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1. Mai: Das fordern die Gewerkschaften in Baden-Württemberg

Am Tag der Arbeit am 1. Mai machen zahlreiche Gewerkschaften auf die Forderungen von Arbeitnehmern und ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam. Wir stellen einige wichtige Gewerkschaften in Baden-Württemberg und ihre Forderungen vor.

Zum Tag der Arbeit ziehen zahlreiche Menschen bei einer Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) durch die Stuttgarter Innenstadt.

dpa/ Christoph Schmidt)

Am Tag der Arbeit am 1. Mai machen zahlreiche Gewerkschaften auf die Forderungen von Arbeitnehmern und ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam. Wir stellen einige wichtige Gewerkschaften in Baden-Württemberg und ihre Forderungen vor.

Deutscher Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg (DGB)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: rund 790.000 in Baden-Württemberg

Vorsitzender: Kai Burmeister

Webseite: https://bw.dgb.de/

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg (DGB) ist die politische Stimme der acht Mitgliedsgewerkschaften auf Landesebene. In Baden-Württemberg gibt es sechs DGB-Regionen, Stuttgart, Heilbronn-Franken, Nordbaden, Südbaden, Neckar-Alb-Obere-Donau und Südostwürttemberg. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die IG Metall als größte Einzelgewerkschaft, Verdi, IG Bau und die GEW.

Forderungen für das Jahr 2022: „geMAInsam Zukunft gestalten“

Das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg (DGB) zum 1. Mai 2022 lautet: „geMAInsam Zukunft gestalten“.

„Die DGB-Gewerkschaften stehen für eine demokratische, gerechte und solidarische Gesellschaft und Arbeitswelt, die niemanden zurücklässt. Dieser Satz ist heute aktueller denn je, wird doch in der Politik davon gesprochen, dass wir uns im Zuge des Kriegs in der Ukraine alle auf Wohlstandsverluste einstellen müssen“, schreibt der DGB dem Staatsanzeiger. Die immer schneller werdenden Veränderungen in der Arbeitswelt könnten nur mit einer starken Mitbestimmung und einer hohen Tarifbindung erfolgreich gestaltet werden: Faire Löhne, die auch bei steigenden Preisen zum Leben reichen, und eine gute Balance von Arbeiten und Leben müssten das Ziel sein.

Für 2022 fordert der DGB das verbindliche Recht auf gute Qualifizierung der Beschäftigten für die Herausforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt und eine aktive Arbeitsmarktpolitik, die Erneuerung des Sicherheitsversprechens für einen solidarischen Sozialstaat mit guten Renten sowie einer Bürger- und Pflegevollversicherung. „Sozialabbau zur Finanzierung der gegenwärtigen Krisen lehnen wir ab: Sozialabbau in Zeiten einer galoppierenden Inflation macht die Armen ärmer und schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, heißt es weiter.

Verdi- Landesbezirk Baden-Württemberg

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: über 200.000 in Baden-Württemberg und über zwei Millionen Mitglieder bundesweit; Arbeitnehmer aus 13 Fachbereichen und acht Personengruppen

Landesbezirksleiter: Martin Gross

Webseite: https://bawue.verdi.de

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) setzt sich für die Belange der Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich ein. Der Landesbezirk Baden-Württemberg vertritt die Interessen von rund 1.000 Berufsgruppen vom Sozial- und Erziehungsdienst, der Pflege, der öffentlichen Verwaltung, im Handel, bei Banken und Versicherungen, im ÖPNV, Medien und Kultur, bis zu Post und Speditionen und Zustellung und vielen weiteren Branchen. In Tarifverträgen regelt Verdi die Lohn-und Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Branchen.

Forderungen für das Jahr 2022: „Echte Entlasungen schaffen“

Für Landesbezirksleiter Martin Gross ist klar: Nie in den letzten Jahrzehnten waren Gewerkschaften wichtiger als in dieser Zeitenwende. Pandemie, Krieg und Flucht, Rekordinflation: Die Krisen verstärkten sich gegenseitig und hätten massive Auswirkungen auf unsere Arbeitsplätze.

„Unsere Aufgabe für die kommenden Jahre: Echte Entlastung vor allem in den sozialen Berufen organisieren. Und Gehaltsabschlüsse erkämpfen, die insbesondere Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen ermöglichen, ihre Lebenshaltungskosten auch weiterhin zu decken“, sagt Gross dem Staatsanzeiger.

Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (GEW)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: über 280.000 bundesweit, rund 50.000 in Baden-Württemberg

Landesvorsitzende: Monika Stein

Webseite: https://www.gew-bw.de/

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzt sich für die Interessen der Arbeitnehmer in Kitas, in allgemein bildenden, beruflichen, staatlichen, privaten und kirchlichen Schulen, Hochschulen, in der Jugendhilfe, im Weiterbildungsbereich, in der Schulverwaltung und der Lehrerbildung und in anderen Bildungseinrichtungen ein. Auch Studierende, Arbeitssuchende sowie pensionierte und arbeitslose Pädagogen können Mitglieder in der GEW sein. 

Forderungen für das Jahr 2022: „Mittel- und langfristige Lehrkräftebedarfsplanung“

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (GEW) kritisiert seit Jahren, dass es zu wenige Lehrkräfte gibt. „Da die Landesregierung nicht genug junge Lehrerkräfte ausbildet, fehlen die Bewerber. Für diese freien Stellen werden Vertretungslehrerinnen und -lehrer eingesetzt. So ist die ständige Vertretungsreserve schon zu Beginn des Schuljahrs aufgebraucht“, schreibt die GEW.

Die Landesvorsitzende Monika Stein ergänzt: „Krisen wie die Pandemie und jetzt die Aufnahme Geflüchteter wären besser zu bewältigen, wenn die Schulen zumindest zum Beginn eines Schuljahres alle Lehr­kräfte hätten, die sie für regulären Unterricht brauchen. Mit Mangel verwalten lässt sich keine gute Bildung gestalten. Es ist Zeit für mehr Zeit für die Arbeit an den Schulen.“

Das Gleiche gelte für die Kitas und andere Bildungseinrichtungen: „Gute Bildung für alle in unserem Land ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, für ein selbstbestimmtes Leben, für beruflichen Erfolg, für Demokratie und Toleranz. Gute Bildung ist teuer. Schlechte Bildung ist so teuer, dass unser Land sie sich nicht leisten kann“, so Stein.

Landesvorsitzende Monika Stein aus.

Beamtenbund Tarifunion Baden-Württemberg (BBW)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: über 140.000 in Baden-Württemberg

Landesvorsitzender: Kai Rosenberger

Webseite: https://www.bbw.dbb.de/

Der Beamtenbund Tarifunion Baden-Württemberg (BBW) ist die große gewerkschaftliche Interessenvertretung für Beamte im Landesdienst und der Kommunalverwaltung in Baden-Württemberg sowie für viele Tarifbeschäftigte. Unter seinem Dach sind 50 Gewerkschaften und Verbände des öffentlichen Dienstes und des privaten Dienstleistungssektors zusammengeschlossen.

Mitglieder des BBW sind unter anderem der Philologenverband Baden-Württemberg, der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg, der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg sowie die Gewerkschaft der Polizei Baden-Württemberg.

Forderungen für das Jahr 2022: „Herausforderungen meistern“

Öffentlichkeitswirksame Kundgebungen und Demonstrationen jährlich am 1. Mai wird es von seiten des Beamtenbunds Baden-Württemberg (BBW) nicht geben – dies gehöre nicht zum Selbstverständnis des Beamtenbunds. 

Dennoch hat Kai Rosenberger, der Landesvorsitzende, zum 1. Mai eine Botschaft: „Gelebte Solidarität ist für den BBW – Beamtenbund Tarifunion und seine Dachorganisation dbb beamtenbund und tarifunion Verpflichtung“. Sie sei Motor bei den Tarifverhandlungen für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst und zugleich auch Motor für die Gespräche mit den Schaltstellen der Politik, die über die Anpassung der Beamtengehälter und der Pensionen der Versorgungsempfänger entscheiden.

