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Lernen trotz Corona: Schulen nutzen digitale Lernmanagementsysteme wie Moodle

20.03.2020 
Redaktion
 
Foto: dpa

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STUTTGART. Noch bis zum 19. April sollen alle Schulen des Landes geschlossen bleiben, bestätigte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Donnerstag. Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) zufolge ist allen Schulen kurzfristig und kostenfrei das Open-Source-Lernmanagementsystem Moodle bereitgestellt worden, um diese unterrichtsfreie Zeit zu überbrücken.

Digitale Medien könnten dazu beitragen, so Eisenmann, „ortsunabhängig zu kommunizieren, zu lernen und zu arbeiten“. Das System Moodle erlaube es, Unterricht als interaktives E-Learning abzubilden. Dazu könnten Lerngruppen eingerichtet, Aufgaben und Materialien an die Schüler ausgegeben und auch deren Arbeitsergebnisse entgegengenommen sowie bewertet werden.

Zehn Mitarbeiter richteten in 48 Stunden 4000 Lernplattformen ein

Außerdem könnten Lehrkräfte und Schüler in Foren diskutieren und Informationen austauschen. Erweiterungen erlaubten die Anbindung anderer Programme, etwa eines Videokonferenztools. Moodle ist eine Open-Source-Lösung, die in Baden-Württemberg bereits seit vielen Jahren von einigen Schulen sowie in der Lehrkräftefortbildung eingesetzt und weiterentwickelt wird.

Am Rechenzentrum der Hochschulen in Baden-Württemberg, kurz Belwü, haben am Wochenende zehn Mitarbeiter innerhalb von 48 Stunden knapp 4000 Moodle-Lernplattformen für Schulen eingerichtet; einige davon hätten fast rund um die Uhr gearbeitet, berichtete Belwü-Mitarbeiter Daniel Nägele dem Staatsanzeiger am Dienstagnachmittag (17.03.2020). Bis dahin sei die Nutzung langsam angelaufen, da die verantwortlichen Lehrer vermutlich zu großen Teilen ihre Zugangsdaten gerade erst erhalten hätten und sich jetzt eingehend mit Moodle beschäftigen. Zudem würden einige installierte Moodle-Instanzen nie gebraucht werden, da die Schulen teilweise eigene Alternativen nutzen.

Noch mehr positive Beispiele in Zeiten von Corona finden Sie in unserer neuen Rubrik "Gut gemacht: Coronavirus".

Auch viele Grundschulen hätten einen Zugang erhalten; doch sei fraglich, ob sie ihn benötigten. Das Ministerium bat um Verständnis für Anlaufschwierigkeiten. Eisenmann betont, so eine Situation habe es bisher nicht gegeben.

Am Montag (16.03.2020) erhielten die rund eine Million Schüler im Südwesten, für längere Zeit letztmals in der Schule von ihren Lehrkräften „Vorbereitungshinweise für Prüfungen, Hausaufgaben sowie Lernpakete und Hinweise zur Weiterarbeit für die kommenden Wochen“, wie das Ministerium mitteilte.

Abiprüfungen werden verschoben

Besonders die Abschlussjahrgänge hätten laut Eisenmann „ein Recht auf wichtige Vorbereitungshinweise für die anstehenden Prüfungen“. Diese Schüler würden beim Bearbeiten von Unterrichtsmaterialien weiterhin von ihren Lehrkräften unterstützt – analog wie digital.

Der Beginn aller zentralen schulischen Abschlussprüfungen in Baden-Württemberg wird vom bislang vorgesehenen Termin nach den Osterferien auf die Zeit ab dem 18. Mai 2020 verlegt, kündigte das Kultusministerium auf seiner Webseite an. „Mit dem Terminplan wollen wir ermöglichen, dass die Schülerinnen und Schüler genügend Zeit für die Vorbereitung haben. Oberstes Ziel ist, dass alle faire Bedingungen für ihre Abschlussprüfungen bekommen“, sagt Kultusministerin Eisenmann.

Eisenmann legt Wert darauf, dass die unterrichtsfreie Zeit keine Verlängerung der regulären Osterferien sei. Für Lehrer bestehe weiterhin die Dienstpflicht, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Unter anderem müssten sie für die Schüler erreichbar sein.


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