Bauen im Land

Expo Dubai: Ein „schwebender Pavillon“ hebt Baden-Württemberg heraus

Das Baden-Württemberg-Haus auf der Expo gehört zu den politisch umstrittensten Bauprojekten. Es ermöglicht dem Land und seiner Wirtschaft aber auch einen einzigartigen Auftritt vor Weltpublikum. Denn Baden-Württemberg ist unter mehr als 190 Staaten die einzige Region weltweit, die mit einem eigenen Pavillon vertreten ist.
Das Baden-Württemberg-Haus auf der Weltausstellung in Dubai soll beispielgebend für die heimische Ingenieurbaukunst und Architektur sein. Die Expo läuft noch bis Ende März nächsten Jahres. Catalin Marin)

Daten und Fakten

Maßnahme
  • Bau des Baden-Württemberg-Hauses für die Expo 2020 in Dubai
Bauherr
  • Projektgesellschaft Baden-Württemberg Expo 2020 Dubai
Architekten
  • Projektgesellschaft Baden-Württemberg Expo 2020 Dubai und Nüssli Gruppe, Hüttwilen (Schweiz)
Bauzeit
  • 11/2020 bis 7/2021
Nutzfläche
  • rund 2600 Quadratmeter
Kosten
  • rund 17,7 Millionen Euro
Finanzierung
  • rund 15,1 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg
    rund 2,6 Millionen Euro von Sponsoren aus der baden-württembergischen Wirtschaft

STUTTGART. Etwas mehr als 15 Millionen Euro hat das Land für den Bau des Pavillons auf der Expo in Dubai ausgegeben. Denn nur rund 2,6 Millionen Euro der Gesamtkosten von 17,7 Millionen Euro wurden von Sponsoren aus der Wirtschaft gedeckt, die nach den ursprünglichen Planungen den Löwenanteil beisteuern sollten.

„Meilenstein in der globalen Präsenz unseres Landes“

Das Geld ist nach Ansicht von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut trotz aller politischen Auseinandersetzungen um die Höhe des staatlichen Zuschusses gut angelegt. „Das Projekt ist eine herausragende Gelegenheit und ein Meilenstein in der globalen Präsenz unseres Landes“, sagte die CDU-Politikerin bei der Eröffnung des Pavillons vor wenigen Tagen.

Das Gebäude selbst ist gewissermaßen Teil der Präsentation, die vor allem die Innovationsfähigkeit der baden-württembergischen Industrie und Forschung vorstellen soll. Der Pavillon soll ein Schaustück der schwäbischen Ingenieurbaukunst, der Architektur und der interdisziplinären Zusammenarbeit sein, wie es seitens der Projektgesellschaft heißt, die den Expo-Auftritt geplant und organisiert hat. Dahinter stehen die Ingenieurkammer Baden-Württemberg, die Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe-Gesellschaft und das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Das zweistöckige Bauwerk wurde in rund neun Monaten Bauzeit nach Planungen der Projektgesellschaft gemeinsam mit der schweizerischen Nüssli AG errichtet. Nüssli ist Spezialist für temporäre Bauten und hat für die Weltausstellung zehn Länder-Pavillons gebaut.

Das Baden-Württemberg-Haus ist ein Holzhybrid-Bauwerk, dessen oberes Stockwerk komplett mit Lamellen aus Holz verkleidet ist, das nach Angaben der Projektgesellschaft aus heimischen Wäldern stammt. Zusammen mit weiteren Funktionen, wie der Haustechnik, soll der Pavillon auch für nachhaltiges Bauen stehen.

Schwäbisches Fachwerk als Vorbild für das Tragwerk

Für das Tragwerk haben sich die Planer am schwäbischen Fachwerk orientiert. Damit werde erreicht, dass der Pavillon wie frei schwebend über dem weitgehend transparenten unteren Stockwerk wirkt, heißt es seitens der Projektgesellschaft. Der untere Bereich soll an eine Landschaft, etwa den Schwarzwald, erinnern.

Der Baden-Württemberg-Pavillon wurde parametrisch geplant. So wurden architektonische Gestaltung, statische Anforderungen und die Flächenaufteilung optimal aufeinander abgestimmt. Das Konzept erlaube, effizient auf veränderte Nutzeranforderungen zu reagieren, etwa bei der Verwendung des Gebäudes nach Abschluss der Weltausstellung Ende März kommenden Jahres. Eine Lösung dafür ist schon gefunden. Die Universität der Vereinigten Arabischen Emirate beabsichtigt, den Pavillon samt Ausstellung als Bildungsstätte zu nutzen.

Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Newsletter

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