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Ifo-Studie

Laut Studie sind die Bildungschancen ungleich verteilt

Einer aktuellen Studie des Ifo-Instituts in München zufolge sind die Bildungschancen in Deutschland sehr ungleich verteilt. Baden-Württemberg liegt demnach im Mittelfeld der Bundesländer, Bayern ist Schlusslicht - und Berlin Spitze.

Bildungschancen für Kinder unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland stark.

IMAGO / photothek)

München/Stuttgart. Bei den Bildungschancen für Kinder sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern groß. Das ist Ergebnis einer aktuellen Studie des Ifo-Instituts in München. Demnach ist die Chancengleichheit in Bayern und Sachsen am geringsten, am größten ist sie in Berlin und Brandenburg. Baden-Württemberg liegt auf einem Mittelfeldrang. Maßstab dafür ist die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasialbesuchs von Kindern mit Eltern ohne Abitur und unterdurchschnittlichem Einkommen.

VBE-Chef lobt Sprachförderungs-Programm – wenn genug Personal da ist

In Baden-Württemberg geht nicht einmal jedes dritte Kind mit Erziehungsberechtigten unterdurchschnittlichen Einkommens und ohne Abitur auf ein Gymnasium. Bei Kindern von einkommensstarken Familien mit allgemeiner Hochschulreife sind es mehr als 60 Prozent. Der Bildungserfolg hänge zu stark vom Elternhaus ab, konstatiert Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). „Das Bildungssystem verfehlt damit eines seiner wichtigsten Ziele: Chancen gleichheit.“ Seine Forderung zur Abhilfe: „Die Politik muss bereits im frühkindlichen Bereich die Weichen für mehr Chancengleichheit stellen und benachteiligte Kinder und Familien gezielter unterstützen, vor allem mit Blick auf den sprachlichen Kompetenzerwerb.“ Das „ambitionierte Programm für die Sprachförderung von Kleinkindern“, das die Landesregierung kürzlich vorgelegt hatte, helfe dabei – wenn es „mit ausreichend Personal unterfüttert“ werde.

GEW fordert zusätzliche individuelle Förderung an den Grundschulen

Brand verlangt zudem ein verpflichtendes und gebührenfreies letztes Kita-Jahr. Diese Forderung erhebt auch SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei .

Die größte Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von der Landesregierung, dass sie noch in dieser Wahlperiode zusätzliche Stunden für die individuelle Förderung an den Grundschulen beschließt. Landeschefin Monika Stein zufolge muss das Land ferner die Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung setzen. „Baden-Württemberg hat erheblichen Nachholbedarf an Ganztagsgrundschulen..“

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