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Arbeitgeber können von Bewertungen profitieren

09.10.2019 
Redaktion
 
Bewerber informieren sich zunehmend auf Internet-Plattformen über Arbeitgeber. Foto: dpa Themendienst

Foto: dpa Themendienst

STUTTGART/FRIEDRICHSHAFEN. Bewerber informieren sich zunehmend auf Plattformen über ihren potenziellen Arbeitgeber. Auch die öffentliche Verwaltung ist dort präsent, wenn auch deutlich zurückhaltender als Wirtschaftsunternehmen. Dabei können Portale eine Chance sein, sich als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren.

Im Internet kann mittlerweile fast alles bewertet werden. Auch Arbeitnehmer bewerten über Bewertungsportale wie kununu und glassdoor zunehmend ihre Arbeitgeber. Mehr als jeder dritte Nutzer informiert sich über Internetbewertungen über potenzielle Arbeitgeber. Und nicht nur das: Die Bewertungen können einen Einfluss auf die Entscheidung eines Jobsuchenden haben, wie eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom zeigt. 84 Prozent der Befragten gaben darin an, dass eine Bewertung sie beeinflusst hat.

Umso wichtiger kann es daher in Zeiten des Fachkräftemangels auch für die öffentliche Verwaltung sein, sich im Internet entsprechend zu präsentieren. Fakt ist: Die öffentliche Verwaltung ist auf den Portalen vertreten, aber im Vergleich zur Wirtschaft, noch deutlich zurückhaltender.

Bewertung kann eine Möglichkeit sein, sich Positiv zu präsentieren

228 Arbeitgeber aus der öffentlichen Verwaltung in Baden-Württemberg sind bei kununu registriert. Das ergab eine Anfrage bei der Bewertungsplattform, die seit 2013 zu Xing - einem sozialen Netzwerk für den Beruf – gehört. Dabei unterscheidet das Unternehmen zwischen Top-Company und Open-Company. Eine Top-Company zeichnet sich dadurch aus, dass sie sechs Erfahrungsberichte mit einer Gesamtnote ab drei Punkten hat – möglich sind maximal fünf Punkte. Eine Open-Company ist man, wenn man einen Bewertungsaufruf gestartet, eine Stellungnahme abgegeben oder ein Arbeitgeberportrait erstellt hat.

In Baden-Württemberg sind von den 228 registrierten Arbeitgebern laut kununu 139 „Top-Companies“ und sieben „Open-Companies“. Insgesamt zählen sie rund 870 Bewertungen. Die Arbeitgeber aus der öffentlichen Verwaltung verzeichnen dem Unternehmen zufolge rund 242 000 Profilaufrufe. Eine weitere Plattform für Arbeitgeber, sich präsentieren und Vakanzen einstellen zu können, ist Glassdoor. Einem Sprecher zufolge veröffentlichen sie, anders als kununu, keine Profilaufrufe.

Eine Bewertung kann eine Möglichkeit sein, sich als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren. Allerdings können schlechte Bewertungen auch ein unerwünschtes Ergebnis bringen. Denn von Lob bis zur vernichtenden Kritik ist alles dabei bei den Bewertungen. Auf Kritik zu reagieren, empfiehlt Patricia Theilig, Leiterin der Personaldienste bei der Stadt Friedrichshafen. Ihr Arbeitgeber hat bei Xing und somit auch bei kununu ein Profil, wo sie sowohl als Top als auch als Open-Company gelistet sind.

Arbeitgeber haben die Möglichkeit, auf Kritik zu reagieren

Auf die Frage, wie sie mit negativen Kritiken umgehen, antwortet sie, dass man versuche so schnell wie möglich darauf zu antworten. „Wenn konkrete Dinge genannt werden, gehen wir dem auch konkret nach“, erklärt sie. Schwierig sei es mit Pauschalbehauptungen, die den Gesamtscore nach unten ziehen können.

Ob Pauschalbehauptung oder konkreter Fall: Jeder Arbeitgeber hat auf kununu die Möglichkeit, zu antworten, indem er die „kostenlose Kommentarfunktion“ nutzt. „Allerdings ist hierfür eine Registrierung notwendig“, erklärt Sarah Müller, Managing Director bei kununu.

Theilig empfiehlt Personalern, Mitarbeiter aufzurufen, eine Bewertung zu hinterlassen. Denn: „Eine negative Bewertung beeinflusst die Gesamtquote bei insgesamt zahlreichen Bewertungen weniger“, sagt sie.

Auf der suche nach Fachkräften über bewertungsplattformen

Der ausschlaggebende Grund auf Xing aktiv zu werden, war für die Stadtverwaltung Friedrichshafen die Möglichkeit, selber nach Arbeitnehmern in Mangelberufen suchen zu können wie etwa im Bereich der Tiefbauingenieure. Zwar sei die Zahl der dadurch gewonnenen Fachkräfte „eher ernüchternd“, dennoch habe man sich entschlossen, zu bleiben. „Wenn man als moderne Stadt auftreten will, dann kommt man nicht drumherum, sich auf diesen Portalen zu präsentieren“ – obwohl es „ein recht kostspieliges Angebot ist“, so Theilig. Die Kosten orientieren sich an der Mitarbeiterzahl und fangen bei monatlich rund 400 Euro an.

Auf den Portalen hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, seine Stärken zu präsentieren: Ob flexible Arbeitszeiten, Kantine, die Möglichkeit des Homeoffice – alles kann in das Profil. Theilig hat den Tipp, dass man sich nicht nur von anderen Behörden Anregungen holen kann, sondern auch von Unternehmen aus der freien Wirtschaft. Bei den Bildern sollte man „authentisch sein“ und die verwenden, die auch tatsächlich den Arbeitsplatz oder die Region widerspiegeln.


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