− Anzeige −
− Anzeige −
Leseprobe Schlösser 4|2016
König Friedrich I. von Württemberg. Gemälde von Johann Baptist Seele (Foto: SSG)
König Friedrich I. von Württemberg. Gemälde von Johann Baptist Seele (Foto: SSG)

König Friedrich I. starb vor 200 Jahren

STUTTGART. König Friedrich I. von Württemberg am starb völlig unerwartet am 30. Oktober 1816 im Alter von knapp 62 Jahren in Stuttgart. Eine Woche zuvor war er zwei Mal nach Cannstatt gefahren, um dort ausgegrabene fossile Mammutszähne zu betrachten. Danach litt er zunächst unter Schnupfen und Heiserkeit, dann an einem Katarrh mit starken Brustkrämpfen und Fieber, die zu seinem Tod führten.

Von Catharina Raible

In seinem Nachruf wurde Friedrich als ein tatkräftiger Monarch gerühmt. So hatte er sich unter anderem durch die „Erweiterung des botanischen Gartens“ und die „Begründung des Klinikums“ um das „Fortblühen der Universität Tübingen“ bemüht. Für die katholischen Untertanen stiftete der protestantische Fürst in Ellwangen eine theologische Fakultät mit Priesterseminar. Die „Hauptstraßen des Königreichs wurden „zu den vorzüglichsten Chausseen“ ausgebaut. Auch die „Ludwigsburger Porzellan-Fabrik“, die „Ergiebigkeit der Salzwerke in Hall“ oder „das Anpflanzen von Obst Bäumen“ förderte Friedrich. Ebenso wie die Vergrößerung der Hauptstadt Stuttgart, den Ausbau des dortigen Neuen Schlosses und die Modernisierung der Gärten und Schlösser Ludwigsburg und Monrepos.

Durch politisches Geschick und Hartnäckigkeit war es Friedrich vor allem gelungen, die Interessen Württembergs gegenüber den Großmächten Frankreich, Russland, Österreich, England und den Nachbarstaaten Bayern und Baden zu wahren und seinen Einflussbereich beträchtlich zu mehren. So war Württemberg von einem Herzogtum mit 600.000 Menschen auf rund 9.500 Quadratkilometern zu einem Königreich mit 1.350.000 Menschen auf etwa 19.500 Quadratkilometern aufgestiegen. Bis heute gehen weite Teile der Landesgrenzen Baden-Württembergs auf seine Regierungszeit zurück.

Mit großem Elan hatte Friedrich im Alter von 43 Jahren als Herzog Friedrich II. die Regierungsgeschäfte von seinem Vater übernommen. Wenige Monate zuvor hatte er die englische Kronprinzessin Charlotte Mathilde geheiratet, die ihn als neue Landesmutter unterstützte und sich liebevoll um ihre drei Stiefkinder Wilhelm, Katharina und Paul kümmerte. Seine erste Ehe mit Prinzessin Auguste Karoline von Braunschweig war gescheitert.

Friedrichs unnachgiebige Art dürfte in Zeiten ständiger kriegerischer Auseinandersetzungen und grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen von Vorteil gewesen sein, um sich auf politischer Ebene zu behaupten. Zwar konnte er das Vordringen französischer oder österreichischer Truppen nicht verhindern, doch erreichte er beim Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 als Kompensation für den Verlust seiner linksrheinischen Gebiete wie Mömpelgard (heute Montbéliard) die Rangerhöhung zum Kurfürsten. Wenig später, als ihn der französische Kaiser Napoleon in eine militärische Allianz zwang, gelang ihm durch geschicktes Verhandeln nicht nur der Aufstieg zum König, sondern auch die deutliche Vergrößerung seines Reiches. Als König von Württemberg kümmerte sich „Fridericus Rex“ ab 1. Januar 1806 um die Vereinheitlichung der neuen und alten Landesteile, erneuerte die Verwaltungsstrukturen und beschränkte – zur deren Leidwesen – den Einfluss der Landstände. Er musste aber auch dem Rheinbund beitreten und gegen Russland, Österreich und Preußen in den Krieg ziehen. Erst nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug wechselte Friedrich die Seiten und kämpfte bis zu dessen Kapitulation im Jahr 1814 in den Befreiungskriegen gegen die Franzosen. 

Im Anschluss nahm Friedrich am Wiener Kongress teil, wo über die Zukunft Europas entschieden wurde und erreichte tatsächlich, dass Württemberg die unter Napoleon erhaltenen Gebiete und den Königstitel behalten durfte.

− Anzeige −

Schlösser-Newsletter

Informieren Sie sich auch zwischen den Ausgaben über Interessantes aus der Schlösser-Welt des Landes. Mit dem Schlösser-Newsletter.

Gleich anmelden

Soziale Medien

Hashtag AgenturBW

Folgen Sie uns unter dem Hashtag #SchlösserBW bei Facebook und Twitter.

Titelbilder von Schlösser

Weitere Aboangebote

− Anzeige −