Neues


Hier finden Sie aktuelle Meldungen, Ankündigungen oder Ausstellungshinweise zu Landeskunde und Regionalgeschichte.

Laemmle auf dem Ozeandampfer Leviathan (Foto: Museum zur Geschichte von Christen und Juden Laupheim)

Neue Carl Laemmle-Abteilung in Laupheim

Seit Ende Januar 2018 ist die Abteilung zu Carl Laemmle im Laupheimer Museum zur Geschichte von Christen und Juden neu eröffnet. In die neue Konzeption sind die Ergebnisse der großen Ausstellung eingeflossen, die das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zum 150. Geburtstag des Filmunternehmers 2017 veranstaltet hat – Kurator Rainer Schimpf hatte in Momente 1/17 darüber berichtet. Auch die neue Laupheimer Konzeption stammt vom Kuratorenteam des HdG-BW, während die Stadt Laupheim den Umbau der Museumsräume finanzierte.

Obwohl Carl Laemmle 1884 Laupheim verließ, um in die USA auszuwandern, wurde die Stadt immer wieder Ziel seiner Reisen. In Amerika gründete er die Universal Studios und führte Hollywood als Filmpionier auf den Weg zum Ruhm. Dennoch unterstützte Laemmle seine Geburtsstadt weiterhin finanziell. Während der NS-Zeit setzte er sich mittels sogenannter „Affidavits“ für die Rettung hunderter Juden aus Laupheim ein. Seinen Lebensthemen – Auswanderung, Heimatbezug und Filmindustrie – entspricht jetzt auch die Aufteilung der drei neu eingerichteten Räume.

SERVICE 
Museum zur Geschichte von Christen und Juden
Schloss Großlaupheim
Claus-Graf-Stauffenberg-Straße 15
88471 Laupheim 
Telefon 07392 96800-0
museum(at)laupheim.de
www.museum-laupheim.de


Die Kunstkammer der Herzöge von Württemberg jetzt im Katalog

Mit knapp 4.000 erhaltenen Objekten gehört die Kunstkammer der Herzöge von Württemberg im Landesmuseum Württemberg zu den bedeutendsten Europas. Seit 2012 arbeiteten mehrere Institutionen unter Federführung des Landesmuseums Württemberg an ihrer umfassenden Bestandsaufnahme – finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (siehe Momente-Ausgabe 3/2015). Jetzt konnte der dreibändige Bestandskatalog präsentiert werden, dessen Erscheinen die Ernst von Siemens Kunststiftung unterstützte. Auf insgesamt 1064 Seiten behandelt er die

kunstgeschichtliche Bedeutung der Sammlung in über 30 Essays und enthält fast 400 ausführliche Objektbeschreibungen mit zahlreichen Abbildungen und Quellennachweisen. Erhältlich ist der Katalog als Hardcover für 98 Euro bei der Süddeutschen Verlagsgesellschaft Ulm (ISBN: 978-3-7995-1259-6).

Im digitalen Katalog des Landesmuseums Württemberg unter http://www.landesmuseum-stuttgart.de/sammlungen/digitaler-katalog/kunstkammer/ sind schon jetzt große Teile der ehemaligen Kunstkammer der württembergischen Herzöge mit Bild und umfangreichen Informationen verfügbar – Ende 2017 wird auch hier die Online-Publikation zur Kunstkammer abgeschlossen sein.


Ausstellung zu Herrenberg im Nationalsozialismus

Thematisch passend zur aktuellen Momente-Ausgabe 4|2017 zeigt das Stadtarchiv Herrenberg ab 27. November 2017 die Ausstellung „Herrenberg im Nationalsozialismus“. Grundlage der Ausstellung ist das gleichnamige neue Buch des Historikers Dr. Marcel von Lehn, das an diesem Abend ebenfalls vorgestellt wird. In der Ausstellung sind Bilder, Originaldokumente und zeitgenössische Objekte zu sehen, die Aufschluss über die gesellschaftliche Entwicklung während der NS-Zeit in Herrenberg geben. Während sich ein Großteil der Bevölkerung auf das menschenverachtende System der

Nationalsozialisten einließ, litten andere Stadtbewohner unter Verfolgung, Deportation, Ausbeutung oder Zwangssterilisation.

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung finden am Montag, 27. November um 18.00 Uhr im Stadtarchiv Herrenberg statt, die Ausstellung wurde verlängert und ist noch bis zum 31. Juli 2018 zu sehen.

KONTAKT
Stadtarchiv Herrenberg
Marienstraße 21
71093 Herrenberg
Tel. 07032/954633-0
s.albus-koetz(at)herrenberg.de
weitere Informationen


Fotografie des Baumeister-Wandbildes

Baumeister-Wandbild 1938 in Waiblingen zerstört

Die Momente-Ausgabe 4|2017 schildert ab Seite 36 das Schicksal eines Gemäldes von Willi Baumeister, das randalierende SS-Mitglieder in der Pogromnacht am 10./11. November 1938 zerschnitten. Bereits im Frühjahr 1938 wurde ein Baumeister-Wandbild mit einer ganz ähnlichen gymnastischen Szene in Waiblingen zerstört. Es befand sich im Foyer des Waiblinger Bezirkskrankenhauses. Das moderne Gebäude mit Flachdach hatte der ehemalige Ausstellungsleiter der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, Richard Döcker, geplant und seinen Freund Willi Baumeister mit dem Wandbild beauftragt. Bereits zur Entstehungszeit 1928 wurden Gebäude und Wandgemälde wegen ihrer Modernität heftig angefeindet.

Hintergrund für die Zerstörung des Wandbildes 1938 war der von den Nationalsozialisten seit 1933 begonnene Feldzug für deutsche Kunst. Kunst, die nicht den nationalsozialistischen Idealen entsprach, wurde als „entartet“ entfernt oder zerstört, ihre Urheber wurden verfolgt oder unterdrückt – wie Baumeister, der 1933 als Professor der Frankfurter Kunstgewerbeschule entlassen wurde. 1935 forderte das Reichspropagandaministerium mehr deutsche Kunst in öffentlichen Räumen. Die Stadt Waiblingen ließ daraufhin ab Januar 1938 ein entsprechend heroisches Sgraffitobild am Beinsteiner Torturm anbringen. In diesem Zuge wurde dann das Baumeister-Wandbild im Krankenhaus übermalt. Unmittelbar vor der Zerstörung machte der damalige Chefarzt Dr. Gerling noch ein Foto.

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