Foto aus einem Auktionskatalog von 1905, das im Archiv des Hauses Windsor aufbewahrt wird. Versehen mit dem Schriftzug „meine Großmutter väterlicherseits“, der von Queen Mary stammt. Peschel steht daher auch in Kontakt mit der Royal Collection und dem Archiv des Hauses Windsor.

Wie und wo lernten sich Claudine und Alexander kennen? Der in Pawlowsk bei St. Petersburg geborene Prinz, Sohn des Herzogs Ludwig von Württemberg und seiner Gemahlin Henriette, war in jungen Jahren mit Eltern und Geschwistern nach Kirchheim gekommen. Er entschied sich für eine militärische Laufbahn, trat zunächst in die württembergische Armee ein und stand später in österreichischen Diensten. In Wien traf er die umschwärmte siebenbürgisch-ungarische Gräfin Claudine Rhédey von Kis Rhéde. Sie schildert in ihrem Tagebuch das erste zufällige Zusammentreffen bei einem Ausritt im Jahr 1832.

Das junge Paar hatte sich unsterblich ineinander verliebt, beide sollten zusammenkommen, doch nicht ohne Hindernisse. Die Braut, aus niederem Adel stammend, war für die Familie des Bräutigams, der verwandt war mit dem württembergischen König, nicht ebenbürtig. Beide heirateten dennoch 1935.

Claudine starb nach nur wenigen Ehejahren unter dramatischen Umständen. Dazu Konservatorin Peschel: „Sie wollte Alexander bei einer Truppenübung überraschen, wurde hierbei aber von Reitern übersehen und durch einen Pferdetritt verletzt. Die mit dem vierten Kind schwangere Gräfin erlitt eine Fehlgeburt, an deren Folgen sie am 1. Oktober 1841 verstarb.“ Sie wurde in der Gruft ihrer ungarischen Familie in Erdőszentgyörgy (im heutigen Rumänien) bestattet.

Ein Beitrag von Barbara Erbsen-Haim in voller Länge in Schlösser 4|2017.

SERVICE

Schloss Kirchheim unter Teck ist bis zum 1. November Mittwoch und Samstag von 14 bis 17 Uhr zugänglich, an Sonn- und Feiertagen von 13.30 bis 17.30 Uhr. Danach erst wieder ab 1. Mai geöffnet.

www.schloss-kirchheim.de

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