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Kommunalwahl

Der Rechtsruck zieht sich auch durch die Großstädte

In den Gemeinderäten der Großstädte im Land gewinnen sowohl CDU und AfD teils deutlich an Stimmen hinzu. Die Grüne verlieren drei Hochburgen über 100 000 Einwohnern an die Christdemokraten.  

Die Grünen verzeichnen in allen Großstädten Baden-Württembergs Verluste im Vergleich zur Kommunalwahl 2019.

Fleig / Eibner-Pressefoto)

Stuttgart. Nach der Kommunalwahl 2019 führten die Grünen in sieben von neun Großstädten den Gemeinderat an. 2024 bleiben davon noch vier übrig. In allen Großstädten verliert die Partei Stimmen, in drei Gremien der Kommunen über 100 000 Einwohner ihre Spitzenposition als stärkste Kraft an die CDU: In Stuttgart, Mannheim und Reutlingen.

Aber auch in den grün-dominierten Unistädten kann die Ökopartei ihre Vorreiterrolle nur mit teils großen Verlusten verteidigen. In Ulm muss die Partei ein Minus von rund sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2019 verkraften, auch in Karlsruhe (-4,4 Prozent), Heidelberg (-5,5 Prozent) und Freiburg (-2,7 Prozent) verzeichnet sie Stimmenverluste.

AfD erstmals stärkste Kraft in einem Großstadt-Gemeinderat im Südwesten

Teils starke Ergebnisse fährt dagegen die CDU in den Großstädten ein, die nun in vier Gremien die stärkste Fraktion stellen. Außer in Freiburg sind die Christdemokraten ansonsten die zweistärkste Kraft.

Die AfD hat in allen Kommunen dieser Größe ihr Ergebnis von 2019 verbessert. Wie schon damals kristallisieren sich für die Partei zwei kommunale Zentren heraus: In Pforzheim wird die AfD erstmals stärkste Kraft in einem Großstadt-Gemeinderat im Südwesten. Mit 22 Prozent löst sie dort die CDU ab, die in der Goldstadt seit 2014 Stimmen verliert, von damals 30 Prozent landen die zweitplatzierten Christdemokraten 2024 bei 20,8 Prozent.

Die Mehrheitsfindung dürfte schwieriger werden

In Heilbronn kann die AfD ebenfalls stark aufholen und wird nach der CDU (23,59 Prozent) zweitstärkste Fraktion mit 15,93 Prozent. Auch hier geht das Stimmenplus auch zulasten der Christdemokraten.

Die Mehrheitsfindung dürfte nach dieser Wahl in vielen Gremien schwieriger werden. Die Zersplitterung durch viele kleine Gruppierungen, die es in die Gremien schaffen, schreitet voran. In Pforzheim und Freiburg beispielsweise werden künftig 17 Listen vertreten sein, in Heidelberg 14.

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Einen Liveticker zur Wahl inklusive Grafiken gibt es hier: https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/ticker-zur-europawahl-und-kommunalwahl-niedrigere-wahlbeteiligung-zeichnet-sich-ab/

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