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Am individuellen Lernniveau abholen und fördern

07.04.2020 
Redaktion
 
Der Weg ins Rathaus führt derzeit meist nur über digitale Verbindungen. Digitalisierungswissen selbst wird im Land in der beruflichen Ausbildung vermehrt gefördert. Foto: dpa

Foto: dpa

STUTTGART. Digitale Kompetenzen sind in Verwaltung, Betrieben und Handwerk unerlässlich. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg fördert Projekte der „Ausbildung 4.0“, bei denen berufliche Schulen der Kommunen und Landkreise mit Forschungseinrichtungen und Betrieben kooperieren.

Durch die Corona-Krisist das Thema Digitalisierung der Arbeits-, Verwaltungs- und Bildungswelt von einer Expertenforderung zur realen Notwendigkeit geworden: Plötzlich muss im Homeoffice gearbeitet und gelernt werden. Die Rathäuser – für die Öffentlichkeit geschlossen – sind nur noch digital zu erreichen.

Digitalisierung ist denn auch eines der wichtigsten Schlagworte den Nachwuchs betreffend. Von 2018 bis Ende 2020 fördert etwa das Wirtschaftsministerium für Baden-Württemberg „Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung“.

Modellprojekte für unterschiedliche Ausbildungsbereiche

Was machen Bund, Land, Wissenschaft und Wirtschaft, um die berufliche Ausbildung digital und zukunftsfähig aufzustellen? „Eine Ausbildung, die neuestes digitales Know-how vermittelt, ist für junge Menschen hoch attraktiv“, so Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) auf dem „Forum Ausbildung 4.0“ im Haus der Wirtschaft Stuttgart. Fähigkeiten wie Probleme zu erkennen, zu analysieren und zu lösen, kurz „berufliche Handlungsfähigkeit“, sei in der digitalen Transformation wichtig.

Neun Modellprojekte, bei denen Schulen in Trägerschaft von Kommunen und Landkreisen beteiligt sind, fördert das Wirtschaftsministerium mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. So würden über 1700 Auszubildende in unterschiedlichen Bereichen erreicht, heißt es – von der Mechatronik über den Baubereich bis hin zu kaufmännischen Berufen. Das kann auch Kommunen nutzen, die insbesondere im technischen Bereich Mitarbeiterbedarf haben.

Die an der Ausbildung 4.0 beteiligten Berufsschulen, Betriebe und überbetrieblichen Bildungsstätten entwickelten und erprobten digitale Lernaufgaben. In einem der neun Projekte kooperierten die Gewerbliche Schule Ehingen und die Karl-Arnold-Schule Biberach – vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis, beziehungsweise vom Landkreis Biberach getragen – mit der Industrie- und Handelskammer Ulm und dem Forschungsinstitut betriebliche Bildung Nürnberg als Projektpartner. Hinzu kommen 40 regionale Ausbildungsbetriebe.

Kurse zu Netzwerktechnik erprobt

Zu den neuen Lernangeboten, die die Berufsschüler und Auszubildenden erprobten und evaluierten, gehörten unter anderem Kurse zu Netzwerktechnik, Logo-Kleinsteuerung, Medienpädagogik und „Grafcet“, eine Sprache, um Ablaufbeschreibungen sichtbar zu machen. Auch ein Kurs, um sich per Internet auszutauschen, wurde auf der Plattform www.mechatronik-digital.de der IHK Ulm eingestellt.

Um die berufliche Handlungskompetenz im kaufmännischen Bereich zu fördern, wird derzeit in zwölf beruflichen Schulen, getragen von Kommunen und Landkreisen, darunter Böblingen, Donaueschingen, Konstanz, Kornwestheim und Ettlingen, Enterprise-Ressource-Planning eingesetzt. Diese ERP-Systeme werden häufig verwendet, um Abläufe zu steuern, etwa bei Bestell- oder Kassiervorgängen. Mit dem Landesinstitut für Schulentwicklung werden in dem Projekt bis 2021 außerdem Lehrpersonen mit mobilen Endgeräten, vor allem Tablet-PCs, geschult, und prozessorientierte Unterrichtskonzepte erprobt.

Geleitet wird das Projekts von der Universität Konstanz, weitere Partner sind das Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Freiburg (Berufliche Schulen), die IHK Hochrhein-Bodensee sowie die IHK Bodensee-Oberschwaben.

Kooperation von Lernorten wird wichtiger

Das Fazit aller Modellprojekte ist laut „Forum Ausbildung 4.0“ gut: Es gebe beachtliche Lernerfolge – und zwar mit und dank digitaler Lernmaterialien, wenn diese fachdidaktisch ausgearbeitet und in den Berufsschulunterricht eingebettet werden. Grund: So könnten Auszubildende auf ihrem Lernniveau besser abgeholt und gezielt gefördert werden. Auch hätten die gemeinsam genutzten digitalen Lernplattformen die Zusammenarbeit erheblich gesteigert: Im Zug der Digitalisierung werde die Kooperation von Lernorten wichtiger.

Förderung für berufliche Schulen und Kommunen
An beruflichen Schulen in kommunaler Trägerschaft fördert das Land die digitale Fort- und Weiterbildung mithilfe von „Lernfabriken 4.0“ oder „Lernlabore 4.0“ für Handwerk und Handel.
Außerdem will die Landesregierung die Digitalisierung der Kommunen voranbringen. Aus diesem Grund lobte sie unter anderem einen Förderwettbewerb „Digitale Zukunftskommunen“ aus: Vergangenes Jahre wurden neun Kommunen für ihre Digitalisierungsstrategien ausgezeichnet – mit einem Gesamtvolumen von mehr als 550 000 Euro.

 

 

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