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Hier finden Sie aktuelle Meldungen, Ankündigungen oder Ausstellungshinweise zu Landeskunde und Regionalgeschichte.


Der Neubau der Kunsthalle Mannheim am Friedrichsplatz (Foto: Kunsthalle Mannheim, Rainer Diehl)

Neu eröffnete Kunsthalle Mannheim zeigt ihre Provenienzforschung

Die gerade mit großer Resonanz eröffnete neue Kunsthalle Mannheim setzt auch in ihrer Dauerausstellung Maßstäbe: Sie präsentiert die Ergebnisse ihrer bisher siebenjährigen Provenienzforschung und ist damit das erste Museum deutschlandweit, dass diese Ergebnisse dauerhaft in seine Schaupräsentation integriert hat.

Die Ausstellung veranschaulicht, welche Auswirkungen der Nationalsozialismus hatte und bis heute auf die Kunsthalle und ihre Sammlung hat – und auch auf die mit dem Museum verbundenen Menschen: Sie wurden 

aus ihren Ämtern gedrängt, zur Emigration gezwungen oder ermordet. Die Präsentation beleuchtet die Folgen des Nationalsozialismus in drei unterschiedlichen Themenfeldern: Erstens die nationalsozialistische Enteignungsaktion „Entartete Kunst“, zweitens das Schicksal jüdischer Sammlerfamilien und drittens die Provenienzforschung als wichtiges Arbeitsfeld im Museum.

Seit 2011 erforscht die Kunsthalle Mannheim systematisch die Herkunft aller Gemälde, Skulpturen und Grafiken in ihrem Bestand und zielt – unterstützt vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste – darauf ab, die Besitzerwechsel aller vor 1946 entstandenen Objekte zu klären. Kunstwerke, die ihre Vorbesitzer wegen ihrer politischen Aktivitäten oder ihrer Abstammung während des Nationalsozialismus verkaufen mussten oder die geraubt oder enteignet wurden, werden identifiziert, um sie den früheren Besitzern und deren Erben zurückgeben oder faire Lösungen für eine Entschädigung treffen zu können.

In Momente war die Provenienzforschung zuletzt in Ausgabe 4/2017 Thema: zum Beitrag

Weitere Informationen: Kunsthalle Mannheim


Foto: Dreiländermuseum Lörrach (Karikatur von Hansi (Jean-Jacques Waltz) auf die Vertreibung der Deutschen aus dem Elsass nach dem Ersten Weltkrieg)

TRINATIONALES AUSSTELLUNGSPROJEKT ZUR „ZEITENWENDE 1918/19“

Anlässlich des 100. Jahrestages von 1918/19 präsentiert das trinationale „Netzwerk Museen“ 30 Ausstellungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zum Epochenwechsel nach dem Ersten Weltkrieg. Die Projekte beschäftigen sich mit dem Ende des Krieges und den darauf folgenden Umbrüchen: Baden und Deutschland werden Republiken, die Schweiz wird durch einen Generalstreik erschüttert, das Elsass wird französisch und der oberrheinische Alltag wird insgesamt durch die neu eingeführten Grenzkontrollen geprägt. Der geografische Rahmen der gemeinsam vermarkteten 

Ausstellungen liegt zwischen Basel, Straßburg, Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt am Main, aber dazwischen beteiligen sich auch viele kleinere Orte mit einem besonderen thematischen Bezug zur Zeitenwende 1918/19. So bietet die Ausstellungsreihe auf vergleichsweise engem Raum die Gelegenheit, zwischen Sommer 2018 und Frühjahr 2019 die großen Unterschiede der damaligen Situation in den drei Ländern zu entdecken. Auch die Momente-Ausgabe 3|2018 wird sich dem Thema widmen.

www.dreilaendermuseum.eu/de


Laemmle auf dem Ozeandampfer Leviathan (Foto: Museum zur Geschichte von Christen und Juden Laupheim)

Neue Carl Laemmle-Abteilung in Laupheim

Seit Ende Januar 2018 ist die Abteilung zu Carl Laemmle im Laupheimer Museum zur Geschichte von Christen und Juden neu eröffnet. In die neue Konzeption sind die Ergebnisse der großen Ausstellung eingeflossen, die das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zum 150. Geburtstag des Filmunternehmers 2017 veranstaltet hat – Kurator Rainer Schimpf hatte in Momente 1/17 darüber berichtet. Auch die neue Laupheimer Konzeption stammt vom Kuratorenteam des HdG-BW, während die Stadt Laupheim den Umbau der Museumsräume finanzierte.

Obwohl Carl Laemmle 1884 Laupheim verließ, um in die USA auszuwandern, wurde die Stadt immer wieder Ziel seiner Reisen. In Amerika gründete er die Universal Studios und führte Hollywood als Filmpionier auf den Weg zum Ruhm. Dennoch unterstützte Laemmle seine Geburtsstadt weiterhin finanziell. Während der NS-Zeit setzte er sich mittels sogenannter „Affidavits“ für die Rettung hunderter Juden aus Laupheim ein. Seinen Lebensthemen – Auswanderung, Heimatbezug und Filmindustrie – entspricht jetzt auch die Aufteilung der drei neu eingerichteten Räume.

