Bauen im Land

Stadion Neubau: Neue Heimat für Freiburger Bundesliga-Kicker

Neun Jahre nach dem Grundsatzbeschluss des Freiburger Gemeinderates für den Neubau eines Fußballstadions ist die Arena in der vergangenen Woche offiziell eröffnet worden. Das Stadion neben dem Freiburger Flugplatz bietet Platz für 34 700 Zuschauer, knapp zwei Drittel davon Sitzplätze.
34 700 Zuschauer finden im neuen Freiburger Fußballstadion Platz. Klaus Polkowski)

Daten und Fakten

Bauherr
  • Stadion Freiburg Objektträger GmbH & Co. KG
Nutzer
  • Sportclub Freiburg
Bauzeit
  • 11/2018 bis 9/2021
Kosten
  • 76,6 Millionen Euro für den Stadionbau,
    rund 50 Millionen Euro für Infrastruktur und Erschließung
Förderung
  • rund 16,2 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg
Architekten
  • HPP Architekten, Düsseldorf
Kapazität
  • 34 700 Zuschauerplätze, davon 12 400 Stehplätze
Besonderheiten
  • weltweit größte Solaranlage auf einem Stadiondach geplant

FREIBURG. Das Spielfeld zu klein und auch noch mit leichtem Gefälle, keine VIP-Logen für die zahlungskräftigen Fans: Das Freiburger Dreisam-Stadion war als Heimspielstätte des Fußball-Bundeligisten SC Freiburg schon seit längerer Zeit ein Problemfall.

Bürgerentscheid machte den Weg frei

2012 sprach sich der Gemeinderat für einen Neubau aus. Zuvor hatten Gutachten ermittelt, dass ein Umbau des bestehenden Stadions kaum billiger wäre. Drei Jahre später wurde in einem Bürgerentscheid der Standort des Stadions im Wolfswinkel im Freiburger Norden sowie das Bau- und Finanzierungskonzept gebilligt.

Nach der architektonisch besten Lösung suchten die Stadt und der Fußballverein in einem Wettbewerb, über den der Auftrag für ein schlüsselfertiges Stadion vergeben werden sollte. Sieger wurde das Osnabrücker Bauunternehmen Köster, dass den Bau als Totalübernehmer realisierte und für die Planung das Düsseldorfer Architekturbüro HPP beauftragte.

„Neben der klaren Architektursprache stand das gemeinsame Erlebnis für die Fans von Beginn an im Mittelpunkt“, umreißt Antonio Vultaggio, Partner bei HPP, den grundlegenden Planungsansatz. Die klare architektonische Struktur entwickelte HPP durch die Kombination eines achteckigen Stadion-Baukörpers mit einem viereckigen Dach, das von diagonalen Zugstützen gehalten wird, die das Erscheinungsbild von außen prägen. Für ein gelungenes Erlebnis der Besucher sollen die steilen Tribünen sorgen, die den Architekten zufolge überall ideale Sichtbedingungen auf den Rasen bieten. Und durch die Kesselwirkung werde eine stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt.

An drei Seiten zieht sich eine Promenade zwischen Ober- und Unterrängen durch das Stadion, die nicht nur Zugang ist, sondern auch Aufenthalts- und Kommunikationszone sein soll. Nur im Süden, wo die eingefleischten SC-Fans ihre Plätze haben, wurde darauf verzichtet, um Fan-Choreographien zu erleichtern.

Finanzierung durch die Pacht des SC Freiburg

76,6 Millionen Euro hat das Stadion gekostet. Die Investitionen werden über die Pacht des Bundesligisten finanziert, der pro Jahr 3,8 Millionen Euro an die städtische Gesellschaft zahlt, die für den Bau gegründet wurde. Weitere 50 Millionen Euro wurden für die Infrastruktur rund um das Stadion verbaut. Rund 38 Millionen muss die Stadt finanzieren, der Rest wurde über Fördermittel oder Erschließungsbeiträge gedeckt.

Diagonale Zugstützen halten das Dach der neuen Fußball-Arena, die offiziell Europa-Park-Stadion heißt.
Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Newsletter

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