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Verband Bildung und Erziehung: „Technische Ausstattung an Schulen ist katastrophal“

15.05.2020 
Redaktion
 
Foto: dpa

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STUTTGART. Die Corona-Krise hat nach Angaben des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) eine schlechte digitale Ausstattung der baden-württembergischen Schulen offengelegt.  „Die digitale Ausstattung der Schulen wird als katastrophal empfunden“, sagte VBE-Landesvorsitzender Gerhard Brand am Freitag in Stuttgart.

Dabei bezog er sich auf eine repräsentative Befragung des Instituts Forsa unter 260 Schulleitern in Baden-Württemberg. Befragt zu den größten Herausforderungen infolge der Schulschließungen wegen Corona, gaben fast 40 Prozent der Schulleitungen an, dass dies die mangelhafte digitale Ausstattung der Schüler und Schulen sei. Die weiteren Studienergebnisse würden belegen, dass an zwei Dritteln aller Schulen keine Klassensätze an Tablet-PC verfügbar sind, so der VBE.

 Grundschulen stoßen bei Fernunterricht an ihre Grenzen

Laut der Umfrage erklärten 47 Prozent der Schulleitungen, sehr gut oder gut mit dem Fernunterricht klar zu kommen. 51 Prozent gaben an, die Situation sei weniger gut oder schlecht. Bei den weiterführenden Schulen ist der Anteil derer, die mit dem Fernunterricht gut oder sehr gut zurechtkommen, höher als bei den Grundschulen. „Der Fernunterricht stößt an den Grundschulen an seine Grenzen“, sagte Brand. „Grundschulkinder können nur phasenweise eigenständig lernen, sind auf die starke Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, und der Einsatz digitaler Lehr- und Lernmethoden ist nur begrenzt möglich.“

Weiterhin zeige sich, dass es in Baden-Württemberg keinen flächendeckenden Zugang der Schulen zum Internet gibt. Trotz Digitalpakt habe sich die Lage sogar noch verschlechtert, teilte der Verband mit. So sei die Zahl der Schulen, die in allen Klassen- und Fachräumen auf ein schnelles Internet zugreifen kann, im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr von 40 auf 30 Prozent gesunken.

Der Verband hat die Studie dieses Jahr sowohl im Februar als auch im April, das heißt einmal kurz vor und einmal während der Corona-Krise, durchführen lassen. Im Fokus standen dabei neben der Digitalisierung der Schulen die Berufszufriedenheit der Schulleitungen, die größten schulischen Probleme und Herausforderungen.

Berufszufriedenheit im Sinkflug

So ist die Berufszufriedenheit in der Coronakrise an den Schulen drastisch gesunken. In nur drei Monaten habe sich die Zahl der Schulleitungen, die ihren Beruf nur „ungerne“ ausübt, von 9 Prozent im Februar auf 20 Prozent im April mehr als verdoppelt.  

Nebenbei kämpften die Schulleitungen nach wie vor mit einem Lehrermangel. Jedoch bewerten die Schulleitungen die Schulpolitik des Landes jetzt besser als vor der Coronakrise, sagte Brand. 2019 gaben sie der Politik von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Schulnote 3,7. Im Februar dieses Jahres war es die Note 3,9, und im April verbesserte sich die Note auf 3,4. Dies belege, dass die Schulleitungen mit dem Krisenmanagement des Landes zufrieden seien.

 

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) teilte am Freitag in Stuttgart mit, dass 300 000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg angeschafft werden sollen. Diese sollen dann ausgeliehen werden können. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind benachteiligt sei, weil es zu Hause keinen Computer zur Verfügung habe. Insgesamt stehen für den Kauf der Geräte, Zubehör und Lehrerfortbildung 130 Millionen Euro zur Verfügung. 65 Millionen Euro kommen davon vom Bund und noch einmal die gleiche Summe vom Land.


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