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Kollege Roboter übernimmt das Saubermachen

10.01.2020 
Redaktion
 
Putzroboter orientiert sich per Laserscanner und eingebauten Kameras. Foto: adlatus

STUTTGART. Besucher des Klinikums Ludwigsburg konnten in den vergangenen Monaten einen Eindruck davon bekommen, wie die Zukunft im Facility Management aussehen könnte. In der großen Eingangshalle des 1000-Betten-Krankenhauses wurde ein Putzroboter getestet. Der hat die Regionale Kliniken Holding (RKH), ein kommunaler Verbund, zu dem auch Ludwigsburg gehört, überzeugt. Sie will eines der autonom arbeitenden Reinigungsgeräte anschaffen.

Die Klinik gilt damit als Vorreiter in der Automatisierung der Gebäudereinigung. Denn bislang spielen die Maschinen bei den Dienstleistern, die für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber tätig sind, noch eine untergeordnete Rolle. „Die Unternehmen, die heute schon Reinigungsroboter einsetzen, sind absolute Einzelfälle“, sagt Wolfram Schlegel, Geschäftsführer der Landesinnung des Gebäudereiniger-Handwerks Baden-Württemberg. An mangelnden Interesse der Anwender für Neuerungen liegt das indes nicht, bislang wohl eher an der technischen Entwicklung, meint der Verbandsgeschäftsführer.

Laserscanner und eingebaute Kameras vermeiden Kollisionen

Das könnte sich bald ändern. Die 2015 gegründete Adlatus Robotics in Ulm hat ihren mit einem Innovationspreis ausgezeichnete Service-Roboter "Adlatus CR700" schon hundertfach verkauft und sich etwa bei der Deutschen Bahn in einem Wettbewerb durchgesetzt. Derzeit läuft eine zweijährige Testphase im Ulmer Hauptbahnhof. Einerseits geht es bei dem Einsatz darum, die Reinigungsleistung zu verbessern, andrerseits untersuchen die beiden Unternehmen, wie Menschen auf den Roboter reagieren.

Der Service-Roboter von Adlatus orientiert sich während seines Einsatzes permanent per Laserscanner und eingebauter Kameras, weicht Personen und Gegenständen aus und reinigt dabei kontinuierlich bis zu vier Stunden lang die Böden. An seiner Basisstation tankt er anschließend automatisch Strom für die Akkus, entleert selbstständig den Schmutzwassertank und füllt Frischwasser nach. Eingangsbereiche, lange Flure und größere Bereiche wir Konferenzräume sind als Einsatzgebiete vorgesehen.

Es braucht große Flächen, damit sich der Einsatz lohnt

Für den flächendeckenden Einsatz sieht man bei der Landesinnung der Gebäudereiniger aber noch Hürden. Da sei zum einen der hohe Preis für die Geräte im Vergleich zu Reinigungsmaschinen, die noch von einem Menschen geführt werden. Der mache die Investition oft unrentabel. Zudem brauche es große Flächen, damit sich der Einsatz lohne. Beim Klinikverbund in Ludwigsburg setzt man rund 2000 Quadratmeter zu reinigende Fläche pro Tag an, ab der sich der Roboter rechnet. Dies sei im Foyer des Klinikums Ludwigsburg gegeben, sagt Oktay Kayar, der die Abteilung Klinikenservice des kommunalen Krankenhauskonzerns leitet.

In Ludwigsburg sieht man aber noch einen anderen Vorteil. Der Roboter kann nicht nur Reinigungskräfte ersetzen, die auf dem Arbeitsmarkt ohnehin rar sind, er putzt auch gründlicher. „Der Roboter vergisst keinen Quadratzentimeter“, betont Kayar. Wenn er durch ein Hindernis abgelenkt werde, kehre er anschließend an die Stelle zurück. Ecken und Kanten kann die Maschine allerdings nicht selbstständig reinigen. Das müssen weiterhin Menschen übernehmen.

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