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Die Zeit nach Corona: Woran Personaler unbedingt denken sollten

15.09.2020 
Redaktion
 

Foto: dpa/Bildagentur-online

STUTTGART. Aktuell sind Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung noch mit der Corona-Pandemie und den dadurch entstehenden Veränderungen beschäftigt. Doch bereits jetzt stellen sich viele Personaler die Frage, wie es nach Corona weitergeht, beziehungsweise, worauf man bei der Rückkehr in den Normalbetreib achten sollte.

Laut Jörg Röber, Professor für Verwaltungsmanagement mit dem Schwerpunkt Prozessmanagement an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl, sollten Führungskräfte ihre Erfahrungen, die sie in der Krisenzeit gesammelt haben, nutzen und diese für die Zeit nach der Pandemie umsetzen.  

„Die Corona-Krise schärft auch im Personalbereich das Bewusstsein dafür, dass Digitalisierung nicht nur ein Thema der Arbeitsmittel ist, sondern auch vielfältige personalpolitische Herausforderungen mit sich bringt“, sagt Röber.

Neue Formen der Arbeit verstärkt einsetzen

Mobiles Arbeiten war in vielen Verwaltungen - vor dem Hintergrund der eher mäßigen Erfahrungen mit Telearbeit - nicht wohl gelitten, erinnert sich der Professor. Die Corona Krise habe gezeigt, dass es notwendig ist, dieses Thema nun stärker anzuschieben. „Personaler sollten jetzt drangehen, tragfähige Konzepte zu entwickeln und die Erfahrungen der Corona Zeit mit den bereits vorhandenen Denkanstößen aus Forschung und Praxis zu verbinden“, rät Röber.

Des Weiteren sollten Personaler die Erfahrung, schnell und flexibel Lösungen erarbeiten zu müssen, aufgreifen und in Hinblick auf ein agileres Personalmanagement nutzen. Dies bedeutet zum Beispiel neue Führungsrollen, eine stärkere Betonung von Gruppen- und teamorientiertem Arbeiten, eine stärkere Orientierung an konkreten Prozessen und die Etablierung einer Fehlerkultur. „Diese und andere Aspekte strategisch anzugehen und in entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen zu übersetzen ist das Gebot der Stunde“, sagt Röber.

Die Kommunikation mit den Bürgern sollte verbessert werden

„Nach wie vor tun sich viele Verwaltungen in der Kommunikation mit Bürgern schwer, Corona hat dies nur noch einmal bestätigt“, erklärt Röber weiter. Vorgaben aus einer Vor-Corona Zeit müssen gründlich überdacht und neu gestaltet werden. Das sieht Thomas Schwarz, Verdi-Fachsekretär für die Gemeindebediensteten, genauso. Eine besondere Schwachstelle der Verwaltungen sei nach wie vor die Digitalisierung. „Was den Bürgerservice angeht, wurde die Effizienz wegen Corona nicht erhöht. Hier braucht es mehr digitale Produkte.“

Des Weiteren betont er: „Für Personaler gibt es kein ultimatives Konzept für den Umstieg in den Normalbetrieb nach Corona, das für jeden passt und für jeden funktioniert“, sagt Schwarz. Jede Verwaltung habe ihre eigenen Schwachstellen, die bei einem Übergang in den Normalbetrieb eine Rolle spielen und dementsprechend mitgedacht werden müssten.

Stuttgart will nach Corona weiterhin mobiles Arbeiten anbieten

Die Landeshauptstadt Stuttgart zum Beispiel hat während der Pandemie positive Erfahrungen mit mobilem Arbeiten sammeln können und möchte auch nach der Pandemie weiterhin diese Möglichkeit anbieten. Seit März sind die städtischen VPN-Zugänge von 1.000 auf 5.800 gestiegen. „Dadurch kann jetzt schon etwa der Hälfte der Beschäftigten, die im Büro einen digitalen Zugang haben, die Arbeit von zuhause ermöglicht werden“, sagt Pressesprecherin Jasmin Bühler.

Um Homeoffice weiterhin anbieten zu können, startete die Verwaltung eine Mitarbeiterbefragung zu dieser Thematik, um den Erfahrungen und Erkenntnissen aus den vergangenen Monaten und insbesondere auch den Sichtweisen der Belegschaft und der Führungskräfte Rechnung tragen zu können. Die Ergebnisse sollen bei den jetzigen Verhandlungen mit der Personalvertretung zu einer dauerhaften Regelung zur mobilen Arbeit die Grundlage bilden, erklärt Bühler.

In den vergangenen Wochen erfolgte nach individueller Abstimmung durch die Fachbereiche und je nach Aufgabenstellung und der Möglichkeit gut von zu Hause aus zu arbeiten, auch die Rückkehr zu einer Präsenz am Arbeitsplatz

Freiburg will bisherige Erfahrungen qualitativ auswerten

"Es gab innerhalb kürzester Zeit extrem viele Anforderungen von zahlreichen Beschäftigten und Ämtern von der Hardware-Ausstattung bis zur Software, von Anleitungen bis zu sonstigen Support-Leistungen", sagt Martina Schickle, Pressesprecherin der Stadt Freiburg. " Durch das enorme Engagement der Mitarbeiter konnte der Verwaltungsbetrieb auch in der Krisenzeit aufrechterhalten werden"

Nach der Pandemie wird es laut Schickle die Aufgabe sein, das Geleistete intensiver zu betrachten: Wie gut konnten die Beschäftigten tatsächlich arbeiten? Wie praktikabel ist es gewesen, zuhause zu arbeiten, aber gleichzeitig keine Kinderbetreuung zu haben, weil die Kitas geschlossen waren? Wie war das Zusammenspiel der Mitarbeitenden im Team? Welche der notwendigerweise eilig eingeführten Austauschplattformen sollen weiterhin - wenn überhaupt- genutzt werden?

Anhand einer qualifizierten Auswertung könne es möglich sein, dass die Corona-Pandemie für die technische Weiterentwicklung der Verwaltung einen massiven Schub bedeutet, so Schickle. Die Erfahrungen und das Wissen der vergangenen Krisenmonate gelte es nun zu objektivieren und zu kanalisieren.

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