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Landtag: Debatte über Gesang und Blasmusik an Schulen

22.07.2020 
Redaktion
 

Stuttgart. Während die FDP-Fraktion von der Landesregierung fordert, noch vor der Sommerpause klare Vorgaben zu machen, damit an den Schulen im Land nach den Ferien wieder Gesang und Blasmusik möglich ist, will Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) noch ein bis zwei Wochen zuwarten, um die neuesten Untersuchungen in ihr Konzept einer Öffnung einzubeziehen.

Bei der von den Liberalen beantragten Debatte zum Thema „Musikland Baden-Württemberg in Gefahr – Singen und Blasmusik dürfen an unseren Schulen nicht verstummen“ warf Sabine Wölfle (SPD) der Ministerin mangelndes Vertrauen in die Schulen vor, die die Kompetenz hätten, eigene Konzepte zu entwickeln.

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Einig waren sich die Vertreter aller Fraktionen, dass Musik ein wesentlicher Teil der Bildung sein müsse. Die Ministerin machte deutlich, dass Musik seit Wochen an Schulen wieder unterrichtet werde. Sie warb aber um Verständnis für das bisherige Verbot, dass sie angesichts der Pandemie mit Vorsicht agiere. Noch im Mai hätten dies Studien als zu gefährlich erachtet. Die Einschätzung habe sich verändert, räumte sie gegenüber den Kritikern ein. Eisenmann gab zu verstehen, dass sie eine Regelung wie sie an den Musikschulen gilt mit einer Gruppengröße von höchstens 20 und zwei Meter Abstand durchaus auch für Schulen für möglich hält.

FDP-Fraktion enttäuscht von vagen Äußerungen

Jochen Haußmann (FDP) zeigte sich enttäuscht von den vagen Äußerungen der Ministerin. Für ihn liegt die Lösung auf dem Tisch. Das Kultusministerium solle die Regelung für Musikschulen übernehmen, meinte der FDP-Politiker. Weiter kritisierte Haußmann, dass ein Verbot von jahrgangsübergreifenden Gruppen in Arbeitsgemeinschaften oder von Schulkooperationen das Aus für Bands und Schulchöre bedeuten würde. Außerdem tritt die FDP dafür ein, dass Musikschulen und Vereine wieder Räumlichkeiten an Schulen nutzen können. „nutzen Sie dabei das Knowhow unserer Schulen und Verbände“, forderte Haußmann von der Ministerin.

Das will auch Wölfle, die die vom Kultusministerium erlassene Rechtsverordnung zum Verbot von Singen und Blasmusik als „vollkommenen Blödsinn“ bezeichnete. In ihrer Ansicht bestätigt sieht sie sich durch zwei Petitionen, den „lautstarken protest von Verbänden und vielen Anrufen aus dem Wahlkreis“. Es sei nicht logisch, wenn ein Kind in die Musikschule dürfe, aber nicht ins Orchester an der Schule. Wenn auch die Ministerin ihre Einstellung am Tag vor der Debatte geändert habe, kritisierte Wölfle das Vorgehen von Eisenmann. „Sie haben nicht auf Verbände und Musikschulen gehört“, warf die SPD-Politikerin der Ministerin vor.

Grüne: Schulchören und Bands nicht die Basis nehmen

Doris Senger (AfD) sieht die Bläserklassen an Schulen als „kulturelle Bereicherung“. Viele Vereine würden darüber Nachwuchs bekommen. „Wir freuen uns, dass Frau Dr. Eisenmann dem Druck nachgegeben hat und Singen und Blasmusik nach den Sommerferien erlauben will und an Konzepten arbeitet“, sagte Senger.

Alexander Becker (CDU) sieht die Musikschulen als Vorbild für eine behutsame Öffnung des Unterrichts für Gesang und Blasmusik. Als Musikwissenschaftler sieht er keine Gefahr für das Musikland Baden-Württemberg. Dieses stehe immer noch gut da. Er versicherte, dass sich die Musik in diesem Land auf die Landesregierung verlassen könne.

Auch Manfred Kern (Grüne) plädierte für die Öffnung bei Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen. Er warnte davor, Schulchören und Bands die Basis zu entziehen. „Ein Chor oder ein Orchester kann man nicht aus dem Boden stampfen, wenn sie einmal weg sind“. Er lobte den Mut der Ministerin, die getroffene Entscheidung zu revidieren. 

 

 


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