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Leseprobe Schlösser 2|2019
Mit diesen Schachfiguren spielte Herzog Carl Eugen von Württemberg (Foto: Landesmuseum Württemberg, Hendrik Zwietasch)

Herzog Carl Eugens Schachspiel

STUTTGART. Es gilt als königliches Spiel: Das Schachspiel. Herzog Carl Eugen von Württemberg, prachtliebender Landesherr im 18. Jahrhundert, liebte das strategische Brettspiel. Seit März sind im Alten Schloss Stuttgart 32 Spielfiguren aus dem Besitz des einstigen Herrschers ausgestellt. Das Landesmuseum Württemberg konnte die besonderen Stücke kürzlich erwerben.

Von Matthias Ohm und Katharina Küster-Heise

Schachspiele aus kostbaren Materialien wie Ebenholz, Elfenbein, Perlmutt, Silber und Bernstein lassen sich seit dem 16. Jahrhundert in fürstlichen Kunst- und Wunderkammern nachweisen. Ihre große Wertschätzung an den Höfen spiegelt das hohe Prestige des Schachspiels wieder, das die Fähigkeit des Herrschers zum strategischen Denken demonstrierte und somit auf eine Eignung als guter Landesvater verwies.

Das Spiel des württembergischen Herzogs Carl Eugen (1728–1793), diente nicht der Repräsentation, sondern war zum persönlichen Vergnügen bestimmt. Darauf weisen die starken Nutzungsspuren und wiederholten Reparaturen hin. Andererseits lässt es sich auch in den Inventaren von Gegenständen aus seinem persönlichen Besitz nachweisen, die kurz nach seinem Tod erstellt wurden.

Zudem sind die Figuren in mehreren Verzeichnissen erwähnt. Als der 13-jährige Carl Eugen im Jahr 1741 zur Erziehung an den Hof Friedrichs II. von Preußen nach Berlin reiste, nahm er viele wertvolle Gebrauchsgegenstände mit. Darunter war auch ein „Schachspiel von allerhand Steinen“, also Schachfiguren aus unterschiedlichen Halbedelsteinen. Als Carl Eugen im Jahr 1793 starb, hatten ihn die Figuren ein Leben lang begleitet. In der Auflistung seines Besitzes, die bald nach seinem Tod angelegt wurde, ist auch „ein Schachspiel in rothem Futteral von allerhand gefärbten Steinen erwähnt“. Kurz darauf wurden Teile seines Erbes zum Verkauf freigegeben, darunter auch dieses Schachspiel, das Anfang des 19. Jahrhunderts in niederländischen Adelsbesitz gelangte. Im letzten Sommer konnte das Landesmuseum Württemberg die Figuren zusammen mit ihrem Etui erwerben.

Sie werden in der Dauerausstellung „Legendäre Meisterwerke“ im zweiten Obergeschoss des Alten Schlosses präsentiert.

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