Gemeinsam die Zukunft des öffentlichen Dienstes und all seiner Beschäftigten zu sichern, das haben sich BBW und DBB schon lange auf die Fahnen geschrieben. „Die Liste der Herausforderungen ist lang“, sagt Rosenberger und nennt als Beispiele die sich wandelnden Rahmenbedingungen (auch durch den Krieg in der Ukraine), den zunehmenden Personalmangel und die Digitalisierung. Speziell Baden-Württemberg betreffend verweist Rosenberger auf das 4-Säulen-Modell, mit dem das Land die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts für eine verfassungskonforme Besoldung umsetzen will. „Der Anstoß für dieses Gesetzesvorhaben ging vom BBW aus“, erinnert Rosenberger und ergänzt: „Das ist ein Beispiel dafür, was wir beim BBW unter – korrekt geschrieben – „gemeinsam Zukunft gestalten“ verstehen.

Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: rund 9000 Mitglieder in Baden-Württemberg sowie rund 90.000 Mitglieder in 15 Landesverbänden

Landesvorsitzender: Ralf Scholl

Webseite: https://www.phv-bw.de/

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) vertritt die bildungs- und berufspolitischen Interessen der rund 26.500 Lehrkräfte an den 453 öffentlichen und privaten Gymnasien in Baden-Württemberg. Mitglieder des Deutschen Philologenverbands (DPhV) sind die Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien, Gesamtschulen, Hochschulen sowie an anderen Bildungseinrichtungen, die auf das Abitur vorbereiten.

Forderungen für das Jahr 2022: „Normalisierung im Schulsystem — schnelle Reduktion der Belastungen durch mehr Einstellungen“

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) fordert zum 1. Mai, dass die Landesregierung auf die neuen Belastungen der Schulen durch die Integration der ukrainischen Kinder und Jugendlichen sofort (bis Mitte Juni 2022) mit einem Nachtragshaushalt in Höhe von mindestens 2000 zusätzlichen Lehrerstellen reagiert. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie seien die Lehrkräfte ausgelaugt und neue zusätzliche Belastungen nicht mehr stemmbar.

Wie eine mögliche nächste Corona-Welle im Herbst sich auf die weiterhin denkbar schlecht vorbereiteten Schulen auswirken würde, sei nach wie vor völlig unabsehbar. „Die zusätzliche Belastung durch die Integration von mindestens 20.000 ukrainischen Schülern droht aber schon jetzt zu dem Tropfen zu werden, der das Fass zum Überlaufen bringt: Mit schlecht- oder unbezahlter Mehrarbeit ist das trotz Selbstausbeutung der Lehrkräfte einfach nicht mehr zu bewältigen“, gibt der Verband zu Bedenken.Auch den Status der Digitalisierung der Schulen ist für den Verband alles andere als zufriedenstellend: Nach wie vor hat nur eine Minderheit aller Lehrkräfte dienstliche digitale Endgeräte erhalten, heißt es vonseiten des Philologenverbands. Über 60% der Lehrkräfte würden in Teilzeit arbeiten, aber digitale Endgeräte gingen nur entsprechend der Vollzeit-Stellen-Anzahl an die Schulen. So bestreitet die Mehrzahl der Lehrkräfte ihren Unterricht nach wie vor mit privaten Geräten. 

„Es ist  – zwei Jahre nach der ersten Corona-Schulschließung – allerhöchste Zeit, diesen unhaltbaren Zustand endlich zu beenden und alle Lehrkräfte mit Dienstgeräten auszustatten“, fordert der Verband. „Alle kurzfristigen Zusatzaufgaben wurden von den Lehrkräfte geschultert, weil sie sich für ihre Schüler verantwortlich fühlen. Damit muss jetzt –  schon aufgrund der Erschöpfung der Lehrkräfte – endlich Schluss sein“, ergänzt der Landesvorsitzende Ralf Scholl.

Der PhV fordert erneut eine zuverlässige Ermittlung der Lehrerarbeitszeit durch das Land sowie eine Kürzung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung und der zusätzlichen Aufgaben der Gymnasiallehrkräfte, sodass die 41-Stunden-Woche unter Berücksichtigung der Arbeit in den Ferien nicht weiterhin deutlich überschritten wird. Darüber hinaus müssten Hilfskräfte für IT, Verwaltung und soziale Betreuung der Schüler angestellt werden. Zudem spricht sich der Verband für einen massiven Ausbau von G9-Angeboten an den Gymnasien aus. So würde zudem elegant ein „Corona-Aufholjahr“ gewonnen.

