Bauen im Land

Trumpf Hettingen: Standort Hettingen älter als der Stammsitz

Der Standort von Trumpf in Hettingen auf der südlichen Schwäbischen Alb ist der drittgrößte des Unternehmens in Deutschland und gleichzeitig der mit der längsten Geschichte. Denn das Werk in Hettingen ist älter als der heutige Stammsitz des Konzerns in Ditzingen.

Schon seit den 1950er-Jahren ist Hettingen ein wichtiger Produktionsstandort der Trumpf-Gruppe.

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HETTINGEN. Die Unternehmenschronik von Trumpf vermerkt für das Jahr 1955 ganz kurz: Trumpf eröffnet ein Werk in Hettingen auf der Schwäbischen Alb. Über die Gründe für die Standortentscheidung findet sich nichts. Doch Anekdoten, dass dies auf persönliche Vorlieben des vor drei Jahren verstorbenen Firmenpatriarchen Berthold Leibinger für die Schwäbische Alb zurückzuführen sei, dürften eher unwahrscheinlich sein. Leibinger hatte zwar zu Beginn der 1950er-Jahre eine Lehre bei Trumpf gemacht und war 1956 als Student für die Diplomarbeit zurückgekehrt, doch unternehmerische Verantwortung trug er erst seit den frühen 1960er-Jahren.

Masterplan soll Patchwork der Firmengebäude beseitigen

Als der Standort Hettingen in damals leerstehenden Fabrikhallen im Laucherttal eröffnet wurde, saß das Unternehmen noch in Stuttgart-Weilimdorf. Der Umzug ins nahegelegene Ditzingen, wo sich heute die Konzernzentrale befindet, fand erst 1972 statt. Hettingen werde von langjährigen Mitarbeitern wegen der langen Tradition des Standorts noch heute intern als „Werk 1“ bezeichnet, heißt es bei Trumpf.

Seit der Gründung ist das Fabrikgelände am Rande des kleinen Städtchens kontinuierlich gewachsen. Die Architektin Regine Leibinger, Tochter des langjährigen Trumpf-Chefs, sprach in einem Interview einmal von „Patchwork“. Dadurch seien die Gebäude zum Teil unübersichtlich und wenig flexibel gewesen.

Leibingers Büro entwickelte deshalb einen Masterplan für die Neugestaltung des Geländes. Ab 2010 wurden mehrere Produktionshallen neu gebaut.

Ausbildungswerkstatt als Beispiel regionaler Baukultur gewürdigt

Zuvor war bereits die neue Ausbildungswerkstatt für den Standort als Anbau an bestehende Gebäude errichtet worden. Der Bau, in dem auch Büros untergebracht sind, wurde 2013 im Rahmen der Initiative „Baukultur Schwäbische Alb“ als Beispiel zeitgemäßer, aber regional angepasster Architektur ausgezeichnet.

Die Sanierung des alten Hettinger Standorts ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Weitere Investitionen sollen folgen, kündigte ein Unternehmenssprecher an.

Für das Zerspanungs-Kompetenzzentrum erwies sich das alte Gelände an der Lauchert aber trotz Neuordnung als zu beengt. Der Neubau wurde deshalb im Gewerbegebiet „Langensteig“ etwas außerhalb von Hettingen angesiedelt.

Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Newsletter

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