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„Wir wollen im Land nicht nur die besten Autos und Maschinen bauen, sondern auch die beste Kinderbetreuung haben“

04.10.2010 
Redaktion
 
Konzept zur Familienförderung
Foto: Pixelio, Thommy Weiss

Stuttgart. Mit diesen Worten stellte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) das neue Konzept „Frühe Förderung von Familien“ vor, das ab dem 1. Oktober in Kraft treten soll. Das vom Referat Soziales, Jugend und Gesundheit entwickelte Konzept wurde während der Haushaltsberatungen für 2010/2011 vom Gemeinderat beschlossen. Trotz des allgemeinen Sparzwangs stehen für das Förderungsprogramm jährlich 900 000 Euro zur Verfügung.

Hinter dem Konzept stehen zwei Ziele: Zum einen soll allen Familien in Stuttgart frühzeitig unter die Arme gegriffen werden, zum anderen sollen die Kinder, die wenig Förderung durch ihr Elternhaus erfahren, stärker unterstützt werden.
Frühzeitige Förderung bedeutet, dass geholfen wird „bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Schon vorher müssen Wege geebnet und Präventionsmaßnahmen eingeleitet werden“, erklärte Schuster. Bereits während der Schwangerschaft sollen die werdenden Eltern über bestehende Angebote informiert werden. Deshalb wird es einen Willkommensbesuch bei allen Eltern zur Geburt ihres Kindes geben, bei dem die Eltern eine erste Kontaktperson der Kinder- und Jugendhilfe in ihrem Stadtteil kennen lernen. Dabei erhalten die Eltern das Stuttgarter Elternbegleitbuch, das Informationen über Beratungs-, Familienbildungs- und Freizeitmöglichkeiten liefert. Auch verschiedene Gutscheine, wie der Elternbildungsgutschein, liegen dem Elternbegleitbuch bei. Damit soll der Tatsache Abhilfe geschaffen werden, dass Förderungsmöglichkeiten oft nicht wahrgenommen werden, weil die Einladungen zu unpersönlich sind und den betreffenden Personen der Zugang dazu fehlt. Während des Besuchs im eigenen familiären Umfeld soll genau dieser Zugang geschaffen werden, indem Fragen gestellt werden können, aber auch Hilfe- und Entlastungsbedarf angemeldet werden kann. „Statt eines Flyers im Postfach, steht nun ein Sozialarbeiter des nächsten Beratungszentrums im Haus und heißt die Familie willkommen. Die Menschen sehen ein Gesicht dahinter, und davon erhoffen wir uns Erfolg“, sagte Michaela Bolland von der Jugendhilfeplanung des Jugendamts. Die Eltern, die diesen Besuch nicht wünschen, werden aufgefordert, sich ihr Elternbegleitbuch und ein Babyhandtuch beim Beratungszentrum persönlich abzuholen. „Ein erster Kontakt ist uns einfach wichtig, daher locken wir die Eltern mit kleinen Geschenken“, erläuterte Bolland.

Das Konzept fährt zweigleisig: Allgemeine Unterstützung für alle und Spezialförderung

Neben der Prävention werden Eltern, deren Lebensverhältnisse nicht gesichert sind, mehr Unterstützung erfahren. Diese Angebote richten sich vor allem an alleinerziehende Mütter oder Väter, sozial Benachteiligte oder Familien mit Migrationshintergrund und sind auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten. Für Migranten gibt es zum Beispiel neben der Elternbildung Deutschunterricht im eigenen Zuhause. Ein deutschsprachiger Familienpate besucht ehrenamtlich rund zwei Stunden pro Woche eine ihm zugeteilte Familie ausländischer Herkunft und hilft vor allem bei Behördengängen oder Hausaufgaben. Kinder und Mütter sollen dadurch Deutsch lernen, mit dem Ziel, dass in den eigenen vier Wänden Deutsch als Erstsprache gepflegt wird. An Alleinerziehende und jüngere Zielgruppe richten sich dagegen neue Kurse zum Thema Alltagsbewältigung und Haushaltsmanagement.

Ein weiteres Projekt ist der Einsatz von Familienhebammen. Dieser erfolgt ab Oktober mit niedergelassenen Hebammen, die eine Zusatzqualifikation erworben haben. Die Familie wird in der Regel Zuhause betreut. Die Hebamme hilft nicht bloß bei Vorsorge, Geburtsbegleitung, Nachsorge und Stillberatung. Sie versucht vor allem die Frauen zu motivieren, ihr Kind eigenverantwortlich groß zu ziehen.

Projektanzahl wurde im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt

In diesem Jahr wurden bis zum Sommer zehn Projekte durchgeführt. Gemeinsam mit den Projektträgern wurden weitere Angebote entwickelt, so dass die Zahl der Projekte im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt werden konnte. Weitere Angebote sind noch in Planung. Bislang konzentrierten sich die Angebote auf die innerstädtischen Bezirke, nun werden mehr Projekte in anderen Bezirken stattfinden. Insgesamt entstanden dadurch fünfeinhalb Stellen in den Beratungszentren.

Die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer hofft nun, dass die Projekte auch in Anspruch genommen werden. „Die Umsetzung selbst ist ein langer Prozess und bedarf einer Anlaufzeit bis sich die einzelnen Projekte und Möglichkeiten herumgesprochen haben.“


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