Bauen im Land

Neubau Klinik am Eichert Göppingen

Die Klinik am Eichert ist das mit Abstand größte Neubauprojekt, das das Land Baden-Württemberg in sein Krankenhausbauprogramm aus dem Jahr 2018 aufgenommen hat. Seit April 2019 wird in Göppingen gebaut. Nun wurde mit dem Richtfest gewissermaßen die Halbzeit für die bis 2024 dauernden Bauarbeiten erreicht.

Daten und Fakten

Architekten
  • Arcass Freie Architekten, Stuttgart
Maßnahme
  • Neubau Klinik am Eichert, Göppingen
Bauherr
  • Alb-Fils-Kliniken, Göppingen
Bauzeit
  • 4/2019 bis 2024
Betten
  • 645 Stationsbetten und 43 Intensivbetten
Operationssäle
  • Zwölf einschließlich ein Hybrid-OP, zwei OP-Säle als Ausbaureserve
Nutzfläche
  • rund 43 000 Quadratmeter
Kosten
  • rund 445 Millionen Euro
Förderung
  • 110 Millionen Euro Landkreis Göppingen
    168 Millionen Euro Land Baden-Württemberg

GÖPPINGEN. 445 Millionen Euro werden derzeit am südlichen Stadtrand von Göppingen verbaut. Direkt neben der bisherigen, inzwischen 42 Jahre alten Klinik, entsteht der Neubau der Alb-Fils-Kliniken. Neben dem eigentlichen Krankenhausgebäude werden mit dieser Summe auch ein Bildungszentrum, die bereits fertiggestellten Teilprojekte Kindertagesstätte, Parkhaus und Personalwohngebäude und das gerade begonnene Ärztehaus (siehe Beitrag unten) finanziert.

Landkreis schießt 110 Millionen Euro zu

Im November 2018 hatte der Göppinger Kreistag den Weg für den Neubau des Krankenhauses in der Kreisstadt freigemacht. Denn die Alb-Filstal-Kliniken sind zu 100 Prozent in der Trägerschaft des Landkreises. Der sagte damals auch einen Zuschuss von 110 Millionen Euro für den Neubau zu.

Die neue Klinik soll nicht nur bessere medizinische Behandlungsmöglichkeiten und mehr Aufenthaltsqualität für Patienten bringen, sondern auch den Klinikbetrieb kostengünstiger machen. „Durch den Neubau bekommen wir eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Klinikums, wodurch Betriebskosten eingespart und Synergieeffekte besser genutzt werden können“, sagte Wolfgang Schmid, der kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken bei der Grundsteinlegung.

Dazu könnte auch die Energieeffizienz des Neubaus beitragen. Denn die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat den Entwurf des Neubaus, der vom Stuttgarter Architekturbüro Arcass stammt, als erstes Krankenhaus in Baden-Württemberg mit dem DGNB-Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet, wie die Alb-Fils-Kliniken erklären.

Geplant wurde der Neubau komplett mit Building Information Modeling (BIM). Dabei ersetzen digitale 3-D-Modelle mit allen Mengen- und Materialangaben und den Kosten die klassischen Papierpläne. Die Alb-Fils-Kliniken sind nach eigenen Angaben eine der ersten Kliniken in Deutschland, die BIM durchgängig bei der Planung ihres Neubaus einsetzen.

Auf sieben Stockwerken und zwei Untergeschossen stehen ab 2024 rund 43 000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Im Erdgeschoss werden die Zentrale Notaufnahme und weitere Funktionsbereiche wie Radiologie und Herzkatheter sowie die Patientenaufnahme und Ambulanzen untergebracht.

645 Patientenbetten auf 16 Stationen verteilt

Im ersten Obergeschoss ist Raum für die zwölf Operationssäle und zwei Intensivstationen, den Kreißsaal sowie die Dialysestation. Im zweiten Stock ist die Klinikverwaltung und das Labor angesiedelt. Darüber folgen die Ebenen mit den16 Bettenstationen, die über insgesamt 645 Betten in Ein- und Zweibettzimmern verfügen.

Um Platz für den Neubau zu schaffen, mussten die bisherige Kindertagesstätte sowie die früheren Personalwohngebäude abgerissen werden. Die Ersatzbauten einschließlich eines neuen Parkhauses waren bereits vor dem Abriss der alten Gebäude errichtet und 2018 eingeweiht worden. Wenn das neue Krankenhaus fertiggestellt ist, soll die bisherige Klinik abgerissen werden. An deren Stelle soll ein Park für die Patienten angelegt werden.

Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Newsletter

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