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Ausstellung zu Herrenberg im Nationalsozialismus

Thematisch passend zur aktuellen Momente-Ausgabe 4|2017 zeigt das Stadtarchiv Herrenberg ab 27. November 2017 die Ausstellung „Herrenberg im Nationalsozialismus“. Grundlage der Ausstellung ist das gleichnamige neue Buch des Historikers Dr. Marcel von Lehn, das an diesem Abend ebenfalls vorgestellt wird. In der Ausstellung sind Bilder, Originaldokumente und zeitgenössische Objekte zu sehen, die Aufschluss über die gesellschaftliche Entwicklung während der NS-Zeit in Herrenberg geben. Während sich ein Großteil der Bevölkerung auf das menschenverachtende System der

Nationalsozialisten einließ, litten andere Stadtbewohner unter Verfolgung, Deportation, Ausbeutung oder Zwangssterilisation.

Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung finden am Montag, 27. November um 18.00 Uhr im Stadtarchiv Herrenberg statt, die Ausstellung ist bis zum 23. Februar 2018 zu sehen.

KONTAKT
Stadtarchiv Herrenberg
Marienstraße 21
71093 Herrenberg
Tel. 07032/954633-0
s.albus-koetz(at)herrenberg.de
weitere Informationen


Fotografie des Baumeister-Wandbildes

Baumeister-Wandbild 1938 in Waiblingen zerstört

Die Momente-Ausgabe 4|2017 schildert ab Seite 36 das Schicksal eines Gemäldes von Willi Baumeister, das randalierende SS-Mitglieder in der Pogromnacht am 10./11. November 1938 zerschnitten. Bereits im Frühjahr 1938 wurde ein Baumeister-Wandbild mit einer ganz ähnlichen gymnastischen Szene in Waiblingen zerstört. Es befand sich im Foyer des Waiblinger Bezirkskrankenhauses. Das moderne Gebäude mit Flachdach hatte der ehemalige Ausstellungsleiter der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, Richard Döcker, geplant und seinen Freund Willi Baumeister mit dem Wandbild beauftragt. Bereits zur Entstehungszeit 1928 wurden Gebäude und Wandgemälde wegen ihrer Modernität heftig angefeindet.

Hintergrund für die Zerstörung des Wandbildes 1938 war der von den Nationalsozialisten seit 1933 begonnene Feldzug für deutsche Kunst. Kunst, die nicht den nationalsozialistischen Idealen entsprach, wurde als „entartet“ entfernt oder zerstört, ihre Urheber wurden verfolgt oder unterdrückt – wie Baumeister, der 1933 als Professor der Frankfurter Kunstgewerbeschule entlassen wurde. 1935 forderte das Reichspropagandaministerium mehr deutsche Kunst in öffentlichen Räumen. Die Stadt Waiblingen ließ daraufhin ab Januar 1938 ein entsprechend

heroisches Sgraffitobild am Beinsteiner Torturm anbringen. In diesem Zuge wurde dann das Baumeister-Wandbild im Krankenhaus übermalt. Unmittelbar vor der Zerstörung machte der damalige Chefarzt Dr. Gerling noch ein Foto.


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