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Von Mitarbeitergesprächen können alle profitieren

23.01.2019 
Von: Redaktion Staatsanzeiger
 
Redaktion
 

Foto: dpa/chromorange

STUTTGART/ BAIERSBRONN. Zu Anfang des Jahres stehen in vielen Verwaltungen und Unternehmen Mitarbeitergespräche an. Zahlen dazu, ob die Gespräche in allen Behörden und Firmen durchgeführt werden gibt es allerdings nicht. Dabei haben die Mitarbeiter ein Recht auf Leistungsbewertung und Feedback vom Vorgesetzten. Aber auch Arbeitgeber profitieren von dem vertraulichen Gespräch.

„Jährliche Mitarbeitergespräche tragen zu einer Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und MitarbeiterInnen bei. Zudem unterstützen sie die MitarbeiterInnen in ihrer beruflichen Entwicklung und stärken ihre aktiven Mitsprache- sowie Gestaltungsmöglichkeiten“, heißt es auf der Internetseite der Universität Heidelberg zu dem Thema. Das jährliche Mitarbeitergespräch und die Beamtenbeurteilung finden an der Universität jedoch unabhängig voneinander statt. Bei Landesbeamten sollte laut Landesverordnung alle drei Jahre eine Beurteilung erfolgen, um deren Leistungen bewerten zu können. Die Mitarbeitergespräche hingegen finden in der Regel jährlich statt, bei Bedarf auch häufiger.

Wertschätzung und Weiterentwicklung

Ähnlich handhabt das zum Beispiel die Gemeinde Baiersbronn (Landkreis Freudenstadt). Die jährlichen Mitarbeitergespräche habe man in der Gemeindeverwaltung schon immer geführt, sagt Sebastian Kiss, der stellvertretende Haupt- und Personalamtsleiter. „Es hat sich bewährt, dass man so alles ansprechen kann.“ Ein Mitarbeitergespräch habe jedoch nur dann einen Mehrwert, wenn zwischen den Parteien ein Vertrauensverhältnis herrsche und Probleme offen angesprochen werden können, so Kiss. Wichtig sei es auch, einem Kollegen, konkrete Rückmeldung zu geben. Gerade an bestimmten Situationen ließen sich besonderes Engagement und fachliche Expertise gut festmachen, so Kiss. Und bei Kritik helfe es, auf konkrete Projekte oder Situationen einzugehen, um festzustellen was schiefgelaufen sei. „Unsere Intention ist es, in den Mitarbeitergesprächen auch die gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen“, sagt Kiss. „Wir wollen, dass der Mitarbeiter spürt, dass nicht nur er froh sein kann, hier zu arbeiten, sondern auch der Arbeitgeber seine Angestellten braucht.“

Außerdem diene das vertrauliche Gespräch der Weiterentwicklung der Behörde und der Eigenbetriebe. „Wir hoffen darauf, dass wir uns so noch verbessern können“, sagt Kiss. Nach einem bestimmten Leitfaden gehen die Vorgesetzten in Baiersbronn allerdings nicht vor. „Jeder Mitarbeiter ist anders und es stehen andere Themen auf der Agenda, da ist ein standardisierter Leitfaden nicht unbedingt sinnvoll.“ Wenn möglich würde jedoch am Ende des Gesprächs eine Zielvereinbarung getroffen, sagt Kiss. „Wenn etwas schief läuft können Verbesserungsvorschläge aufgenommen werden.“ Und bei neuen Projekten würden oft ebenfalls Ziele vereinbart, so der stellvertretende Personalleiter.

Schadensersatz bei nicht geführtem Mitarbeitergespräch

Dass nicht geführte Mitarbeitergespräche und nicht getroffene Zielvereinbarungen für den Arbeitgeber unter Umständen teuer werden können, zeigt die Rechtsprechung zum Fall 10 AZR 390/09. In dem Urteil hat das Bundesarbeitsgericht einem Arbeitnehmer einen Schadensersatz zugesprochen, weil er durch eine fehlende Zielvereinbarung keinen erfolgsabhängigen Bonus erhalten hat. Dagegen hatte der Mann geklagt. Generell haben Mitarbeiter einen Rechtsanspruch auf ein Mitarbeitergespräch. Das besagt das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). In Paragraf 82 steht, dass der Arbeitnehmer jederzeit um ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten bitten darf, wenn es um eine betriebliche Angelegenheit geht, die ihn persönlich betrifft. Darin verankert ist auch das Recht des Mitarbeiters, Verbesserungsvorschläge zu machen.

Doch auch unter anderen Aspekten können sich die Gespräche mit dem Mitarbeiter als durchaus wertvoll erweisen. Richtig geführt sollte das Gespräch zwischen Chef und Mitarbeiter beiden Raum für Lob und Kritik geben. Außerdem signalisiert die Tatsache, dass sich die Führungskraft Zeit für den Mitarbeiter nimmt - in der Regle dauert ein Mitarbeitergespräch etwa eine Stunde – eine Wertschätzung für den Angestellten oder Beamten und soll ihn oder sie motiviert aus dem Gespräch wieder entlassen.

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