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Eingekreist

Was Fastnacht und Finanzen gemeinsam haben

Schmutziger Donnerstag oder Rosenmontag, in den allermeisten Kommunen des Landes herrscht der Ausnahmezustand. So mancher Bürgermeister gibt da gerne seine Macht ab, und vielleicht gibt es das eine oder andere Bedauern, dass das nur symbolisch vonstattengeht. 
Menschen in bunten Kostümen und Masken bei einem Umzug.

Der Narrensprung in Rottweil gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen der Fasnet im Südwesten. Auch wirtschaftlich dürfte die Stadt davon profitieren.

IMAGO/Silas Stein)

Die Fastnacht hat das Land fest im Griff: Kappenabende, Brauchtumstreffen und Umzüge allerorten. Für Verwaltungen eine ganz besondere Zeit, denn selbst dort schneiden Frauen den Herren die Krawatten ab – die Macht der Männer sei gebrochen, so die Botschaft, während auf den Balkonen der Rathäuser die Schultheißen den verkleideten Anführern der närrischen Rebellion die Rathausschlüssel überreichen.

„Könnt ihr gerne haben“, mag sich so mancher herausgeforderte Rathauschef da denken. Denn angesichts der kommunalen Probleme, Haushalt und Fachkräftemangel, Bürokratiewellen und Digitalisierungsstau, würde so mancher Bürgermeister sicher nicht nur symbolisch die Amtsgewalt abgeben, und wäre es nur für ein paar Tage, damit das Narrenvolk mal wirklich sieht, wie viele Baustellen so ein Rathauschef hat.

Trost in Zahlen

Doch liegt der Trost überraschend in den Zahlen. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat errechnet, dass heuer der Karneval der deutschen Wirtschaft rund zwei Milliarden Euro einbringt. Der Löwenanteil fließt nach Köln, 850 Millionen, doch würden auch andere Narrenhochburgen davon profitieren, etwa Rottweil, wo der Narrensprung ja weltbekannt ist. Daraus lernen wir, dass jedes Helau-, Narri-Narro- und Hoorig-Gerufe den warmen Beiklang der klingenden Gewerbesteuermünze hat und Fastnacht und Finanzen mehr gemeinsam haben als bloß denselben Eingangsbuchstaben.

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