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Deutsche Umwelthilfe: "Bund, Länder und Kommunen versagen bei Klimaschutz in Gebäuden"

25.05.2021 
Redaktion
 
Foto: dpa/ Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg

Foto: dpa/ Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg

STUTTGART. "Desaströs": So beschreibt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den energetischen Zustand von Gebäuden in öffentlicher Hand. Gemeinsam mit der Internetplattform FragDenStaat wurden beim Klima-Gebäude-Check 3.066 Abfragen zu den Energieausweisen öffentlicher Gebäude gestartet. Von den 533 vorgelegten Energieausweisen sind fast 80 Prozent Verbrauchsausweise, die keine verlässliche Aussage über die Klimafreundlichkeit der Gebäude treffen und daher eine rote Karte erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands.

Rote Karten erhalten alle Gebäude, die entweder nur einen Verbrauchsausweis besitzen oder einen jährlichen Primärenergiebedarf über 140 kWh/m² und damit massiven Sanierungsbedarf haben. Die DUH bewertet Gebäude mit einem Primärenergiebedarf bis 70 kWh/m² im Jahr mit einer grünen Karte, weil diese Gebäude auf einem guten Weg sind, die Klimaziele 2050 zu erreichen. Gelbe Karten erhalten Gebäude, die einen Primärenergiebedarf bis 140 kWh/m² im Jahr besitzen, weil sie Sanierungsbedarf haben.

Grüne Karten nur in acht von 16 Bundesländern

Auch bei Gebäuden mit Bedarfsausweis sei die Bilanz erschütternd: Über 50 Prozent der Gebäude erhalten von der DUH eine rote Karte, da sie massiv sanierungsbedürftig sind und damit klimaschädlich. Weitere 34 Prozent erhalten eine gelbe Karte, da auch hier deutlicher Sanierungsbedarf besteht. Lediglich 14 Prozent bekommen eine grüne Karte, weil sie mit den Klimazielen kompatibel sind.
Nur in acht von 16 Bundesländern konnten überhaupt grüne Karten vergeben werden. In Bremen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen erhalten alle abgefragten Gebäude aufgrund ihres massiven Energiebedarfs eine rote Karte und sind dringend sanierungsbedürftig.

„Unser Klima-Gebäude-Check offenbart, dass die öffentliche Hand seit Jahren einen sich verschärfenden Sanierungsstau in Kauf nimmt. Wir fordern, dass für alle öffentlichen Gebäude Sanierungspläne mit einem konkreten Zeitplan zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2030 öffentlich vorgelegt werden", so Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Insbesondere nach dem richtungsweisenden Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts und den verfehlten Klimazielen im Gebäudesektor 2020 brauche es jetzt dringend wirksame Sofortmaßnahmen. Neben der Sanierungsoffensive müsse sichergestellt werden, dass es für jedes Gebäude in Deutschland einen Bedarfsausweis gibt, der in einem Online-Register einsehbar ist. Erster Schritt könnten die Gebäude der öffentlichen Hand sein.

1.197 Anfragen blieben unbeantwortet

Insgesamt sind 30 Prozent aller Energieausweise in der Abfrage abgelaufen. Trotz der bestehenden Aushangpflicht für Energieausweise in öffentlichen Gebäuden wurde nur ein Bruchteil der angefragten Energieausweise bereitgestellt, heißt es im Bericht der DUH weiter. Von 3.066 Anfragen blieben demnach 1.197 unbeantwortet, obwohl die Behörden per Gesetz verpflichtet sind, eine Auskunft zu erteilen. In vielen Fällen konnten keine Ausweise vorgelegt werden, da keine vorhanden waren. Lediglich in 17 Prozent der Anfragen wurde ein Energieausweis verschickt. In Bremen wurden mit 39 Prozent die höchste Quote erfolgreicher Anfragen erreicht, in Mecklenburg-Vorpommern waren es lediglich 6 Prozent.

Weitere Infos zum Klimacheck gibt es am 28. Mai auf Seite 1 im Staatsanzeiger.

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