Bauen im Land

Universität Mannheim: Aula im Schloss erstrahlt im Stil der 1950er-Jahre

Die Aula im östlichen Seitenflügel des Mannheimer Schlosses ist der Repräsentationsraum der Universität Mannheim. Nach rund vier Jahren Umbau und Sanierungsarbeiten ist die Aula ebenso wie der gesamte Schlossteil nun wieder nutzbar.

Die Aula im östlichen Seitenflügel des Mannheimer Schlosses ist der Repräsentationsraum der Universität. Thomas Ott)

Daten und Fakten

Maßnahme
  • Sanierung Aula, Katakomben und Kunstturm (AKK) im östlichen Seitenflügel des Schlosses Mannheim
Nutzer
  • Universität Mannheim
Bauherr
  • Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim und Heidelberg
Architekten
  • HG Merz Architekten Museumsgestalter, Stuttgart und Berlin
Bauzeit
  • 10/2016 bis 7/2020
Fläche
  • 2583 Quadratmeter
Kosten
  • 17,34 Millionen Euro
Besonderheiten
  • Denkmalgeschützte Innenausstattung der Aula wurde restauriert und original erhalten.

MANNHEIM. Das Mannheimer Schloss stammt aus der Barockzeit, doch die Aula in ihrer heutigen Form entstand erst 1952. Damals wurde das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss wieder aufgebaut und die einstige Hofbibliothek als Veranstaltungsraum für die damalige Wirtschaftshochschule und spätere Universität umgebaut. Der kulturhistorischen Bedeutung tat dies keinen Abbruch, und die Aula wurde unter Denkmalschutz gestellt. Für die Sanierung bedeutete dies, dass der Innenausbau aus den frühen 1950er-Jahren erhalten werden musste.

Holzvertäfelung ausgebaut und restauriert

Um dies zu erreichen, wurde die Holzvertäfelung aus Birkensperrholz demontiert, restauriert und auf einer nicht brennbaren Unterkonstruktion wieder eingebaut. Denn die Beseitigung von Defiziten beim Brandschutz war eine der wesentlichen Aufgaben bei der Sanierung.

Eine andere war die Verbesserung des Schallschutzes. Dafür wurde eine innere zweite Fensterebene in der Aula eingebaut.

Auch die Lüftungsanlage wurde ausgetauscht. Über Auslässe oberhalb der neuen Deckensegel versorgt sie die Aula mit Luft und Wärme. Und in die historischen Leuchter wurden LED-Ringe integriert, um die Beleuchtung für Vorlesungen und Prüfungen anpassen zu können. Zudem wurde die Medientechnik, unter anderem mit einer in der Decke versenkbaren Leinwand, auf den neuesten Stand gebracht.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) hatte schon bei der Baufreigabe gelobt: „Die Universität Mannheim ist ein Zentrum des intellektuellen Lebens in der Region: Eine Vielzahl an Tagungen, Festveranstaltungen, Ausstellungen oder Vorträgen locken immer wieder zahlreiche Interessierte – auch von außerhalb der Universität. Dem daraus resultierenden hohen Raumbedarf wird die Universität durch die Sanierung nun besser gerecht und das Schlossgebäude wird nochmals aufgewertet.“

Neues Treppenhaus an historischer Stelle

In Katakomben im Erdgeschoss hatten die Planer vom Stuttgarter Architekturbüro HG Merz ebenfalls nur „behutsame Eingriffe“ vorgesehen. Die Böden und Wände aus rotem Sandstein wurden gereinigt, die verputzten Tonnengewölbe des einstigen Bibliotheksarchivs erhielten einen unscheinbaren, aber dennoch effektiven Akustikputz. Über neue große Lüftungsgitter in den Fensternischen kann der Raum nun weitgehend zugfrei belüftet und beheizt werden, so Vermögen und Bau Amt Mannheim und Heidelberg.

Ein größerer Eingriff in die Bausubstanz war in dem Verbindungsbau zwischen Aula und dahinter liegendem Kunstturm erforderlich. Dort wurde ein neues Treppenhaus eingebaut, um brandschutzrechtliche Auflagen zu erfüllen und den Zugang zu allen Räumen barrierefrei zu gestalten. An gleicher Stelle hatte es bereits im 18. Jahrhundert eine Treppe gegeben.

Für die gesamte Maßnahme hat das Land mehr als 17 Millionen Euro investiert. Zu Beginn war das Finanzministerium noch von Kosten von 13 Millionen Euro ausgegangen.

Das bestehende Treppenhaus wurde saniert und eine weitere Treppe neu errichtet, um Anforderungen an Brandschutz und Barrierefreiheit zu erfüllen.
Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Newsletter

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