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Veranstaltungen: Corona-konforme Weihnachtsmärkte sind schwierig

11.09.2020 
Redaktion
 
Foto: dpa/imageBROKER

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STUTTGART. Die Corona-Krise hat viele Branchen schwer getroffen, darunter die Gastronomie, den Einzelhandel und das Gastgewerbe. Mit Spannung blicken Händler nun auf die Weihnachtszeit und die Weihnachtsmärkte. In vielen Kommunen ringen die Verwaltungen noch mit der Entscheidung darüber, ob und wie sie diese durchführen können.

„Derzeit plant der Werbe- und Förderungskreis Waldshut e.V. in enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt für den Stadtteil Waldshut die Durchführung eines ‚Corona-konformen‘ Weihnachtsmarktes in kleinerem Format“, sagt Stephanie Meyer, Pressesprecherin von Waldshut-Tiengen. Einen Nikolausmarkt im November hätten die Veranstalter bereits abgesagt.

Waldshut gestattet zwei Heizpilze pro Gaststätte

Über die genaue Ausgestaltung könne man sich noch nicht äußern, so Meyer, denn Planungen seien nur aufgrund der derzeitig gültigen Corona-Verordnung möglich und müssten später unter Umständen angepasst werden. Den Gastronomen erlaubt die Kommune eine reduzierte Nutzung der Straßencafés, nämlich die Hälfte der normalen Fläche, in den Wintermonaten von November bis Februar. Bis zu zwei Heizpilze sind ebenfalls pro Gaststätte erlaubt.

Anders in Ravensburg: „Heizpilze sind in Ravensburg seit 2007 verboten“, sagt Sprecher Alfred Oswald. „Ravensburg ist Klimaschutz-Kommune und ökologische Modellstadt. Wir gehen heute davon aus, dass Heizungen im Freien auch weiterhin tabu bleiben.“ Die Wärmepilze sind seit einigen Jahren ein Streitthema, ihre Regelung von Kommune zu Kommune unterschiedlich.

Umweltschützer kritisieren den hohen Energieverbrauch. Vor allem mit Gas betriebene Heizpilze stoßen auf Kritik. Denn bei maximaler Leistung stoßen diese bis zu 3,5 Kilogramm CO2 pro Stunde aus. Bei einem Einsatz von 40 Stunden pro Woche verbraucht ein Heizstrahler somit jährlich bis zu vier Tonnen Kohlendioxid.

Seine Gastronomie unterstützt Ravensburg stattdessen durch die Genehmigung größerer bewirtschafteter Flächen und mit Gebührenfreiheit für die Sondernutzung im gesamten Jahr 2020. Ob der Christkindlesmarkt stattfindet, sei noch offen. „Wir erarbeiten schon seit geraumer Zeit unterschiedliche Szenarien für eine eventuelle Umsetzung des Christkindlesmarkts, jedoch sind diese von den Vorgaben und Auflagen des Landes abhängig“, so Oswald. Denkbar sei eine entzerrte Variante ohne Alkoholverkauf. „Für die Veranstalter der Weihnachtsmärkte im ganzen Land und deren Beschicker wäre eine baldige Planungssicherheit wünschenswert. Diese erhoffen wir uns mit der nächsten Fortschreibung der Corona-Verordnung durch das Land“, so der Sprecher weiter.     

In Pforzheim ist die Verwaltung laut Sprecher Philip Mukherjee „intensiv bemüht“, den Markt stattfinden zu lassen: „Klar ist, dass dies nur in entzerrter Form möglich sein wird, der Weihnachtsmarkt würde also anders aussehen als in normalen Zeiten. Im Oktober werden sich die gemeinderätlichen Gremien mit dem Thema befassen.“ Noch keine Entscheidung gebe es zum Einsatz von Heizpilzen.

In Lörrrach wird es dieses Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben     

Auch in Lörrach befindet man sich über das Thema noch in interner Abstimmung, wie eine Sprecherin sagt. Während andere Kommunen noch über ihrer Entscheidung brüten, hat Lörrach in Sachen Weihnachtsmarkt indes bereits Fakten geschaffen. Die Stadt hat den Weihnachtsmarkt bereits jetzt abgeblasen. Im Rahmen der aktuell geltenden Corona-Verordnung sei die Veranstaltung nicht durchführbar, schreibt die Stadt in einer offiziellen Stellungnahme.

„Wir bedauern es sehr, den Weihnachtsmarkt in seiner gewohnten und beliebten Art nicht anbieten zu können“, erklärt Oberbürgermeister Jörg Lutz (parteilos) darin. „Aber die derzeit bestehende Corona-Verordnung lässt eine verlässliche Planung und Durchführung nicht zu. Daher haben wir intensiv an einer Alternative gearbeitet, die konform zur aktuellen Verordnung ist und trotzdem ein weihnachtliches Ambiente bietet.“ Stattdessen veranstaltet Lörrach zehn Tage lang einen alternativen „Weihnachtszauber“ ohne Speisen und Getränke. Er finden auf zwei Plätzen statt. Immerhin stehen dort dann Buden, die auch beim traditionellen Weihnachtsmarkt dabei gewesen wären. 

In Zeiten eines erhöhten Klimabewusstseins haben sich Heizpilze zum Politikum entwickelt. Doch nicht nur Umweltaspekte, sondern auch die Ungleichbehandlung der Gastronomen ist ein Streitthema: Während sie in der einen Kommune ihre Terrassen beheizen dürfen, ist es ihnen in der nächsten untersagt.
Der Trend geht allerdings zum Verbot, in Baden-Württemberg sind unter anderem Ludwigsburg, Tübingen und die Konstanzer Altstadt heizpilzfreie Zonen. Auch in Paris sind sie ab 2021 verboten. Davon sind die Außenterrassen von 12 500 Bistros betroffen – und deren frierende Gäste.
In der Landeshauptstadt Stuttgart dagegen setzt sich der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn dafür ein, die Nutzung von Heizpilzen vorübergehend auch in der Innenstadt zu gestatten. Laut Angaben der Stadt soll am 24. September der Gemeinderat eine entsprechende Vorlage debattieren, die eine Ausnahmeregelung bis April 2021 vorsieht. Danach soll das Verbot wieder greifen.

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