− Anzeige −
− Anzeige −

E-Recruiting: „Ohne Online-System ist man nicht mehr interessant“

10.11.2020 
Redaktion
 
Ein Personaler hält die Bewerbungsmappe einer Bewerberin in der Hand, die ihm gegenüber am Tisch sitzt.

Foto: dpa Themendienst

LÖRRACH/MARKGRÖNINGEN. „Wir haben das Bewerbermanagementsystem eingeführt, weil wir den Bewerbungsprozess optimieren wollten“, sagt Nicole Dick, Mitarbeiterin im Team Aus- und Fortbildung und mitverantwortlich für das Personalmarketing bei der Stadt Lörrach.

„Wenn für manche Stellenausschreibungen über 200 Bewerbungsmappen eingehen, ist der Aufwand enorm, diese zu sichten, auszuwerten und eine Übersicht zu erstellen“, so Dick.

Früher wurden bergeweise Mappen durchs Haus geschleppt

Jeder der an der Auswahl Beteiligten – Personalabteilung, Fachreferent, Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte, Personalrat – muss die Mappen einsehen. „Diese wurden also zu den Verantwortlichen im Haus oder in die Außenstellen gebracht“, beschreibt Dick die frühere Situation.

Mit dem Bewerbermanagementsystem, das die Stadt Lörrach als Pilotkommune seit 2013 über Komm.One (siehe Kasten) implementiert hat, gehören diese Zustände der Vergangenheit an. „Jetzt haben wir alles digital an einem Ort“, sagt Dick. Ausschreibung, Bewerbertools, Auswertung, Kommunikation laufen in einem aufeinander abgestimmten System, das die Kommune auf ihre eigenen Bedürfnisse anpassen kann.

„Nicht nur der Bewerbungsprozess, sondern auch der vorgelagerte Ausschreibungsprozess ist erleichtert“, meint Dick. „Und auch Vorgaben des Datenschutzes laufen automatisiert ab.“

Frank Last, Fachgebietsleiter Personal und Organisation bei der Stadt Markgröningen (Landkreis Ludwigsburg), schätzt, dass sich die Zeitersparnis durch das Bewerbermanagementsystem etwa auf eine Woche addiert. Allein im Jahr 2019 sind auf 59 Ausschreibungen rund 580 Bewerbungen eingegangen.

Last sieht eine deutliche Effizienzsteigerung im gesamten Rekrutierungsprozess. Viele Verfahren seien im System hinterlegt. So ginge etwa die Eingangsbestätigung automatisiert an den Bewerber. Außerdem ließen sich die Bewerbungen vorsortieren. „Wenn ich wissen will, welche Bewerber eine bestimmte Führerscheinklasse besitzen, finde ich das sofort“, so Last.

Große Verwaltungen profitieren besonders stark

„Das System ist nicht nur ein wichtiger Schritt in der Digitalisierung, ich kann damit auch Herr des Verfahrens bleiben. Wenn früher die Bewerbungen im Haus unterwegs waren, hatte ich keinen Zugriff mehr.“

Auf die aktuelle Stellenausschreibung „Sachbearbeiter*in Bildung/Kultur/Freizeit“ auf der Homepage der Stadt und auf weiteren Online-Portalen können sich Bewerber direkt melden: Mit einem Klick sind sie im Bewerbungstool, können dort Daten über Formulare eingeben oder direkt aus dem hochgeladenen Lebenslauf vom System auslesen lassen. „Der Bewerbungsprozess muss einfach gehen, dann bekommt man auch Bewerbungen. Ohne Online-System ist man nicht mehr interessant“, meint Last.

Der Auswahlprozess vereinfacht sich für die Beteiligten: Sie können Kriterien festlegen und auswerten, die Bewerbungen laufen nach und nach ein und können von allen Beteiligten geprüft werden. Die Einladung geht online an den Bewerber.

„Ein Vorteil ist die Transparenz“, sagt Last, „Jeder Berechtigte sieht, in welchem Status sich das Bewerbungsverfahren befindet. Auch aus Datenschutzgründen ist das System gut, weil nun keine Bewerbungsmappen mehr für jeden zugänglich auf Schreibtischen herumliegen.“

Markgröningen hat 14.500, Lörrach knapp 50.000 Einwohner. Größere Verwaltungen profitieren von E-Recruiting. Sie schreiben viele Stellen aus. Das System bietet Schnittstellen zu online-Jobbörsen oder Portalen. „Kleinere Gemeinden haben auch Vorteile“, so Kai Strauß, Projektverantwortlicher für BMS bei

Komm.One. Das Bewerbungsmanagementsystem ersetze nicht die Aufgabe, die Bewerbung anzuschauen. Und Dick ist überzeugt: Das Bewerbungsgespräch ist wichtig. „Ein Gespür für das Gegenüber kriegt man am besten persönlich.“

Automatisierte Datenverarbeitung für Kommunen
Komm.One ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts in gemeinsamer Trägerschaft des Landes und der Kommunen in Baden-Württemberg. Sie beschafft, entwickelt und betreibt Verfahren der automatisierten Datenverarbeitung für kommunale Körperschaften, deren Zusammenschlüsse und deren Unternehmen. Träger der Komm.One sind die Kommunen mit 88 Prozent und das Land Baden-Württemberg mit zwölf Prozent. Komm.One ist an sieben Standorten im Land vertreten: in Heidelberg, Heilbronn, Freiburg, Karlsruhe, Reutlingen, Ulm und Stuttgart.

− Anzeige −

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin in der Redaktion

Redaktionsassistentin Staatsanzeiger
Doris Kugel
Telefon: 07 11.6 66 01-290
E-Mail senden

Unser Team

Ihr Kontakt zu unseren Redakteurinnen und Redakteuren

Zum Team

Umfrage

Soll es eine Impfpflicht für Pflegekräfte geben?

Umfrage ist nicht repräsentativ.

Jetzt kostenfrei herunterladen!

Titel Praxis+Vergabe 02/2020

In Praxis+Vergabe lesen Sie alles Wichtige, was Sie als Praktiker wissen müssen. Jetzt die neue Ausgabe kostenfrei herunterladen und alles über die 11 Schritte zur erfolgreichen Auftragsvergabe erfahren! 

Zum Download

Praktikums-Tagebuch

Studierende der Hochschulen für öffentliche Verwaltung Kehl und Ludwigsburg berichten über ihr Praktikum im Rahmen des Praxisjahrs im Vertiefungsschwerpunkt Kommunalpolitik/ Führung im öffentlichen Sektor beim Staatsanzeiger. 

Zum aktuellen Tagebuch

Der Kommunal-Newsletter

Wissenswertes zu kommunalpolitischen Themen für Sie als Gemeinderat/Gemeinderätin mit einem wöchentlichen Newsletter direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Abonnieren Sie jetzt den 
Kommunal-Newsletter.

Newsletter abonnieren

− Anzeige −