Gewerkschaft der Polizei Baden-Württemberg (Gdp)

Daten und Fakten (Stand April 2022):

Gründung: 14. September 1950 in Hamburg

Mitglieder: rund 10.000 in Baden-Württemberg, knapp 200.000 bundesweit

Landesvorsitzender: Gundram Lottmann

Webseite: https://www.gdp.de/gdp/gdpbw.nsf/id/DE_Home

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie vertritt die Belange von Polizisten, Verwaltungsbeamten, Tarifbeschäftigten und der ehemals Beschäftigten. Die GdP engagiert sich für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik. Auf europäischer Ebene wirkt sie mit einem Verbindungsbüro in Europas Hauptstadt Brüssel. Die Gewerkschaft gilt nach eigenen Angaben als die größte Polizeigewerkschaft weltweit.

Forderungen für das Jahr 2022: „Wir müssen die schützen, die uns schützen“

Tausende Male im Jahr werden Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitätskräfte in Baden-Württemberg Gewalt ausgesetzt, schreibt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dem Staatsanzeiger. „Noch immer sind wir sprach- und fassungslos über die Tat zum tödlichen Angriff auf eine Polizeibeamtin und einen Polizeibeamten im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz“, sagt der Landesvorsitzende Gundram Lottmann.

In Baden-Württemberg sind im Jahr 2020 insgesamt 5.151 Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte registriert worden. „Dies ist ein neuer Höchststand und leider setzt sich dieser Trend auch im Jahr 2021 fort“, fährt Lottmann fort. Alkohol und Drogen sowie Gewalt aus der Gruppe seien die Hauptursachen für diese negative Entwicklung. Es würden auch Gewalttaten gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst verübt, so zum Beispiel Lehrer oder Sachbearbeiter in den verschiedenen Behörden. „Dabei stellt jeder Angriff auf einen Staatsvertreter einen Angriff auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung dar“, so Gundram Lottmann weiter.

„Der 1. Mai ist der Tag der Solidarität und Teilhabe für alle. Nur wenn wir zusammen stehen, respektvoll miteinander umgehen und uns gegenseitig achten, werden wir diese Gewaltspirale stoppen. Diejenigen die uns schützen, wollen wir an diesem Tag unseren Dank aussprechen. Sie sind Tag und Nacht für uns da. Jede Stunde und jeden Augenblick. Ihnen gebührt Respekt und Anstand“.

Bund der Strafvollzugsbediensteten Landesverband Baden-Württemberg (BSBD)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Gründung: 1955 in Freiburg

Mitglieder: rund 3000 in Baden-Württemberg

Landesvorsitzender: Alexander Schmid

Webseite: https://www.bsbd-bw.de/

Der Bund der Strafvollzugsbediensteten Landesverband Baden-Württemberg (BSBD) vertritt die Interessen des Strafvollzuges als größte Gewerkschaft der Justiz in Baden-Württemberg. Im Strafvollzug des Landes arbeiten circa 4200 Beschäftigte aller Laufbahnen mit einem klaren Schwerpunkt in den mittleren Diensten (circa 85 Prozent). Die Mitglieder sind allesamt ehrenamtlich tätig und keine Berufsgewerkschafter, sondern mit Basisbezug und langjähriger Erfahrung.

Forderungen für das Jahr 2022: „Bessere Personalausstattung des Justizvollzugsdienstes“

„In diesen dunklen und kriegerischen Zeiten wünschen wir uns als Gewerkschaft des Strafvollzuges in Baden-Württemberg BSBD für alle Menschen einen stabilen Frieden und ein Leben in einer pluralistischen und von Meinungsfreiheit geprägten Gesellschaft, in der die Menschlichkeit oberstes Gebot ist“, sagt Alexander Schmid, Landesvorsitzender des Bunds der Strafvollzugsbediensteten. „Jedem muss und wird nun mehr denn je bewusst sein, dass diese Grundwerte nie einfach nur gegeben sind, sondern immer das Ergebnis eines fortwährenden Erhaltungsprozesses, an dem sich jede einzelne Person -denn wir alle sind der Staat- beteiligen muss.“

Der Verband wünscht sich für den Justizvollzug des Landes Baden-Württemberg, dass der mit den letzten beiden Landeshaushalten eingeschlagene Weg der Konsolidierung des Justizvollzuges konsequent fortgesetzt wird. Den letzten Platz im Bundesvergleich der Personalausstattung des Justizvollzuges innezuhaben, könne und dürfe nicht der Anspruch des Landes sein.“

Im aktuellen Koalitionsvertrag der Landesregierung wird von einem „Modernen Justizvollzug“ gesprochen und es werden konkrete Handlungsschwerpunkte wie Personalausstattung, Beförderungs- und Attraktivitätsmerkmale und bauliche Notwendigkeiten benannt. An der Umsetzung dieser selbst gesteckten Ziele werden wir die Landesregierung messen“, sagt Schmid abschließend.

Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder im Landesverband: über 18.000

Landesvorsitzender: Gerhard Brand

Webseite: https://www.vbe-bw.de/

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt die Interessen von Lehrern, Erziehern, Pädagogischen Assistenten, Lehramtsanwärtern und setzt sich für Studierende ein sowie für die Belange von Pensionären und Rentnern. Der VBE ist Mitglied des Deutschen Beamtenbundes (dbb).

Forderungen für das Jahr 2022: „Gegen Lehrkräftemangel und bessere Bedinungen für Grundschulen“

Der Verband für Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) hat im Jahr 2022 einiges im Blick, das besser werden muss. Unter anderem müsse auf den Lehrkräftemangel, vor allem in
den Bereichen Sonderpädagogik und Grundschule, kurz- und mittelfristig reagiert werden. Der VBE macht das Land für Fehlplanungen verantwortlich.

Neben der Erhöhung der Studienplatzkapazitäten, fordert er, dass Studierende sowie Lehramtsanwärterinnen und -anwärter besser begleitet werden, um mögliche Motivationslücken aufzufangen. Im Anschluss an das Referendariat sollte das Kultusministerium dann alle Referendarinnen und Referendare, die sich durch ihre Lehramtsausbildung qualifiziert haben, auch einstellen. Seiteneinsteigern und Pensionären, die sich bereit erklären, auszuhelfen, müssen ihnen aber auch entsprechenden Rahmenbedingungen gewährt werden. Insbesondere dürften ihnen keine bürokratischen Steine in den Weg gelegt werden. Auch in Grundschulen gibt es noch Nachholbedarf, etwa die Wahlmöglichkeit von Ganztag, der Erhalt des konfessionellen Religionsunterrichts sowie die Verankerung der Klassenlehrerstunde im Direktbereich.


Mai 2021

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: mehr als 15.000 in Baden-Württemberg

Regionalleiter: Andreas Harnack

Bezirksvorsitzender in Stuttgart: Michael Paul

Webseite: http://www.igbau.de

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) vertritt die Interessen des Baugewerbes, der Baustoffindustrie, der Agrar- und Forstwirtschaft, des Gebäudemanagements und ist zuständig für die Wirtschafts- und Verwaltungszweige Umwelt- und Naturschutz sowie Entsorgung und Recycling.

Forderungen für das Jahr 2021: „Mangel an Wohnraum bekämpfen“

Die IG Bau in Baden-Württemberg schließt sich dem Aufruf des DGB an. Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Forderungen legt die IG Bau auf den Wohnungsbau. „Insbesondere im Sozial- und Mietwohnungsbau besteht ein großer Mangel. Hier müssen alle Akteure mehr tun, Bauland erschließen, Anträge schneller genehmigen, das vorhandene Geld gezielter einsetzen und perspektivisch die Mittel ausbauen, damit mittelfristig 10.000 Sozialmietwohnungen pro Jahr in Baden-Württemberg gebaut werden“, sagt der Regionalleiter Andreas Harnack.

Dazu gehöre dann auch bei der Auftragsvergabe – egal bei welcher Branche – dass die Aufträge an die Firmen gehen, die sich an geltendes Recht in Baden-Württemberg halten. „Wenn das ein Betrieb nicht schafft und sagt, er schließt die Pforten für den Baubetrieb, dann brauche ich auch nicht jeden Baubetrieb am Markt. Wichtig ist, dass die ordentlichen Betriebe, die sich an Recht und Gesetz halten, mit ihren Beschäftigten ordentlich umgehen und Tarifverträge einhalten, klar bevorzugt werden und Aufträge vor der Schmutzkonkurrenz bekommen“, fordert Harnack.

