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Land unterstützt Entwicklung von Coronavirus-Schnelltest mit sechs Millionen Euro

08.04.2020 
Redaktion
 
Foto: dpa/Geisler-Fotopress

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STUTTGART. Das Wirtschaftsministerium fördert die Entwicklung eines Schnelltests zum Vor-Ort-Nachweis des Corona-Virus mit sechs Millionen Euro, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Mithilfe eines mobilen Geräts soll innerhalb von 30 bis 40 Minuten sehr verlässlich analysiert werden können, ob sich eine Person mit dem Virus infiziert hat, so das Wirtschaftsministerium. Das neue Testverfahren soll schon im August dieses Jahres auf den Markt kommen.

 „Damit gehen wir einen wichtigen Schritt bei der Eindämmung der Corona-Ausbreitung, denn das neue Testgerät wird die Erkennung von Infizierten maßgeblich beschleunigen und vereinfachen“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Konzipiert wurde das neue Testverfahren vom Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme in Freiburg und einem aus dem Institut hervorgegangenen Start-up, der Spindiag GmbH. Bereits zuvor haben sie ein vergleichbares System für den Nachweis antibiotikaresistenter bakterieller Erreger entwickelt. Auf diesem Wissen wollen die Beteiligten nun aufbauen und den Schnelltest innerhalb weniger Wochen entwickeln und zur Anwendungsreife bringen.

analyse-genauigkeit von über 95 prozent

Dem Wirtschaftsministerium zufolge hat das Testverfahren gleich mehrere Vorteile: Neben der geringen Testdauer soll das System Analysen mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent ermöglichen. Verantwortlich dafür sei der hochsensitive, zweistufige „nested PCR-Ansatz“. Dabei werden zwei Stufen des gängigen Labor-Analysestandards „Polymerase-Kettenreaktion“ (polymerase chain reaction, PCR) in einem Testträger hintereinandergeschaltet, schreibt das Ministerium.

Noch mehr positive Nachrichten in Zeiten von Corona finden Sie in unserer neuen Rubrik "Gut gemacht: Coronavirus".

Zudem sei die Durchführung des Tests einfach und sicher: Es brauche sehr wenig Testmaterial, wie etwa einem Speichelabstrich auf Wattestäbchen und der Tupfer, mit dem der Nasen- oder Rachenabstrich vorgenommen wird, und wird direkt in die Kartusche eingeführt. Das mache die Nutzung weit über Kliniken und Arztpraxen hinaus möglich, beispielsweise in Apotheken, erste-Hilfe-Stationen, Betrieben und vielen anderen Vor-Ort-Stellen, so das Ministerium weiter.

"Baden-Württemberg ist Land der Hidden Champions"

Die Technologie erschließe auch eine zukünftige „Multiplexfähigkeit des Systems“, das bedeutet, dass beispielsweise auch mutierte Corona-Viren parallel getestet werden können. Als weiterer Vorteil des Verfahrens gilt, dass die Produktion sehr kostengünstig ist, da die Analyseträger aus nur zwei Teilen bestehen – im Gegensatz zu anderen Systemen, die auf Testkartuschen aus mehr Einzelteilen bestehen.

 „Baden-Württemberg gilt als führende Innovationsregion in Europa und Land der Hidden Champions. Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Die Kompetenz und Kreativität unserer Unternehmen und Forschungseinrichtungen kann auch angesichts globaler gesellschaftlicher Bedrohungen wie der Corona-Pandemie hochinnovative Lösungen hervorbringen, die eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Krankheit spielen können“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung ist Träger von Forschungsinstituten an den Standorten Villingen-Schwenningen, Freiburg und Stuttgart. Diese Institute betreiben industrienahe und anwendungsorientierte Forschung, Entwicklung und Fertigung in der Mikrosystemtechnik.

Die Institute der Hahn-Schickard-Gesellschaft sind Mitglieder der Innovationsallianz Baden-Württemberg innbw. Ein wichtiger Teil der Umsätze der Hahn-Schickard-Gesellschaft mit Industrieunternehmen erfolgt im Auftrag von baden-württembergischen Firmen. Sie kooperiert hier vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen. Insgesamt bearbeiteten die mehr als 240 Forscher im zurückliegenden Jahr Aufträge von Industrieunternehmen und der öffentlichen Hand in Höhe von rund 20 Millionen Euro.

Die Spindiag GmbH entwickelt und produziert automatisierte diagnostische Systeme für das Testen von Patienten auf Krankheitserreger, beispielsweise in Krankenhäusern und für den Vor-Ort-Einsatz in anderen dezentralen Diagnose-Situationen. Die Spindiag GmbH gründete sich 2016 von Hahn-Schickard aus und umfasst aktuell ein Team von 31 Experten.


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