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Neue Wohnformen sollen die Landflucht in Baden-Württemberg bremsen

20.01.2021 
Redaktion
 

Foto: dpa/Ostalb Network/Christian Wiediger

STUTTGART. „In vielen ländlichen Gemeinden fehlt attraktiver Wohnraum, der den Wünschen und spezifischen Bedürfnissen von jungen Erwachsenen entspricht", konstatiert Baden-Württembergs Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. Der CDU-Politiker sieht darin einen der möglichen Gründe, warum jungen Menschen nach Ausbildung und Studium nicht in ihre Heimatgemeinde zurückkehren oder gleich auf dem Land bleiben.

Um Abhilfe zu schaffen, startet Hauks Ministerium nun das Modellprojekt "Junges Wohnen". In dessen Rahmen sollen mehrere Kommunen im Land leerstehende Immobilien in ihrem Ortskern dazu nutzen, um "zukunftsorientierte Wohnmodelle für junge Erwachsene" zu entwickeln, wie Hauk sagt. Dazu stellt das Land 125000 Euro als Förderung zur Verfügung.

In Oberösterreich wurden bereits junge Wohnprojekte verwirklicht

Die sechs Kommunen, die sich an dem Modellprojekt beteiligen und das Landwirtschaftsministerium müssen dabei nicht bei Null beginnen, weil es ein Vorbild gibt, dass diesen Weg bereits seit Jahren geht: Die Region Steyr-Kirchdorf in Oberösterreich. Dort war schon 2016 ein Agenda 21-Projekt gestartet worden, in dem zehn Gemeinden neue Wohnformen für junge Erwachsene entwickelt haben. Die Ergebnisse und das Expertenwissen aus dem Nachbarland sollen auch im nun anlaufenden Modellprojekt in Baden-Württemberg genutzt werden.

Sechs Kommunen sehr unterschiedlicher Größe als  Teilnehmer

Als Teilnehmer wurden sechs Kommunen unterschiedlicher Größe ausgewählt von der 4000-Einwohnergemeinde Zaberfeld (Landkreis Heilbronn) über Stühlingen (Landkreis Waldshut) Dornstadt (Alb-Donau-Kreis), Herbolzheim (Landkreis Emmendingen), Riedlingen (Landkreis Biberach) bis zur Stadt Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) mit 60000 Einwohnern. Sie sollen nun in den nächsten Monaten den Bedarf vor Ort erheben, zentrumsnahe, leerstehende Immobilien ermitteln und die Eigentumsverhältnisse klären. Dann sollen gemeindeübergreifend in sogenannten Fokusgruppen Ideen und Konzepte entwickelt werden, wie diese Häuser passend für die Bedürfnisse junger Erwachsener genutzt werden können. Die konkreten Umbaupläne sind allerdings nicht mehr Bestandteil des Modellprojektes, sondern müssen von den Kommunen und oder den Hauseigentümern im Anschluss daran umgesetzt werden.

In Oberösterreich gab es vielfältige Ansätze, um den Wohnbedürfnissen junger Menschen gerecht zu werden und auf örtliche Gegebenheiten einzugehen. In Schwanenstadt wurde ein leerstehender Supermarkt zu kleinen Loft-Wohnungen umgebaut, in Schwertberg schuf die Gemeinde preisgünstige Startwohnungen für junge Menschen und in Steyerling wurde eine seit neun Jahren leerstehende Wohnung zu einer WG umgebaut.

Lifstyle junger Menschen muss sich in Wohnformen wiederfinden

Wichtig ist nach Einschätzung von Johannes Brandl von der oberösterreichischen SPES Zukunftsakademie, dass sich der Lifestyle junger Menschen auch in den Wohnformen wiederfinden müsse. Dazu gehöre eine neue Wir-Kultur, die Co-Working und Co-Housing, also gemeinschaftliche Wohnformen einschließe, ein anregendes Umfeld, eine neue Sharing-Kultur und ökologische Standards.

Weitere Informationen:
https://kpunktland-drs.de/projekte/?post=junges-wohnen
https://www.agenda21-ooe.at/themen/modernes-leben-und-wohnen

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