Damit das wirkt, bedarf es verstärkter Kontrollen. „Und wenn hier die staatlichen Kontrollen und Verfolgungsbehören es nicht schaffen, dann muss uns als Gewerkschaften die entsprechende Kompetenz eingeräumt werden – die wir dann auch wahrnehmen.“

Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen Baden-Württemberg (BLV)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: rund 10.500 in seinen vier Landesbezirken Nordbaden, Nordwürttemberg, Südbaden und Südwürttemberg

Vorsitzender: Thomas Speck

Webseite: https://blv-bw.de/

Der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV) vertritt die Interessen der beamteten und angestellten Lehrenden aller Schultypen und Schularten des beruflichen Schulwesens in Baden-Württemberg. Der BLV ist nach eigenen Angaben der einzige Fachverband für das berufliche Schulwesen sowie der größte gewerkschaftliche Fachverband im Bereich der beruflichen Schulen in Baden-Württemberg.

Forderungen für das Jahr 2021: „Mehr in die berufliche Bildung investieren“

Es soll mehr in die berufliche Bildung investiert werden, fordert der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV). In einer im Februar 2021 vom Verband durchgeführten Umfrage gaben mehr als 90 Prozent der fast 3.000 befragten Lehrkräfte an, dass ihre Arbeitsbelastung im Fernunterricht weiter angestiegen sei. Durch den nun zusätzlichen Präsenzunterricht, parallel zum weiterhin stattfindenden Fern- und Hybridunterricht, seien die Lehrkäfte an der Belastungsgrenze. „Daher fordere ich von der neuen Landesregierung eine großzügige Einstellung neuer Lehrkräfte, so dass sich die Personalsituation an den Schulen entspannt. Die Schulleitungen müssen endlich entlastet und die Kollegien personell verstärkt werden. Darauf warten wir schon lange“, sagt der BLV–Vorsitzende Thomas Speck.

Die Ergebnisse der BLV-Umfrage zeigten außerdem deutlich, dass sich das Land mehr anstrengen muss, um den Unterricht zu digitalisieren und zukunftsweisende Innovationen in den Unterricht zu integrieren. Zum Nulltarif sei das nicht zu bekommen. „Die berufliche Bildung im Land ist unterfinanziert. In dieser Legislaturperiode muss die Regierung dringend mehr investieren. Alles andere gefährdet die Zukunftschancen der Schülerinnen und Schüler und damit auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg“, sagt Speck.

Die berufliche Bildung stellt einen eigenen Wert dar, um den Baden-Württemberg seit Jahrzehnten beneidet wird, sagt Speck weiter. Auch die sehr geringe Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg werde den beruflichen Schulen zugeschrieben. „Schulleitungen und Lehrkräfte haben es verdient, dass die berufliche Bildung stärker in den Blick der Politik rückt. Für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes spielen besonders auch die beruflichen Gymnasien eine entscheidende Rolle“, so der BLV abschließend.

Deutsche Polizeigewerkschaft Baden-Württemberg (DPolG)

Daten und Fakten (Stand April 2021):

Mitglieder: rund 21.000 in Baden-Württemberg, rund 100.000 bundesweit

Landesvorsitzender: Ralf Kusterer

Webseite: https://dpolg-bw.de/

Mit mehr als 21.000 Mitgliedern ist die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die stärkste Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg. Sie organisiert Polizeivollzugsbeamte, Verwaltungsbeamte und Tarifbeschäftigte, sowie Auszubildende und Studierende in der Polizei. Im Grunde genommen alle Beschäftigten in der Polizei.

Forderungen für das Jahr 2021: „Finanzielle Würdigung der Polizeibeschäftigten“

„Der 1. Mai ist im wahrsten Sinne für die Polizei ein Tag der Arbeit“, sagt DPolG-Landesvorsitzender Ralf Kusterer. „Alljährlich hoffen wir nach schwersten Auseinandersetzungen und gewalttätigen Ausschreitungen auf einen friedlichen Feiertag.“

Auch hoffe man darauf, dass an diesem Tag an all diejenigen gedacht werde, die aktuell in der Pandemie mit ihrer täglichen Arbeit die Last tragen. „Gewerkschaftlich wünschen wir uns, dass es nicht bei Worten und Beifall bleibt, sondern auch finanziell gewürdigt wird – auch für die Polizeibeschäftigten“, fordert Kusterer abschließend.

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