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Fraktionen einig über Wert, nicht aber Zukunft der Bildungshäuser

15.04.2015 
Redaktion
 

Stuttgart. Um Stellenwert und Zukunft der Bildungshäuser diskutierte der Landtag am Mittwoch – teilweise kontrovers. Diese zum Schuljahr 2007/2008 von der damaligen christliberalen Landesregierung als Modellversuch erschaffene Kooperations-Einrichtung sieht - in Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen - gemeinsame Lern- und Spielzeiten und  institutions- wie jahrgangsübergreifende Bildungsangebote für Drei- bis Zehnjährige vor.

Für Tobias Wald (CDU) haben die Bildungshäuser ihren Nutzen für einen „angstfreien Übergang vom Kindergarten in die Grundschule“ längst erwiesen. Dennoch vernachlässige Grün-Rot diese zugunsten der mittlerweile flächendeckend eingeführten verlässlichen Kooperationszeit. Komme die CDU wieder an die Regierung, so stellte Wald in Aussicht, würden die Bildungshäuser aber „fortgeführt und ausgebaut“.

FDP plädiert auch in diesem Punkt für einen „Schulfrieden“

Timm Kern (FDP) forderte eine Gleichbehandlung beider Formen der Zusammenarbeit und „einen kleinen Schulfrieden“ zwischen den Parteien auch in diesem Punkt; die FDP habe dazu ein Konzept vorgelegt, dass die freie Wahl vorsehe. Sinnvoll sei ein Budget für alle Grundschulen, mit dem dann diejenige Form der Kooperationen finanziert werden könnte, die den Verantwortlichen vor Ort am sinnvollsten erscheine.

Muhterem Aras (Grüne) verwies darauf, dass - anders als von der CDU behauptet - ein Mehrwert des Bildungshäuser gegenüber anderen Formen der Heranführung vom Kindergarten an die Grundschule  bisher wissenschaftlich nicht erwiesen sei. Das gehe aus dem  Zwischenfazit der mit der Auswertung Beauftragten klar hervor. Daher solle das endgültige Ergebnis der Studie des „Transfer-Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm (ZNL)“, das das Projekt wissenschaftlich auswerte, erst einmal abgewartet werden.

Glaubwürdig sei das entschiedene Eintreten der CDU für eine Fortsetzung der Bildungshäuser zudem nicht. Schließlich sei das Projekt mit einem festen Enddatum versehen gewesen und wäre entsprechend schon zum Schuljahr 2013/2014 ausgelaufen, so Aras. Grün-Rot dagegen habe nicht nur allgemein die Ausgaben für frühkindliche Bildung massiv erhöht, insbesondere auch auf dem wichtigen Feld der Sprachförderung. Die Regierung habe zudem auch im Nachtragshaushalt auch für die Bildungshäuser zusätzlich Geld freigemacht, so dass die Existenz der bestehenden Einrichtungen bis zum Schuljahr 2015/2016 gesichert sei.

Kultusminister will Ergebnisse der Studie abwarten und kündigt Entscheidung im Sommer an

 Bildungshäuser könnten „durchaus einen wertvollen Beitrag“ leisten, um Kindern den Übergang auf die Grundschule zu erleichterte sagte Christoph Bayer (SPD). Es könne  ihnen Ängste nehmen und so die Gefahr von „Stress und Unsicherheit“ zu mindern. „Die Bildungshausidee ist gut“, so Bayer weiter Doch sei das Projekt von der Vorgängerregierung nicht durchfinanziert worden und eine „Verewigung des Modellversuchs weder finanzierbar noch sinnvoll“. 

„Zentrales Element der Bildungshäuser ist die verlässliche Kooperation zwischen Elementar- und Primärbereich“, sagte Kultusminister Andreas Stoch. Um diese Form der Heranführung an die Grundschule und Bildung überhaupt  allen Kindern zugutekommen zu lassen - und nicht nur den rund acht Prozent, die von einem der rund 200 Bildungshäuser profitieren könnten - habe Grün-Rot teilweise Mittel „behutsam und mit Augenmaß umgeschichtet“, sagte Stoch. Nun gelte es, erst einmal die Studie mit der Auswertung des Modellprojekts abzuwarten. Das sei „verantwortungsvolle Bildungspolitik“. Die Landesregierung werde am 12. Juni deren Ergebnisse im Rahmen eines Kongressen vorstellen - und auf deren Basis dann entscheiden, ob und wie es künftig mit den Bildungshäusern weitergeht.


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