SERVICE 
Museum zur Geschichte von Christen und Juden
Schloss Großlaupheim
Claus-Graf-Stauffenberg-Straße 15
88471 Laupheim 
Telefon 07392 96800-0
museum(at)laupheim.de
www.museum-laupheim.de


Die Kunstkammer der Herzöge von Württemberg jetzt im Katalog

Mit knapp 4.000 erhaltenen Objekten gehört die Kunstkammer der Herzöge von Württemberg im Landesmuseum Württemberg zu den bedeutendsten Europas. Seit 2012 arbeiteten mehrere Institutionen unter Federführung des Landesmuseums Württemberg an ihrer umfassenden Bestandsaufnahme – finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (siehe Momente-Ausgabe 3/2015). Jetzt konnte der dreibändige Bestandskatalog präsentiert werden, dessen Erscheinen die Ernst von Siemens Kunststiftung unterstützte. Auf insgesamt 1064 Seiten behandelt er die

kunstgeschichtliche Bedeutung der Sammlung in über 30 Essays und enthält fast 400 ausführliche Objektbeschreibungen mit zahlreichen Abbildungen und Quellennachweisen. Erhältlich ist der Katalog als Hardcover für 98 Euro bei der Süddeutschen Verlagsgesellschaft Ulm (ISBN: 978-3-7995-1259-6).

Im digitalen Katalog des Landesmuseums Württemberg unter http://www.landesmuseum-stuttgart.de/sammlungen/digitaler-katalog/kunstkammer/ sind schon jetzt große Teile der ehemaligen Kunstkammer der württembergischen Herzöge mit Bild und umfangreichen Informationen verfügbar – Ende 2017 wird auch hier die Online-Publikation zur Kunstkammer abgeschlossen sein.


Ausstellung zu Herrenberg im Nationalsozialismus

Thematisch passend zur aktuellen Momente-Ausgabe 4|2017 zeigt das Stadtarchiv Herrenberg ab 27. November 2017 die Ausstellung „Herrenberg im Nationalsozialismus“. Grundlage der Ausstellung ist das gleichnamige neue Buch des Historikers Dr. Marcel von Lehn, das an diesem Abend ebenfalls vorgestellt wird. In der Ausstellung sind Bilder, Originaldokumente und zeitgenössische Objekte zu sehen, die Aufschluss über die gesellschaftliche Entwicklung während der NS-Zeit in Herrenberg geben. Während sich ein Großteil der Bevölkerung auf das menschenverachtende System der

Nationalsozialisten einließ, litten andere Stadtbewohner unter Verfolgung, Deportation, Ausbeutung oder Zwangssterilisation.

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung finden am Montag, 27. November um 18.00 Uhr im Stadtarchiv Herrenberg statt, die Ausstellung wurde verlängert und ist noch bis zum 31. Juli 2018 zu sehen.

KONTAKT
Stadtarchiv Herrenberg
Marienstraße 21
71093 Herrenberg
Tel. 07032/954633-0
s.albus-koetz(at)herrenberg.de
weitere Informationen


Fotografie des Baumeister-Wandbildes

Baumeister-Wandbild 1938 in Waiblingen zerstört

Die Momente-Ausgabe 4|2017 schildert ab Seite 36 das Schicksal eines Gemäldes von Willi Baumeister, das randalierende SS-Mitglieder in der Pogromnacht am 10./11. November 1938 zerschnitten. Bereits im Frühjahr 1938 wurde ein Baumeister-Wandbild mit einer ganz ähnlichen gymnastischen Szene in Waiblingen zerstört. Es befand sich im Foyer des Waiblinger Bezirkskrankenhauses. Das moderne Gebäude mit Flachdach hatte der ehemalige Ausstellungsleiter der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, Richard Döcker, geplant und seinen Freund Willi Baumeister mit dem Wandbild beauftragt. Bereits zur Entstehungszeit 1928 wurden Gebäude und Wandgemälde wegen ihrer Modernität heftig angefeindet.

Hintergrund für die Zerstörung des Wandbildes 1938 war der von den Nationalsozialisten seit 1933 begonnene Feldzug für deutsche Kunst. Kunst, die nicht den nationalsozialistischen Idealen entsprach, wurde als „entartet“ entfernt oder zerstört, ihre Urheber wurden verfolgt oder unterdrückt – wie Baumeister, der 1933 als Professor der Frankfurter Kunstgewerbeschule entlassen wurde. 1935 forderte das Reichspropagandaministerium mehr deutsche Kunst in öffentlichen Räumen. Die Stadt Waiblingen ließ daraufhin ab Januar 1938 ein entsprechend heroisches Sgraffitobild am Beinsteiner Torturm anbringen. In diesem Zuge wurde dann das Baumeister-Wandbild im Krankenhaus übermalt. Unmittelbar vor der Zerstörung machte der damalige Chefarzt Dr. Gerling noch ein Foto.

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