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Experten kämpfen gegen Vorurteile, obwohl Baustroh viele positive Eigenschaften hat

11.12.2020 
Redaktion
 
Ein mit Holz verkleidetes Strohballenhaus. Schnee liegt auf dem Dach.

Foto: Schemmick

BERLIN. Stroh trägt nach Angaben des EU-Projekts Up Straw als Baustoff dreifach zum Klimaschutz bei. So entzieht Getreide der Atmosphäre beim Wachsen Kohlenstoffdioxid (CO2). Wird das Stroh dann zum Hausbau verwendet, ist das Klimagas während der gesamten Nutzungsdauer im Gebäude gespeichert.

Durch die gute Dämmwirkung von Stroh kann außerdem Heizenergie und somit CO2 eingespart werden. Mit Strohballen können demnach auch Passivhäuser umgesetzt werden.

Stroh wächst jährlich nach und ist regional verfügbar

Im Vergleich zu anderen Baustoffen ist der Energieverbrauch bei der Herstellung von Baustroh sehr gering. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) hat den Einsatz nicht erneuerbarer Primärenergie für verschiedene Bauarten errechnet: Für Herstellung, Instandhaltung und Instandsetzung eines Strohballenhauses werden knapp 146 000 Kilowattstunden verbraucht. Das entspricht einer Wärmeversorgung von 60 Jahren bei einem jährlichen Verbrauch von 2447 Kilowattstunden. Bei Massivbauten rechnet die Fachagentur dagegen mit 129 Jahren.

Stroh gilt als besonders nachhaltig, weil es jährlich nachwächst, regional verfügbar ist und in Bioqualität hergestellt werden kann. Dabei besteht keine Flächenkonkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln. 20 Prozent des jährlich anfallenden Strohs werden laut FNR nicht für die Landwirtschaft benötigt.

Strohballenhäuser können jede Brandschutzanforderung erfüllen

Fachleute betonen außerdem die hohe Wohnqualität von Strohballenhäusern. Durch die natürlichen Baustoffe werde ein ausgeglichenes Raumklima erreicht. Im Sommer dienten die Strohwände als guter Wärmeschutz.

Mit den meisten Vorurteilen gegenüber Stroh können Experten aufräumen: Strohgedämmte Häuser sind laut Up Straw so stabil, sicher und langlebig wie andere Häuser auch. Sie könnten mit entsprechender Verkleidung jede Brandschutzanforderung erfüllen. Werden die Gebäude fachgerecht errichtet, besteht demnach auch keine Gefahr, dass das Stroh schimmelt oder Mäuse und Ungeziefer anzieht.

Eine Marktstudie von Up Straw aus dem Jahr 2019 macht auch auf Nachteile des Baustoffs aufmerksam. So sind lehmverputzte Wände empfindlich gegenüber mechanischen Beschädigungen. Zudem besteht beim Bau von Strohballengebäuden durch das lose Stroh eine erhöhte Brandgefahr. Im Brandfall sind fertige Strohballenhäuser zwar in aller Regel rechtzeitig zu verlassen. Schwelbrände im Stroh sorgen aber häufig für einen Totalschaden. Holz- und Strohballenhäusern wird bei der Immobilienbewertung ein geringerer Wert zugesprochen.

Baustroh muss das CE-Zeichen tragen
Baustroh besteht nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) aus Getreidestroh, das – wie in der Landwirtschaft üblich – zu quaderförmigen Ballen gepresst wurde. Dafür eigne sich besonders Roggen- oder Weizenstroh. Ein übliches Format sei 36 mal 48 mal 85 Zentimeter. Um als Baustroh zugelassen zu werden, müssen die Ballen laut FNR bestimmte Eigenschaften haben. Beispielsweise müssen die Ballen normal entflammbar sein, außerdem ist der Wärmeleitfähigkeitswert relevant. Zugelassene Ballen erhalten das EU-weite CE-Zeichen. Im Zulassungsdokument sind Eigenschaften und Anwendungsbereiche festgelegt. Die Herstellung von Strohballen unterscheidet sich laut FNR von den meisten anderen Baustoffen: Es braucht keine Produktionshalle. Stattdessen sind die Strohballenpressen mobil und können direkt dort eingesetzt werden, wo das Stroh auch verwendet wird. 

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