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"Palim, Palim": Stadt Bühl bietet Bürgern kostenfreie Videokonferenzen

30.04.2020 
Redaktion
 
Foto: Stadt Bühl

Foto: Stadt Bühl

BÜHL. Am Anfang war die Musik. Genauer gesagt der Wunsch der städtischen Musikschule in Bühl, trotz Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie weiterhin Gruppenunterricht anbieten zu können: via Videokonferenz. Die Stadtverwaltung richtete eine Projektgruppe ein. Diese entschied sich für die Videoplattform Jitsi – und macht diese nun gleich allen Bürgern zugänglich. Denn ob Familientreffen, Sprachkurse und Vereinssitzungen, all das kann derzeit nicht auf die übliche Weise stattfinden.

Wohl aber über „Palim! Palim!“, wie die Bühler Videokonferenzlösung heißt. „Damit soll ein Beitrag zur digitalen Nähe trotz physischer Distanz geleistet werden“, begründet Hubert Schnurr, Oberbürgermeister der 30 000-Einwohner-Stadt, das Angebot der Konferenzplattform, auf die jeder zugreifen darf und über den Server der Stadt kostenfrei als Gastgeber eine Videokonferenz eröffnen kann.

Andere Städte haben sich bereits in Bühl nach dem Angebot erkundigt

„Gleichzeitig verzichten wir auf eine komplizierte Registrierung und ermöglichen somit ein ganz niederschwelliges Angebot“, sagt Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Dieses genüge „allen sicherheitstechnischen sowie datenschutzrechtlichen Anforderungen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Kommunikation zwischen den Teilnehmern bleibe verschlüsselt „und kann von niemandem eingesehen werden“.

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Der städtische Digitalisierungsbeauftragte Eduard Itrich erläutert: „Die Administration liegt allein in der Hand der Stadtverwaltung und es wurden keine weiteren Dienstleister hinzugezogen.“ Da bloß die Stadtverwaltung Zugriff auf die in Europa stationierten Server besitze, „können wir die Wahrung der Privatsphäre garantieren“. Warum aber eine eigene Plattform? Aufgrund der Identifikation mit der eigenen Stadt sei „die Akzeptanz so um ein Vielfaches höher“, meint Itrich. Gerade ältere Bürger vertrauten der Stadtverwaltung mehr als anderen Einrichtungen oder kommerziellen Anbietern. Die Nachfrage ist jedenfalls groß. Laut Itrich haben über die App in den vergangenen 14 Tagen 2840 Teilnehmende auf 649 Konferenzen aufgeteilt zusammen 1696 Stunden miteinander gesprochen.

Mittlerweile sind auch andere Kommunen an die Stadt Bühl herangetreten, sagt der Digitalisierungsbeauftragte. Mit einer Stadt aus der Region Stuttgart sei eine Kooperation greifbar nahe. Komme es dazu, wird das Logo der Partnerkommune so integriert, dass diese eine eigene Videoplattform habe, aber auf der Bühler Infrastruktur.

Andere Städte wie Heidelberg und Freiburg haben sich erkundigt, wie die Bühler das Angebot technisch bewerkstelligen. Anfragen kamen auch von Gemeinderäten, etwa aus Nürnberg, die ihrem Stadtparlament vorschlagen wollen, dem Bühler Vorbild zu folgen.

Über Spendenaufruf Geräte für Alten- und Pflegeheime gesammelt

Sogar das Bundesinnenministerium ist auf die Bühler Video-Konferenzplattform aufmerksam geworden. Grund dafür: Man will weg von kommerziellen Anbietern, zumal aus den USA, und stärker auf Open-Source-Systeme setzen. In die „Machbarkeitsnachweise zur Stärkung der digitalen Souveränität“, ein Katalog des Ministeriums zu „herausragenden Lösungen“, wird Bühl demnächst aufgenommen.

Ihr Angebot der Video-Konferenzplattform will die Verwaltung „allen Teilen der Stadtgesellschaft“ kostenfrei zur Verfügung stellen. Unter dem Motto „Wir verbinden“ hat sie zu Spenden von Computern, Laptops und Tablets für Alten- und Pflegeheime aufgerufen. Rund 20 Geräte haben Privatleuten bereitgestellt, weitere neun eine ortsansässige Firma. Alle Geräte wurden von Mitarbeitern der Stadt zunächst neu konfiguriert und diesen Dienstag übergeben. Nach dem Starten öffnet automatisch die „Jitsi Meet App“ – und der Austausch mit den Enkeln kann beginnen.

Hier geht es zur Bühler Videokonferenz "Palim-Palim"


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